Freude, Erleichterung und Dankbarkeit prägten am Freitagmittag die Freigabe des Anlegestegs am Fuß der gesperrten Marienschlucht und eines Wanderwegs vom Steg über den Burghof nach Wallhausen. Damit sei eine erste große Etappe geschafft, sagte Matthias Weckbach, Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen, bei einem Pressetermin mit verschiedenen Beteiligten. Er hatte viel Lob für die gute Zusammenarbeit (siehe Kasten).

Video: Löffler, Ramona

Bei der Sanierung des Wanderwegs über den Burghof sei sehr viel Handarbeit notwendig gewesen. Es sei auch nicht einfach gewesen, diesen Termin zu halten, da es so viel geregnet habe. Doch diese erste Wegverbindung ist nun benutzbar und die Linienschifffahrt fährt ab Samstag, 3. Juli, den Steg wieder an, so dass es möglich ist, entweder von dort aus nach Wallhausen zu wandern oder umgekehrt von Wallhausen zum Schiffsanleger. Am 5. August ist auch noch ein Festakt mit Vertretern des Regierungspräsidiums und Ministeriums geplant.

Hier geht es vom Steg auf den Weg Richtung gesperrter Schlucht und dem wiedereröffneten Wanderweg nach Wallhausen über den Burghof.
Hier geht es vom Steg auf den Weg Richtung gesperrter Schlucht und dem wiedereröffneten Wanderweg nach Wallhausen über den Burghof. | Bild: Löffler, Ramona

Laut Sandra Domogalla, Leiterin der Tourist-Info, gibt es eine vorgeplante Rundtour mit Schiff, Wanderung, nochmal Schiff und Zug.

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Plan für die Schlucht selbst ist klar

„Es geht nun Schritt für Schritt weiter nach vorne“, sagte Weckbach im Hinblick auf weitere Arbeiten. In den kommenden Jahren solle stückweise mehr geöffnet werden können. Außerdem hatte er die positive Nachricht dabei, dass der anvisierte Weg durch die Schlucht auf einem Steg in zehn Metern Höhe bei einem Fachbehörden-Termin gut angekommen sei. Am unteren Ende der Schlucht soll dann am früheren Kiosk-Standplatz ein Treppenturm die Höhendifferenz zwischen Steg und Boden überbrücken. Der Weg auf der Zehn-Meter-Linie werde also kommen, so Weckbach. Alle stünden dahinter.

Hier stand einmal der Kiosk am Fuß der Marienschlucht. Hinter der kleinen Tür, wo früher das Kiosk-Lager war, wird ein Fledermausquartier eingerichtet.
Hier stand einmal der Kiosk am Fuß der Marienschlucht. Hinter der kleinen Tür, wo früher das Kiosk-Lager war, wird ein Fledermausquartier eingerichtet. | Bild: Löffler, Ramona

Der alte Treppenweg in der Schlucht, der beim Erdrutsch im Jahr 2015 teilweise zerstört worden ist, werde dann entfernt, so dass der Bach in der Schlucht wieder freigelegt und vom neuen Weg in der Höhe sichtbar sein werde. Dies diene dann auch als naturschutzrechtliche Ausgleichsmaßnahme.

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Manfred Rettich, dessen Firma beim Neubau des Anlegers mit einem höhenverstellbaren Teil federführend war, erzählte, wie oft rund um den See gefragt werde, wann endlich die Marienschlucht wieder auf mache.

