Die Idee kam gut an, brachte aber wenig Einnahmen: Der DLRG Ortsverband Bodman-Ludwigshafen hatte aufgrund der Corona-Krise über den Sommer statt der üblichen Grillfeste ein wöchentliches Grillzügle im Bodmaner Uferpark. Die Besucher konnten das Essen und Getränke in Flaschen mitnehmen. „Uns war es wichtig, etwas anzubieten. Wir wollten etwas machen, damit etwas stattfindet“, sagt Michael Koch, stellvertretender Vorsitzender. Der Vorsitzende Florian Hoyer ergänzt: „Wir waren ziemlich der einzige Verein in Bodman, der etwas gemacht hat. Die Leute haben sich gefreut.“

Der Erlös aus den Grillfesten fließt eigentlich in die Unterhaltung oder Neuanschaffung von Rettungsgeräten. In diesem Jahr fehlt nun Geld. Wie viel genau dieses Jahr übrig bleibt und wie groß das Loch in der Kasse sein wird, weiß er noch nicht: „Wir haben noch nicht alle Rechnungen.“

Ausgaben versus Einnahmen

Es seien hauptsächlich Bodmaner zum Grillzügle gekommen, das von Mitte Juni bis Ende August donnerstags im Uferpark stand, so Hoyer. Der Besucherstrom habe sich ganz gut verteilt. „Im Rahmen dessen, was möglich war, ist es gut angekommen“, fasst Hoyer zusammen. Allerdings habe die DLRG im Vergleich zu einer normalen Grillfestsaison nur einen Bruchteil umsetzen können.

Michael Koch (links) und Florian Hoyer vor der Garage mit den Rettungsfahrzeugen. Die Wasserrettung auf weiten Teilen des Bodensees ist ihre Hauptaufgabe. Sie fahren aber auch zu Einsätzen am Steißlinger See oder dem Untersee.
Michael Koch (links) und Florian Hoyer vor der Garage mit den Rettungsfahrzeugen. Die Wasserrettung auf weiten Teilen des Bodensees ist ihre Hauptaufgabe. Sie fahren aber auch zu Einsätzen am Steißlinger See oder dem Untersee. | Bild: Claudia Ladwig

Unter anderem habe der Getränkeumsatz gefehlt, der entsteht, wenn die Leute zum Essen an den Tischen sitzen. Die Fixkosten durch das Hygiene-Konzept am Grillzügle seien höher als sonst gewesen. Die DLRG-Einsatzkräfte mussten Masken, Handschuhe und Plexiglasscheiben kaufen, um alle Vorgaben zu erfüllen.

Es seien dieses Jahr durch das andere Konzept aber weniger Helfer gebraucht worden. Vorbereitung und Aufbau seien schneller gewesen. „Wir hatten das Grillzügle in 15 Minuten auf- und später abgebaut“, erzählt Koch. Bei einem Fest dauere alles deutlich länger.

Warum es nicht mehr Abende gab

Einen der Abende hatte die DLRG aufgrund des schlechten Wetters im Vorfeld abgesagt. Wenn das Wetter sonst mal nicht so gut war, habe sich das durch weniger Leute am Grillzügle bemerkbar gemacht, so Koch. Auf die Frage nach einer möglichen Verlängerung des Grillzügles bis Ferienende, erklären Hoyer und Koch, dass das aus logistischen Gründen nicht möglich gewesen sei. Einerseits habe es viele Abende gegeben und andererseits braucht Michael Koch den langen Traktoranhänger jetzt für die Obsternte in seinem Hauptberuf.

Zudem seien Feste nicht die Kernaufgabe der DLRG. Der Aufwand sei groß. Koch erzählt aber, dass manche Leute überrascht seien, wenn sie hören, dass die DLRG über eine Dauer von rund zwei Monaten jede Woche ein Fest mache.

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Wie es nun weiter geht, da Geld fehlt

Nun ist also die Grillzügle-Saison vorbei und der DLRG fehlt Geld, weil sie eigentlich jedes Jahr mit den Einnahmen aus den Festen rechnet. Wie geht es nun weiter? „Für uns ist das ein Problem, weil wir damit Sachen beschaffen müssen“, sagt Florian Hoyer. „Neuanschaffungen verschieben wir, aber es gibt Sachen, bei denen das nicht geht.“

Aus den Einnahmen werde auch der Zweckbetrieb finanziert, also Fixkosten für den Unterhalt der Rettungsfahrzeuge, -boote, -wache und -mittel. Hinzu komme, dass es dieses Jahr durch den Corona-Lockdown weniger Einsätze oder Sicherungsdienste bei Festen gegeben habe, die die DLRG abrechnen könne.

Einsätze können normal stattfinden

Koch versichert aber: „Rettungseinsätze werden dadurch nicht beeinträchtigt. Die Einsatzfähigkeit können wir immer aufrecht erhalten.“ Ein Jahr sei überbrückbar. „Wir hoffen, dass nächstes Jahr wieder alles normal ist“, sagt Koch. Hoyer fügt hinzu: „Wir wären bei schönem Wetter überrannt worden. Die Feste waren immer voll.“ Die DLRG Bodman-Ludwigshafen hofft nun auf eine Förderung des Landes Baden-Württemberg für Vereine. Es bleibe bis Jahresende abzuwarten, wie sich alles entwickele, so Koch.

Schwimmkurse mussten ausfallen

Die Corona-Krise hatte auch noch die Auswirkung, dass die Schwimmkurse für Kinder nicht stattfinden konnten. „Uns als Verein tut das mit am meisten weh“, sagt Koch. Das betreffe rund 40 Kinder im Alter ab fünf Jahren, so dass es eigentlich nächstes Jahr rund doppelt so viele gäbe, die schwimmen lernen wollen, fasst er zusammen. Denn es solle wieder Kurse geben, sofern das möglich sei.

Ein anderer Verein, der sich etwas als Alternative ausgedacht hat, ist der Musikverein Ludwigshafen. Er hatte zwei mal eine Cocktail-Aktion, bei der es eine Lieferung auf Vorbestellung gab. Jetzt probe der MV im Freien. „Es ist für alle Vereine eine schwierige Zeit“, fasst Koch zusammen.

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