Die Pläne für das Areal Sonnenbühl in Ludwigshafen haben eine große Hürde genommen: Der Gemeinderat hat den Satzungsbeschluss für den vorhabenbezogenen Bebauungsplan gefasst. Das Ferienresort Lunido, das Alexander und Kornelia Sonnenmoser aus Ludwigshafen dort an der Bergstraße planen, hat somit grünes Licht. Dennoch stehen nun erst weitere Schritte an.

Der Widerstand von Bürgern geht weiter

Anwohner im Neubaugebiet Haiden neben dem Sonnenbühl haben Unterschriften gesammelt, Anmerkungen in der Offenlage eingebracht und nutzten in der digitalen Ratssitzung am Dienstag auch die Einwohnerfrageviertelstunde. Bernd Lindenmayer wollte unter anderem wissen, wer die Planungsaufträge vergibt. Jörg Dreinhöfer wunderte sich über die Verhältnisse von Planer, Gemeinde und Bauherr und ob es nicht einen Interessenskonflikt gebe.

Bürgermeister Matthias Weckbach erläuterte, Sonnenmoser trage die Kosten und bezahle das Planungsbüro Meixner sowie den Architekten Fiedler. Aber: „Die Gemeinde hat die Planungshoheit über den vorhabenbezogenen Bebauungsplan.“ Zudem regle ein städtebaulicher Vertrag verschiedene Dinge, zum Beispiel, dass eine Rollladensiedlung, die viele Anwohner befürchten, vermieden werden müsse. Das werde dann kontrolliert.

So könnte das Ferienresort Lunido auf dem Areal Sonnenbühl beim Kreisverkehr in der Bergstraße aussehen. Die Ludwigshafener Familie ...
So könnte das Ferienresort Lunido auf dem Areal Sonnenbühl beim Kreisverkehr in der Bergstraße aussehen. Die Ludwigshafener Familie Sonnenmoser, die das Resort plant, hat diese Visualisierung anhand eines Drohnenfotos anfertigen lassen, damit jeder sich vorstellen kann, wie es aussehen würde. Der Zugang vom Haupthaus mit den Appartement wäre hinten, wie hier zu sehen ist. Dies sollte Lärm reduzieren. Bild: Firma Rehaag | Bild: Firma Rehaag

Visualisierungen lösen Debatte aus

Lindenmayer und Dreinhöfer kritisierten auch, dass die Visualisierungen des Resorts in der aktuellen Sitzungsvorlage nicht schon in der Offenlage vorgelegen hätten. Weckbach entgegnete, es liege in der Natur der Sache, dass Anregungen aus der Offenlage erst im Anschluss umgesetzt werden könnten. Sonnenmoser bemerkte dazu, es sei seltsam, wie es nun von denen an den Visualisierungen Kritik gebe, die sie gefordert hatten. Er habe viel Geld ausgegeben, damit jetzt alle sehen könnten, wie das Resort sich einfüge.

Lindenmayer beschwerte sich auch über mangelnden Datenschutz zu seinem Haus auf den Visualisierungen, doch Sonnenmoser erklärte, es seien keine personenbezogenen Daten zu sehen.

So könnte das Ferienresort Lunido auf dem Areal Sonnenbühl beim Kreisverkehr in der Bergstraße aussehen. Die Ludwigshafener Familie ...
So könnte das Ferienresort Lunido auf dem Areal Sonnenbühl beim Kreisverkehr in der Bergstraße aussehen. Die Ludwigshafener Familie Sonnenmoser, die das Resort plant, hat diese Visualisierung anhand eines Drohnenfotos anfertigen lassen. | Bild: Firma Rehaag

Besitzverhältnisse sorgen für Fragen

Dreinhöfer, der gemeinsam mit anderen Unterschriften gegen das Resort gesammelt hatte, bohrte mehrfach zu den Besitzverhältnissen nach. Er wollte wissen, ob Sonnenmoser die Grundstücke bereits besitzt. „Er ist in gesicherter Position“, sagte Weckbach und verwies darauf, dass die Details nichtöffentlich seien und für den Bebauungsplan keine Rollen spielten. Im Gespräch mit dem SÜDKURIER erklärte Sonnenmoser: „Der Notarvertrag ist gemacht.“

Thorsten Reber von Büro Meixner ging mit den Sitzungsteilnehmern schließlich die Tabelle der Anmerkungen aus der Offenlage durch. Da es neben Behörden auch mehr als 120 Rückmeldungen von Bürgern gab, die Überschneidungen aufwiesen, kürzte er dies ab. Weckbach ergänzte, manche Anmerkungen seien bereits in der ersten Offenlage abgewogen und beantwortet worden.

