Der Bebauungsplan „Ost“ sorgte in der jüngsten Ratssitzung für Verwirrung im Gremium. Manchen war nicht ganz klar, was das Ziel der Verwaltung im Hinblick auf das Thema Mehrfamilienhäuser war. Außerdem kamen Bedenken auf.

Im Bereich dieses Bebauungsplans für ein seit langem bestehendes Gebiet oberhalb der Überlinger Straße (B31-alt) gibt es freie Flächen, die groß genug für Mehrfamilienhäuser wären. Es lag auch ein Antrag im Bauausschuss für ein Fünf-Familienhaus vor. Deshalb waren Rat und Ausschuss ausnahmsweise zuletzt zeitlich vertauscht, damit erst über den Bebauungsplan entschieden werden konnte.

Was beabsichtigt ist

Ziel der Verwaltung war es, dass beim Neubau von Mehrfamilienhäusern im Bereich „Ost“ der günstige Wohnraum entsprechend berücksichtigt wird. Dies erläuterte Hauptamtsleiter Stefan Burger in der Ratssitzung. Er sagte, dass dies die Wohnbaupolitischen Grundsätze der Gemeinde voranbringen würde, die 2018 beschlossen wurden. Es sei aber noch nicht ausgearbeitet, welche Grundstücke im Bereich des Bebauungsplans dafür anvisiert werden sollen. Dies solle geprüft werden. „Ein Entwurf könnte im Oktober vorgestellt werden“, so Burger.

Es entstand eine Diskussion mit vielen Rückfragen. Burger erklärte, dass noch nicht ganz klar sei, wie genau die Gemeinde alles hinsichtlich des Ziels regeln könnte. Es gehe zunächst um den Arbeitsauftrag, um das Thema anzugehen. Es sollen geeignete Flächen gesucht werden und es solle untersucht und geklärt werden, ob diese wirklich für Mehrfamilienhäuser festgelegt werden können.

Das könnte Sie auch interessieren

Meinungen aus dem Rat

Michael Koch (CDU) fand den Ansatz zwar gut, sah aber auch einen massiven Eingriff ins Private. Er befürchtete, dass teuer noch teurer werden würde und billig noch billiger. Bürgermeister Matthias Weckbach verwies auf die Bagatellklausel, die besagt, dass Sozialwohnungen erst bei mehr als vier Wohneinheiten greift.

Es kam auch die Meinung auf, dass der Bereich „Ost“ ein gewachsenes Gebiet mit Ein- oder Zwei-Familienhäuser sei, in den keine Häuserklötze passen würden. Petra Haberstroh (Freie Wähler) schlug vor, den Bebauungplan in „Ost I“ und „Ost II“ zu teilen. Burger sagte, dass das vielleicht ein Ergebnis der Überlegungen und Prüfungen sein könnte.

Koch sprach sich nach Debatte und näheren Erläuterungen des Vorhabens schließlich für den Arbeitsauftrag aus. Der Rat beschloss letztendlich bei einer Enthaltung, den Auftrag zu erteilen.

Nein zu einer Bauvoranfrage

Im Bauausschuss gab es dann eine Ablehnung für die Bauvoranfrage zu einem Fünf-Familienhaus in der Straße „Am Blütenhang“. Es stand zwar im Raum, den Punkt auf Herbst zu verschieben, aber Weckbach plädierte dafür, eine Bugwelle an Entscheidungen zu vermeiden, die das Gremium dann vor sich herschiebe. Er sah auch keinen Sinn darin, über die einzelnen Fragen der Bauvoranfrage zu sprechen. So gab es vorerst die gesamte Ablehnung.

Das könnte Sie auch interessieren