Der Schutz der Natur macht einen großen Anteil der Arbeit der Jagdpächter von Bodman-Ludwigshafen aus: Es werde nur nicht immer deutlich, wie viel Engagement im Hintergrund laufe, sagte Bürgermeister Matthias Weckbach in der jüngsten Gemeinderatssitzung, in der Hermann Rothenburger über die Arbeit der Jäger berichtete. Weckbach betonte, dass die Jäger eine große gesellschaftliche Aufgabe hätten, die sich aber im Wandel befinde. Er wies zum Beispiel auf Dinge wie eine Baumpflanzaktion hin, die vor einigen Wochen stattgefunden hat.

Rothenburger ist bereits seit 1973 in einer Jagdpächtergemeinschaft und war 31 Jahre lang Gemeinderat. Er fasste für Räte und Zuhörer Wissenswertes über den Pachtvertrag und die vielfältigen Aufgaben der Jäger zusammen, die weit über das Jagen hinaus gehen. Aufgrund der Corona-Pandemie seien viel mehr Leute im Wald unterwegs. „Die Rücksicht lässt zu wünschen übrig“, sagte Rothenburger.

Schutz von Tieren an vielbefahrenen Straßen

Eine der zahlreichen Aufgaben der Jagdpächter sei es, Unfallwild zu entsorgen. 2020 seien 25 Tiere an der B 31-alt zwischen Ludwigshafen und Sipplingen sowie an der Bergstraße (K 6174) gestorben. Es sei zudem mit einer Dunkelziffer zu rechnen. Aufgrund der hohen Geschwindigkeiten an der B 31-alt hätten Tiere nachts keine Chance, so Rothenburger.

Er und seine Kollegen wollen deshalb auf eigene Kosten blaue Reflektoren für die schwarz-weißen Pfosten am Straßenrand anschaffen. Das solle Unfälle reduzieren, weil es Tiere abschrecke, wenn Scheinwerferlicht auf diese Reflektoren falle. „Das ist bereits mit der Straßenbauverwaltung besprochen“, sagte er. Die Kosten lägen bei rund 700 Euro.

Eingrenzen der Wildschwein-Population

Während es an Stellen wie diesen um den Schutz von Tieren geht, gehört auch aber das Eingrenzen von Populationen zu den Aufgaben der Jäger. Rothenburger erklärte, wie schnell Wildschweine zur Plage werden könnten, da sie bereits mit einem Gewicht von 20 Kilogramm fortpflanzungsfähig seien.

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