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So sehen die aktuellen Pläne für das Resort aus

Alexander Sonnenmoser stellte im Rat die aktuellen Pläne für das Resort Lunido vor. Die Wohnungen sollen das ganze Jahr über belegt sein. Das Hauptgebäude mit 30 Appartements, Café, Fitnessraum und mehr sowie die 14 Chalets mit je 120 Quadratmetern auf zwei Ebenen hätten begrünte Dächer. Zudem würden auch PV-Anlagen eingebunden. Es gebe Junior-, Panorama- und Family-Suiten mit 45, 65 oder 85 Quadratmetern.

Er stellte Teile der Inneneinrichtung vor und kündigte an, Goodways werde das Tagescafé betreiben, das von 7.30 bis 20 Uhr geöffnet sein solle. Goodways sei aus Radolfzell und Überlingen bekannt. Das Café werde auch einen Minimarkt mit regionalen Produkten beinhalten. Dies sei in Form eines großen Regals mit Theke geplant. „Das Tagescafé ist als Bindeglied zur Gemeinde gedacht“, erklärte Sonnenmoser.

Kornelia und Alexander Sonnenmoser stehen auf der Terrasse ihres Ferienhauses Sonnenchalet in Ludwigshafen, das sie seit mehr als zehn ...
Kornelia und Alexander Sonnenmoser stehen auf der Terrasse ihres Ferienhauses Sonnenchalet in Ludwigshafen, das sie seit mehr als zehn Jahren ganzjährig vermieten. Sie wollen das Ferienresort Sonnenbühl bauen. | Bild: Familie Sonnenmoser

Was an den Plänen jetzt verändert ist

Neu in den Plänen sei ein Naturpool beim Hauptgebäude. „Die Gespräche haben ergeben, dass Gäste soetwas erwarten“, sagte Sonnenmoser im Gespräch mit dem SÜDKURIER. Auch die Ausrichtung der Café-Terrasse sei inzwischen verändert worden. Sie gehe nun rein nach vorne. Zum Thema Verkehr erläuterte er, an der Bergstraße werde es wohl ruhiger werden, da das Resort den Eindruck vermitteln werde, dort sei man schon im Ort. Sonnenmosers Firma bleibt der Betreiber der Anlage und biete einen Service wie im Hotel, auch wenn Anleger einen Teil der Wohnungen oder Chalets kaufen. Solche Konzepte gebe es zum Beispiel auch im Montafon in Österreich.

Und der Zeitplan? Baubeginn sei circa Ende 2022 geplant und es sei mit anderthalb Jahren Bauzeit zu rechnen, so Sonnenmoser: „Wir würden gerne im ersten Quartal 2024 eröffnen.“ Hauptgebäude und Chalets würden zeitgleich gebaut. Die Chalets sollen in hybrider Bauweise aus Beton und Holz mit vorgefertigten Teilen entstehen.

Fragen und Entscheidung der Räte

Es gab Nachfragen aus dem Gremium, ehe die einstimmige Entscheidung für den Satzungsbeschluss fiel. Auf eine Rückfrage von Petra Haberstroh (Freie Wähler) sagte der Planer, die Anzahl der Stellplätze für das Tagescafé richte sich nach den Quadratmetern der Räumlichkeiten. Das sei berücksichtigt.

Alwin Honstetter (CDU) erkundigte sich nach dem Lärmschutz. Weckbach versicherte, alles werde umgesetzt. Es gebe auch die separate Verbindungsstraße vom Kreisel zum Resort, so dass kein Verkehr über das Gebiet Haiden fließe. Christoph Leiz (Grüne) wollte sichergehen, dass die Feuerwehr überall durchkommt. Weckbach bejahte dies.

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Wie es nun weitergeht

Der Bürgermeister schilderte, es handle sich um ein zweistufiges Bebauungsplan-Verfahren bei der Gemeinde. Parallel laufe das Verfahren zur Änderung des Flächennutzungsplans (FNP) bei der Verwaltungsgemeinschaft, da sich das Sonnenbühl in einem regionalen Grünzug befinde. Weckbach schilderte vergangene Woche im Gemeinsamen Ausschuss der Verwaltungsgemeinschaft Stockach die Vorgeschichte des Sonnenbühl und fasste die eingegangenen Stellungnahmen zur Änderung des FNP zusammen. Unter anderem sei ein Ausgleich von wegfallenden Flächen notwendig. Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen haben die Ausgleichsflächen bereits erworben. Zum Argument des BLHV bezüglich der guten Bodengüte sagte er, ein Intensivobst-Anbau sei dort nicht möglich, da das Sonnenbühl von der Bergstraße und dem Baugebiet Haiden umgeben sei. Der Ausschuss entschied schließlich einstimmig, den Aufstellungsbeschluss erneut zu fassen. Nun folgt eine öffentliche Auslegung.

Der Satzungsbeschluss, den der Gemeinderat für den Bebauungsplan gefasst hat, könne erst veröffentlicht und gültig werden, wenn der Flächennutzungsplan entsprechend fortgeschritten sei, so Weckbach in der Ratssitzung.