Vieles läuft rund bei der Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen. Zum Beispiel hat ein junges Team die Einschränkungen der Corona-Pandemie vorbildlich überstanden. Doch es gibt auch Sorgen bei der Wehr. Eine davon ist fehlender Platz in den Gerätehäusern. Während der Hauptversammlung berichteten die Verantwortlichen über das Jahr 2021. Uwe Hartmann gab dabei als Vertreter von Kreisbrandmeister Andreas Egger einige Einblicke in die anstehenden Aufgaben und Herausforderungen im Landkreis.

Zwei-Gruppen-Übungen wurden beibehalten

Die gute Nachricht kam zuerst: Christian Pichler, Abteilungskommandant in Ludwigshafen, freute sich über einen Altersdurchschnitt von 35 Jahren. Er beschrieb, dass sie die Zwei-Gruppen-Systematik aus der Corona-Hochphase bei den 53 Aktiven beibehalten hätten. Man könne gezielt üben und Einsatzszenarien klein halten, allerdings gehe die Kameradschaft leicht verloren. Dank Schrottsammlung, Ausflug, Ausbildungen, Dorfhock und Seefest habe man diese wieder festigen können.

Alle auf einen Bilck: (von links) Ingo Jäck, Steffen Bretzke, Frank Renner, Nicolas Paul, Sascha Lang, Andreas Eppler, Heinz Knobloch, ...
Alle auf einen Bilck: (von links) Ingo Jäck, Steffen Bretzke, Frank Renner, Nicolas Paul, Sascha Lang, Andreas Eppler, Heinz Knobloch, Tamara Ill, Glenn Trisner, Paul Mößner, Konstantin Koslov, Kevin Graf, Chrstian Übach, Marco Leiz und Christian Pichler, vordere Reihe von links: Annalena Reutlinger, Reiner Schmid, Annie Lotterer, Elina Lange, Janis Kaupert und Jeff Sprunk. | Bild: Claudia Ladwig

Er sei stolz auf die Mannschaft. „Bei uns schafft jeder gern, das Miteinander ist unser höchstes Gut. Kameradschaft und Flexibilität zeichnen uns aus.“ Auch ohne Werbung kämen weiterhin junge Mitglieder nach. Pichler appellierte: „Wir müssen das Feuer der Jungen beibehalten, ihnen Aufgaben geben, mehr Engagement zeigen und sie unterstützen. Wir zeigen die Zukunft auf, über die Ziellinie muss es die nächste Generation bringen.“

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Sein Dank galt den Zug- und Gruppenführern. Sie seien ihm eine große Hilfe, wenn er wegen Fraktions- und Gemeinderatssitzungen keine Zeit habe. „Frank Renner macht die meiste Arbeit, dafür bin ich sehr dankbar“, so Pichler. Auch Ingo Jäck, Abteilungskommandant Bodman, führte die Einsätze und Aktivitäten auf. Er dankte der Abteilung und dem Ausschuss. „Wir sind eine klasse Truppe und haben viel auf die Beine gestellt.“

Mehr Mädchen als Jungen bei der Jugendfeuerwehr

Dass es um die Jugend gut bestellt ist, teilte Jugendwart Nico Seemann mit. 26 Jugendliche, 14 Jungs und zwölf Mädchen hatten zehn Betreuer. Vier Jugendliche hätten Ende des Jahres zu den Aktiven gewechselt. „Wir haben jedes Jahr eine größere Liste, um den Kindern möglichst viel zu bieten.“ Auf sein Jugendleiterteam könne er sich stets verlassen, lobte er.

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In diesem Jahr gibt es sogar mehr Mädchen als Jungs bei der Jugendfeuerwehr. „Ein Wahnsinnstrend“, so Seemann, der wie auch Kommandant Steffen Bretzke der Gemeinde für die Unterstützung der Jugendfeuerwehr dankte.

Das Platzproblem wird immer schlimmer

Bretzke ging auf die ungelösten Probleme ein. Dazu zählen die Gerätehäuser. „In Ludwigshafen wird es langsam dramatisch in allen Ecken und Enden. Wir haben in jeder Fahrzeughalle Spinde untergebracht. Vor jeder Jugendprobe müssen wir Fahrzeuge rausfahren, es gibt überhaupt keinen Platz.“

Stefan Kienzler (links), Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Konstanz, überreichte Frank Renner (Mitte) eine Auszeichnung. Steffen ...
Stefan Kienzler (links), Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands Konstanz, überreichte Frank Renner (Mitte) eine Auszeichnung. Steffen Bretzke (rechts), Kommandant der Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen, gratulierte als Erster. | Bild: Claudia Ladwig

