Wer hat eigentlich das kleine Floß am Bodmaner Hafen gebaut, auf dem die Blässhühner nisten? Diese Frage stand im Raum, seit ein Foto vom Blässhuhn-Nachwuchs im SÜDKURIER erschienen ist. Es war Familie Weber aus Hindelwangen. Genauer gesagt: Anna-Lena Weber und ihre beiden Töchter Anjuli und Ava haben das Floß konstruiert.

Große Familie auf dem Minifloß.
Große Familie auf dem Minifloß. | Bild: Löffler, Ramona

Floß wurde im zweiten Jahr angenommen

„Ich kann einfach nicht wegschauen“, sagt die zweifache Mutter über ihr Engagement für Tiere. Momentan hätten sie auch Spatzen in der Aufzucht. Das Minifloß für die Blässhühner ist bereits im vergangenen Jahr entstanden, blieb 2019 aber noch leer, wie die Webers erzählen. Dieses Jahr haben es die Blässhühner angenommen und erfolgreich neun Eier ausgebrütet.

Erstes Floß beim Café Hasler

Das Floß am Hafen ist nicht das einzige und auch nicht das erste, das Anna-Lena, Anjuli und Ava Weber gebaut haben. 2018 sei das erste Floß entstanden und am Steg beim Café Hasler angebracht worden, um den Wasservögeln eine Alternative zum Nisten auf den Booten zu bieten.

Ihr Mann Tillmann Weber hebt hervor, dass seine Frau und die Töchter für das Projekt extra Material gekauft hätten. Damit die Flöße den Wellengang aushalten, hätten sie alles genau austariert.

Eine Terassenplatte war von der Größe her genau richtig, erklärt Anna-Lena Weber. Dazu kamen zwei Terrassen, damit die Küken gut hoch ...
Eine Terassenplatte war von der Größe her genau richtig, erklärt Anna-Lena Weber. Dazu kamen zwei Terrassen, damit die Küken gut hoch und runter kommen. Bild: Familie Weber | Bild: Familie Weber

Anna-Lena Weber erzählt, dass eine Terrassenplatte aus dem Baumarkt die Basis für das Floß sei. Diese habe genau die richtigen Maße. Ein angeschraubter Rand sorge dafür, dass das Nest bei Wellengang nicht herunterrutsche. Als Unterbau dient ein großer Schaumstoffkern, um alles über Wasser und stabil zu halten.

Aufstiegshilfen sind wichtig für Küken

Ein wichtiger Aspekt bei der Konstruktion seien außerdem zwei kleine Terrassen als Aufstiegshilfen für die Küken, erläutert die zweifache Mutter, die im Jahr 2008 aus Stuttgart nach Stockach gezogen ist. „Das ist wichtig, damit die Kleinen vom Wasser ins Nest kommen“, sagt sie und ergänzt aus eigenen Beobachtungen: „Das funktioniert auch gut.“

Damit alles stabil im Wasser schwimmt, erhielt das Floß diesen Unterbau. Bild: Familie Weber
Damit alles stabil im Wasser schwimmt, erhielt das Floß diesen Unterbau. Bild: Familie Weber | Bild: Familie Weber

Anna-Lena Weber hofft, dass die Miniflöße den einen oder anderen Stegbesitzer oder -betreiber dazu inspirieren, soetwas für die Wasservögel anzubieten, wenn die Nester auf den Booten unerwünscht sind. Je mehr Leute das machen würden, desto normaler wäre soetwas und desto mehr würden dann vielleicht folgen, glaubt sie. „Solche Flöße kann jeder leicht selbst machen“, versichert sie.

Die Konstruktion sei sehr stabil, brauche vielleicht nur mal irgendwann eine Ausbesserung. „Flöße wären überall unter Stegen möglich. Die Wasservögel gewöhnen sich schnell daran.“ Das Floß am Bodmaner Hafen ist so am Steg angebracht, dass es den Bootsverkehr nicht stört.

Weiteres Minifloß der DLRG im Hafen

Das schwimmende Zuhause am Hafen entstand übrigens als gezielte Alternative zum DLRG-Boot, auf dem hinten immer wieder Blässhühner ein Nest gebaut haben. Nachdem die Blässhühner in diesem Jahr tatsächlich auf das Floß gezogen sind, versuchten Haubentaucher ihr Glück auf dem roten Boot.

Dieses Minifloß hat die DLRG an den Steg gebunden – in der Hoffnung, dass die Haubentaucher vom DLRG-Boot dorthin wechseln.
Dieses Minifloß hat die DLRG an den Steg gebunden – in der Hoffnung, dass die Haubentaucher vom DLRG-Boot dorthin wechseln. | Bild: Löffler, Ramona

Die DLRG hat deshalb inzwischen wenige Meter vom Boot entfernt ein quadratisches Minifloß ins Wasser gesetzt. Bisher wollen die Haubentaucher das Boot aber noch nicht aufgeben.