Harmonisch fügt sich nicht nur das Zollhaus in den Uferpark in Ludwigshafen ein, harmonisch begrüßt einen derzeit auch das warm-leuchtende Innenleben dieses historischen Gebäudes. Denn hier gastiert bis einschließlich 1. November die „Galerie Augenweide„, ein Kunsthandwerkermarkt, der seinem Namen mehr als gerecht wird: Kunst findet sich an rund 30 Ständen auf drei Ebenen, gepaart mit geballter Kreativität und handwerklicher Kunstfertigkeit. Diese geben sich so, dass dem Besucher schier das Auge übergeht vor bunter Farbenlust.

Warten auf Besucher: Ursula Geiling häkelt dabei nicht nur Mützen, sondern auch den dazu passenden Mund-Nasen-Schutz. Auch sie hat ein, wie sie sagt, „schwieriges Jahr“ hinter sich, ist aber glücklich, auf der „Galerie Augenweide“ ausstellen zu dürfen.
Warten auf Besucher: Ursula Geiling häkelt dabei nicht nur Mützen, sondern auch den dazu passenden Mund-Nasen-Schutz. Auch sie hat ein, wie sie sagt, „schwieriges Jahr“ hinter sich, ist aber glücklich, auf der „Galerie Augenweide“ ausstellen zu dürfen. | Bild: Constanze Wyneken

Es ist dies die 13. Auflage der „Galerie Augenweide„, die Veronika Jäger und Jürgen Mayer, beide ebenfalls Künstler und gut vernetzt mit anderen Kreativen, da auf die Beine gestellt haben. Es freuen sich über das Stattfinden, das in Corona-Zeiten alles andere als selbstverständlich ist, Veranstalter, Künstler und Besucher gleichermaßen.

„Schon um 10 Uhr kamen am Starttag die ersten Besucher“, sagt Angelika Jäger, die gemeinsam mit Jürgen Mayer und der Geschäftsführerin des Zollhauses, Janet Schwentke, das Sicherheitskonzept für die Veranstaltung ausgearbeitet hatte. Es werden die Besucher per Klicker gezählt, denn es dürfen nicht mehr als 100 von ihnen ins Zollhaus. Maskenpflicht ist ebenso selbstverständlich wie das Bereitstellen von Desinfektionsmitteln, Pfeile auf dem Boden zeigen die Laufrichtung an.

Bunt und fröhlich präsentieren sich die „ARTigen Typen“ der Künstlerin Dorothea Siegert-Binder, die den Besuchern der „Galerie Augenweide“ ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürften.
Bunt und fröhlich präsentieren sich die „ARTigen Typen“ der Künstlerin Dorothea Siegert-Binder, die den Besuchern der „Galerie Augenweide“ ein Lächeln ins Gesicht zaubern dürften. | Bild: Constanze Wyneken

„Natürlich fühle ich mich sicher“, sagt Besucherin Erika Wolff-Muscate, die mit ihrer tollpatschigen Hündin Beth aus Wallhausen mit dem Schiff nach Überlingen übergesetzt hat und den Rest der Strecke mit dem Zug fuhr. „Man weiß ja inzwischen, worauf man in puncto Sicherheit achten und wie man sich verhalten muss.“ Und die Augenweide lasse sie sich auf keinen Fall entgehen, sagt sie.

„Wir kommen sehr gerne an den Bodensee„, sagen auch Angelika und Dieter Huber aus Villingen, „und wenn dann gerade zufällig die Augenweide stattfindet, dann gehen wir natürlich hin“. Im Bezug auf das Thema Sicherheit nehme das Ehepaar das Risiko in Kauf, in das man sich derzeit überall begibt, wenn man unter Menschen geht. Und auch Besucherin Carola Schoch aus Engen-Bittelbrunn meint: „Man darf sich nicht immer von der Angst leiten lassen. Dann kann man ja nirgendwo mehr hingehen.“

Birgit Leuteritz aus Alzey beglückt Besucher ihres Stands nicht nur mit Standobjekten, Objektbildern oder Charakterköpfen, sondern auch mit leiser Gitarrenmusik.
Birgit Leuteritz aus Alzey beglückt Besucher ihres Stands nicht nur mit Standobjekten, Objektbildern oder Charakterköpfen, sondern auch mit leiser Gitarrenmusik. | Bild: Constanze Wyneken

Nirgendwo hinzugehen, davon können die ausstellenden Künstler ein Lied singen. Denn da Märkte in diesem Jahr weitestgehend abgesagt wurden und auch weiterhin abgesagt werden, waren die Möglichkeiten, ihre Waren auszustellen, karg gesät und somit fehlt zahllosen Künstlern die Lebensgrundlage.

Doch Aussagen wie „Sich unterkriegen lassen, ist keine Option“ kann man dennoch aus den Mündern der Aussteller, etwa Birgit Leuteritz aus Alzey hören. Sie entwickelte trotz des Lockdowns kreative Ideen, um Menschen zumindest zum Spenden zu überzeugen. Glücklich stellt sie nun ihre Waren im Zollhaus aus und begleitet das Staunen der Besucher an ihrem Stand mit leisem Gitarrenzupfen.

Harmonisch eingebettet in den Uferpark in Ludwigshafen liegt das Zollhaus. Darin findet derzeit die „Galerie Augenweide“, ein Kunsthandwerkermarkt, statt. Auch auf den Wiese davor findet sich Ästhetisches: käuflich erwerbbare Kunstwerke von Bernhard Czeschlick.
Harmonisch eingebettet in den Uferpark in Ludwigshafen liegt das Zollhaus. Darin findet derzeit die „Galerie Augenweide“, ein Kunsthandwerkermarkt, statt. Auch auf den Wiese davor findet sich Ästhetisches: käuflich erwerbbare Kunstwerke von Bernhard Czeschlick. | Bild: Constanze Wyneken

Musikalisch wurde sonst die „Galerie Augenweide„ bei der Vernissage eingeläutet, die in diesem Jahr leider aus Sicherheitsgründen entfällt. Dies empfingen einige Besucher als Wehmutstropfen, so zum Beispiel Amrei Isenberg aus Überlingen: „Die Atmosphäre hier im Gebäude ist so harmonisch, wie gemacht zum Musikhören.“

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