Manfred Rettich von Stahlbau Rettich
Manfred Rettich von Stahlbau Rettich | Bild: Löffler, Ramona

Der Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt nannte die Marienschlucht, die im Wald des Gräflichen Hauses liegt, ein besonderes Stück Natur. Es sei auch eine Herzensangelegenheit der Konstanzer, alles wieder begehbar zu machen. Er bedankte sich bei Weckbach: „Dass wir hier stehen, haben wir ihm zu verdanken“, betonte Burchardt und sagte zum ersten Wegstück: „Wir freuen uns alle sehr.“

Wilderich Graf von und zu Bodman, Matthias Weckbach (Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen) und Uli Burchardt (Oberbürgermeister von Konstanz)
Wilderich Graf von und zu Bodman, Matthias Weckbach (Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen) und Uli Burchardt (Oberbürgermeister von Konstanz) | Bild: Löffler, Ramona

Großes Lob für Matthias Weckbach

Ludwig Egenhofer, CDU-Gemeinderat und Bürgermeisterstellvertreter in Allensbach, hob ebenfalls die Arbeit von Matthias Weckbach hervor, der mit Herzblut für die Marienschlucht kämpfe. Er schlug vor, wenn einmal alles fertig sei, irgendwo ein Stück nach Weckbach zu benennen – schließlich habe dieser den Bach bereits im Namen. Weckbach zeigte sich allerdings bescheiden: „Der Erfolg hat viele Väter.“

Ludwig Egenhofer, Allensbacher Bürgermeisterstellvertreter
Ludwig Egenhofer, Allensbacher Bürgermeisterstellvertreter | Bild: Löffler, Ramona

Für Wilderich Graf von und zu Bodman war dies nicht die erste Einweihung. Er blickte auf verschiedene Termine bei der Marienschlucht im Lauf der Jahrzehnte sowie deren Geschichte zurück. Er wünsche sich, dass die Wege bald wieder so begehbar werden, wie es vor rund 100 Jahren gedacht gewesen sei.

Uferweg nach Wallhausen bleibt immer gesperrt

Neben dem Gräflichen Haus gehört auch Forst BW ein Teil des Waldes. Forstbezirksleiterin Verena Dorsch hatte die Nachricht dabei, dass der Seeuferweg nach Wallhausen, auf dem viele umgestürzte Bäume liegen, zwar nie wieder geöffnet werde, aber eine alternative Wegführung angestrebt werde. Der Staatsforst sehe das Projekt Marienschlucht als sehr wichtig an.

Vom Schiffsanleger am Fuß der Marienschlucht in Richtung Bodman ist diese Sperrung. Der Uferweg darf wegen Gefahren nicht benutzt werden.
Vom Schiffsanleger am Fuß der Marienschlucht in Richtung Bodman ist diese Sperrung. Der Uferweg darf wegen Gefahren nicht benutzt werden. | Bild: Löffler, Ramona

Viele missachten die Gefahren

Die Marienschlucht selbst und die Uferwege bleiben weiterhin wegen Lebensgefahr gesperrt. Alles ist entsprechend mit großen Toren, Bauzäunen und neongelben Bannern abgesperrt.

Dennoch wissen zum Beispiel Förster Alexander Fischer und Ortsbauamtsleiter Ralf Volber aus Erfahrung, dass diese Sperrungen immer wieder missachtet werden.

Die erste Sperrung der eigentlichen Marienschlucht an deren Fuß. Ein Stück weiter hinten steht ein großes neongelbes Banner auf einem Bauzaun und wer beides missachtet, landet am massiv vergitterten Eingang zur Schlucht.
Die erste Sperrung der eigentlichen Marienschlucht an deren Fuß. Ein Stück weiter hinten steht ein großes neongelbes Banner auf einem Bauzaun und wer beides missachtet, landet am massiv vergitterten Eingang zur Schlucht. | Bild: Löffler, Ramona

Besonderheiten des wiedereröffneten Weges

Zudem stehen auch weitere Hinweisschilder, die auf die Gefahren oder die Beschaffenheit des nun wieder offenen Weges hinweisen. Es sei eine anspruchsvolle Strecke, die gutes Schuhwerk erfordere. Sandra Domogalla und Alexander Fischer erzählten, dass alles der Natur angeglichen sei. So führe der Weg an einer Stelle durch das Wasser eines Bachs und riesige Baumstämme seien so bearbeitet, dass man durch eine große Kerbe klettern müsse.

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