Die Feuerwehr platze aus allen Nähten, die Sicherheit sei ein Problem. „Aber gerade in Krisenzeiten ist es wichtig, den Bürgern Sicherheit zu bieten. Sie brauchen eine Anlaufstelle, wenn wirklich was passieren sollte. Dafür müssen wir ordentlich ausgestattet sein und auf Bedingungen reagieren können. Dazu gehört auch das Feuerwehrgerätehaus.“

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Personaltechnisch seien beide Abteilungen sehr unterschiedlich aufgestellt. In Ludwigshafen stiegen die Zahlen der Jugend und Aktiven, in Bodman seien sie eher rückläufig. Bretzke betonte: „Wir haben dort einen kleinen Ausschuss gebildet, der Konzepte zur Mitgliedergewinnung ausarbeitet. Inzwischen sind schon Neunjährige dabei.“ Die Jugendarbeit der vergangenen Jahre sei sehr gut gewesen, in Ludwigshafen seien mehr Jugendliche übergetreten als in Bodman.

Wehr muss sich auf aktuelle Krisen einstellen

Der Kommandant bestätigte: „Die Krisen halten uns auf Trab: Wetterextreme mit Hitze und Unwettern. Darauf müssen wir uns einstellen, aber auch Gedanken über Konzepte und Gerätschaften machen.“ Hinzu kämen die Energiekrise und Flüchtlinge. Vieles verändere sich. Dank der Beschaffung der Smartphone-App Alamos als Zusatzalarmierung seien die Mitglieder der Feuerwehr trotz Funkloch am See-Ende gut erreichbar.

Alle auf einen Bilck: (von links) Ingo Jäck, Steffen Bretzke, Frank Renner, Nicolas Paul, Sascha Lang, Andreas Eppler, Heinz Knobloch, ...
Alle auf einen Bilck: (von links) Ingo Jäck, Steffen Bretzke, Frank Renner, Nicolas Paul, Sascha Lang, Andreas Eppler, Heinz Knobloch, Tamara Ill, Glenn Trisner, Paul Mößner, Konstantin Koslov, Kevin Graf, Chrstian Übach, Marco Leiz und Christian Pichler, vordere Reihe von links: Annalena Reutlinger, Reiner Schmid, Annie Lotterer, Elina Lange, Janis Kaupert und Jeff Sprunk. | Bild: Claudia Ladwig

Bretzkes Dank an die Gemeinde gab Alessandro Ribaudo als stellvertretender Bürgermeister zurück. „Es ist eine super Zusammenarbeit. Wir fühlen uns mit euch sehr gut aufgehoben. Wir wissen, dass ihr dazu was benötigt.“ Das sei nicht nur ein finanzielles Problem. „Nächstes Jahr haben wir einen Bürgermeister-Wechsel, die Zeit ist knapp. Ob bis dahin die Weichen schon endgültig gestellt werden können, ist ungewiss“, so Ribaudo.

Neue Alarm- und Ausrückordnung

Auch Uwe Hartmann bedankte sich bei der örtlichen Feuerwehr. Er berichtete, dass Ende September eine Kommandanten-Dienstbesprechung anstehe. Dann solle auch die neue Alarm- und Ausrücke-Ordnung vorgestellt werden. Wegen der Ukraine-Flüchtlinge würden die Kreissporthallen beschlagnahmt, so Hartmann.

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Die Kameraden des THW seien langsam erschöpft. „Es wird immer wahrscheinlicher, dass andere Hilfsorganisationen sie unterstützen müssen, wenn weitere Hallen als Unterkünfte eingerichtet werden.“

Außerdem bereite man sich im Landkreis so gut wie möglich auf eine Gasmangellage vor. Eventuell könne es auch zu einer Strommangellage kommen. Und dann sei da auch noch Corona, zählte Hartmann auf.

Gleiche Zuschüsse bei höheren Baukosten

Stefan Kienzler, der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands, ging nochmals auf die Notwendigkeit größerer Gerätehäuser ein. Diese seien ein Thema bei vielen Feuerwehren. Momentan blieben die Zuschüsse gleich, die Baukosten stiegen dagegen extrem. Das Thema werde die Feuerwehr die nächsten Jahre begleiten.

Kienzler freute sich, Frank Renner das Deutsche Feuerwehr-Ehrenkreuz in Bronze anstecken zu dürfen. Dieser kam 2003 zur Feuerwehr, ist seit 2004 Jugendleiter, seit 2008 Ausschussmitglied, seit 2015 stellvertretender Abteilungskommandant und seit 2019 dank seines IT-Wissens und seiner fachlichen Kompetenz in der Drohneneinheit für die Ausbildung der Piloten zuständig.