Er ist so groß, dass ein Kran und zwei Bagger für die Bergung notwendig waren: Ein gewaltiger Stein kam vor Kurzem als Überraschung bei den Kanalbauarbeiten in der Talstraße zutage. Bürgermeister Matthias Weckbach informierte in der jüngsten Gemeinderatssitzung über den unerwarteten Fund.

Der Stein sei wohl von einem Gletscher in der Eiszeit mitgetragen worden. Er solle untersucht werden, um mehr über seine Ursprünge und Beschaffenheit herauszufinden, so Weckbach. Es sei geplant, ihn später auf der Schulwiese zu platzieren – einerseits als anschauliches Beispiel für die Eiszeit, andererseits auch als Spielstein für die Kinder.

Steine wie dieser heißen Findlinge

Solche großen Steine werden Findlinge genannt und sind nicht ungewöhnlich. Sie sind vielerorts zu sehen. Entsprechend der Entstehungsgeschichte solcher Steine erklärt die Internetseite www.steine-und-minerale.de: „Unter dem Begriff Findling werden große Blöcke aus Gesteinen zusammengefasst, die sich nicht am Ort der Entstehung befinden, sondern durch Gletscher über weite Distanzen zum Ablagerungsort verfrachtet wurden.“

Zur örtlichen Herkunft und Entstehung der Findlinge schildert die Internetseite: „In Kaltzeiten kam es auf der Nordhalbkugel immer wieder zur Bildung mächtiger, ausgedehnter Eismassen, die von Skandinavien kommend das Festland bedeckten. Durch den Druck der Eisauflast schmilzt an der Unterseite der Gletscher, gleich einer Schmierschicht, auf der das Eis gleiten konnte.“

Art des Gesteins kann Aufschluss über Herkunft geben

Fließe ein solcher Gletscher über das Gelände, werde die Landschaft dabei geprägt, heißt es weiter auf der Seite. Es komme zu Abschürfungen von Gesteinen und Lockermaterial. Zudem würden Gesteine aus Felsen getrennt. Der Gletscher transportiere dieses Material auf seinem Weg mit und es bleibe schließlich nach dem Abschmelzen des Eises liegen. An der Art des Gesteins lasse sich häufig die Herkunft erkennen, da dieses manchmal sehr markant sei.

Das könnte Sie auch interessieren