Fehlende Grillfeste, fehlendes Seeschwimmen, eingeschränkte Möglichkeiten auch bei internen Angeboten – wie für andere Vereine auch sorgte die Pandemie zuletzt für viele Schwierigkeiten. Trotz finanzieller Sorgen gaben sich die Verantwortlichen aber in der jüngsten Hauptversammlung zuversichtlich. Sie fassten die erfolgten Aktivitäten zusammen und gaben Ausblicke für dieses Jahr. Vor allem die Ausbildung für professionelle Rettungseinsätze steht im Vordergrund. Auch Kinderschwimmkurse im Orsinger Freibad wird es wieder geben.

Finanziell sieht es eng aus

Schriftführer Alexander Daniel ging auf die finanzielle Lage ein. Zwar seien fehlende Geldeinnahmen teilweise vom Landesverband getragen worden, diese hätten aber nicht die sonst erwirtschafteten Mittel ersetzt. „Finanziell liefen wir auf absoluter Sparflamme und konnten gerade noch die nötigen Ausgaben stemmen, um den Einsatzbetrieb sicher zu stellen“, sagte er. Die Durchführung der Wasserrettung sei jedoch zu keinem Zeitpunkt gefährdet gewesen. Etwas Geld erhielt die Gruppe für die Corona-Teststation, die sie einige Wochen lang im Auftrag der Gemeinde betrieben hatte.

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Er berichtete auch aus dem Vereinsleben. „Vieles lief zunächst virtuell ab, aber die Praxisausbildung ist eben nur in Präsenzveranstaltungen darstellbar. Man konnte förmlich spüren wie ausgehungert die Teilnehmer waren und sich darauf freuten, endlich wieder etwas tun zu können.“ Der Verein wolle schließlich Leben retten und dazu müssen Mitglieder die Grundlagen beherrschen. „Dazu wollen und müssen wir junge Menschen für uns und den Verein gewinnen“, so Daniel. Im Bereich Ausbildung müsse man Fahrt aufnehmen. Er dankte Jugendleiterin Laura Koch, die in den vergangenen Jahren unermüdlich daran gearbeitet habe, dass die jungen Vereinsmitglieder an vielen Stellen eingebunden wurden und an kreativen Jugendveranstaltungen teilnehmen konnten.

Kurse und Veranstaltungen abgesagt

Auch der Vorsitzende Florian Hoyer ging auf die Ausbildungssituation ein. Kurse, vor allem die Sanitätskurse, hätten abgesagt und auf unbestimmte Zeit verschoben werden müssen. Erfreulich entwickelt habe sich dagegen das Jugendeinsatzteam, kurz JET-Team. Dieses hat Marcia Hirschle ins Leben gerufen. Sie arbeite überwiegend mit Jugendlichen an verschiedenen Bereichen der Wasserrettung, ohne danach eine Prüfung abzunehmen. Er betonte: „Dies wird sehr gerne angenommen, so haben es die Teilnehmer leichter für den Fall, in der Wasserrettung mit einzusteigen. Außerdem wird so eine wichtige Lücke zwischen Jugendlichen und Erwachsenen geschlossen.“

Hoyer berichtete, Veranstaltungen seien komplett zum Erliegen gekommen, Seeschwimmen und Grillfeste seien ausgefallen. 2020 wurden mit einem Grillzügle Grillwürste zum Mitnehmen verkauft. Weil sich der Erfolg jedoch sehr in Grenzen gehalten habe, gab es in 2021 keine Wiederholung. Trotz Pandemie fanden in den Sommermonaten Kinderschwimmkurse statt – einer in 2020 und zwei in 2021. Im Winter konnte das Kinderschwimmen nahezu durchgängig angeboten werden. Nur für die ganz Kleinen war es aufgrund der Hygienebestimmungen nicht umzusetzen, bedauerte er.

Spinde fertig, neuer Anstrich fürs Boot, neue Einsatzkleidung

Erfolge gab es bei vereinsinternen Projekten. Die Spinde für die Einsatzkleidung in der Wachstation sind fertig und das große Boot hat einen Neuanstrich und eine neue Beklebung erhalten. Ebenso kam ein sehr lang andauerndes Projekt zum Abschluss: Gemeinsam mit der Ortsgruppe Radolfzell beziehungsweise mit der Rettungshundestaffel hatten sich die Verantwortlichen vor einiger Zeit um geeignete Einsatzkleidung bemüht.

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Das sei nicht ganz einfach gewesen, erinnerte sich Florian Hoyer: „Die Materialstelle konnte keine Einsatzkleidung liefern. Deshalb haben wir in vielen Gesprächen mit diversen Firmen nach einem Modell gesucht, das den Anforderungen an Sicherheitsklassen, Material und auch der Farbgebung nach zu den gestellten Anforderungen passt.“ Fast zwei Jahre habe es gedauert, bis endlich die neue Einsatzkleidung bestellt und an alle aktiven Melderträger übergeben werden konnte.

Jürgen Keck, der Vorsitzende des DLRG Bezirks Bodensee-Konstanz (Dritter von rechts) dankte an der jüngsten Hauptversammlung den ...
Jürgen Keck, der Vorsitzende des DLRG Bezirks Bodensee-Konstanz (Dritter von rechts) dankte an der jüngsten Hauptversammlung den Geehrten (von links) Oskar Schmidt (50 Jahre), Sabrina Rus (10 Jahre), Alexandra Jahn (10 Jahre), Ramona Licina (25 Jahre), Rainer Tkacz und Rita Tkacz (beide 50 Jahre) für ihr ehrenamtliches Engagement. | Bild: Florian Hoyer

Die Einsatzkleidung bleibt Eigentum der Ortsgruppe Bodman und wird den Mitgliedern nur für die Dauer ihrer aktiven Zeit überlassen. Durch diese neue Regelung fällt der Eigenanteil für die Kleidung weg. Dadurch werde die finanzielle Hürde abgeschafft, aktiv am Rettungsdienst teilzunehmen, so Hoyer. Auch das Finanzierungskonzept war neu. Sponsoren unterstützten den Verein bei der Anschaffung.

Das ist 2022 geplant

In diesem Jahr soll wieder mehr Normalität einkehren. Der Vorsitzende machte klar: „Wir sind vorbereitet auf sieben Grillfeste. Die Kurse und Ausbildungen starten langsam wieder und sind gut gefüllt. Unsere Jugend wird weiterwachsen und das Jet-Team wird sicherlich mehr Zulauf bekommen. Auch ein Seeschwimmen ist in diesem Jahr wieder fest eingeplant.“

Ein Thema plage den Verein jedoch nach wie vor: die steigenden Kosten für Wartung, vor allem aber für Versicherungen und Kraftstoffe für die Boote und Fahrzeuge. Hoyer warb um Unterstützung: „Hier sind wir auch auf der Suche nach Sponsoren, die uns in diesem Bereich unterstützen können. Das finanzielle Loch, welches Corona bei uns hinterlassen hat, ist enorm.“