Nach vielem Hin und Her hat die aufsehenerregende Dame namens Yolanda von Miriam Lenk endlich ihren Platz gefunden. Seit Samstagabend steht sie vor dem Restaurant Aquarama in Ludwigshafen auf dem Grundstück von Winfried Kountz. Ihre Vorderseite ist dem Zollhaus zugewandt, sodass die Gäste des Restaurants die linke Seite der Skulptur bewundern dürfen. Miriam Lenk bezeichnet genau diese Seite als „Yolandas Schokoladenseite“, die sie den Gästen bieten möchte.

Bevor die Skulptur jedoch ihren festen Platz erhielt, musste sie zuerst einmal von Bodman nach Ludwigshafen transportiert werden. Clemens Mauch, der Kapitän der MS Großherzog Ludwig, erklärte sich bereit, Yolanda mit dem Schiff eine gebührende Überfahrt zu ermöglichen. Für ihn sei Yolanda eine Bereicherung und so habe er Miriam Lenk die Schifffahrt nur allzu gerne schenken wollen. „So etwas erlebt man nicht alle Tage. Es ist für mich etwas ganz Besonderes.“, freute sich der Kapitän, kurz bevor das Schiff ablegte. Yolanda bekam einen Ehrenplatz am Bug des Schiffes und war dort in ihrer vollen Pracht für jeden gut zu sehen. Für den Kapitän bedeutete die zusätzliche Fracht trotz beachtlicher Größe und Gewicht keine Schwierigkeiten.

Aber nicht nur die Überfahrt musste organisiert werden, auch die Montage und der Aufbau erforderten tatkräftige Unterstützung. Diese erhielt die Künstlerin Miriam Lenk von der Firma Rettich aus Bodman. Sie halfen sowohl Yolanda auf das Boot zu laden und dort sicherzustellen, dass sie einen festen Stand hatte, als auch beim Abladen und dem Aufstellen an ihrem neuen Standort. Manfred Rettich hat schon einige Aufbauten der Lenk-Künstler betreut und ist somit ein „alter Hase“ in dem Metier. „Wir hatten gute Voraussetzungen für unsere Arbeit. Da die Künstlerin ihre Statue besser kennt als jeder andere, konnte sie uns alle notwendigen Anweisungen geben“, erklärte Manfred Rettich ganz gelassen.

Sowohl während der Schifffahrt als auch am Tag darauf, während der Einweihung, herrschte strahlender Sonnenschein. Diejenigen, die eine Einladung erhielten, um an der Schifffahrt teilzunehmen, wurden dort mit Sekt und Musik verwöhnt und durften die heitere Stimmung in sich aufnehmen. Manche Gäste kamen nur für diesen Anlass für ein Wochenende an den See. Dazu gehörten auch Doris Flachsmann und Ulrike Felis. Sie waren extra aus Schwäbisch Hall angereist, um die Einweihung der Yolanda miterleben zu dürfen. Das Ehepaar Gerber aus Radolfzell hingegen kannte die Künstlerin erst ein paar Tage, als sie zur Veranstaltung eingeladen wurden. "An unserer Hausfassade ist die Europaskulptur von Herrn Lenk angebracht", verriet Herbert Gerber. Seine Frau Helga Gerber ergänzte: "Die Skulptur der Yolanda gefällt uns sehr gut.

<p>Die Gerbers aus Radolfzell sind bekennende Verehrer der Lenk-Kunst und genießen die Fahrt auf der Großherzog Ludwig.</p>

Die Gerbers aus Radolfzell sind bekennende Verehrer der Lenk-Kunst und genießen die Fahrt auf der Großherzog Ludwig.

Sie ist ein Zeichen im Kampf gegen den Schlankheitswahn." Man müsse übertreiben, um Aufmerksamkeit für eine Sache zu erregen. Bei der offiziellen Einweihung am Sonntagmorgen wurden Reden gehalten, moderiert von Bernd Kaiser von den Kunstfreunden Bodman-Ludwigshafen. Bürgermeister Matthias Weckbach sprach über Yolandas Vorgeschichte. Dabei erwähnte er mehrmals den verstorbenen Bernd Weber und wie sehr er sich über den heutigen Tag gefreut hätte. Zugleich rief er die Bürger auf, zu spenden, da ein Drittel der Kosten, die für die Erhaltung der Yolanda aufgekommen waren, noch nicht gedeckt seien.

Auch in der Rede von Graf Wilderich von und zu Bodman bekam Yolanda viele Komplimente. Der Graf schloss mit den Worten, dass sie vor allem Spaß bringe und trotzdem die Würde der Frau wahre. Zum Abschluss sprach die Autorin Ohling von Haken in einer Analyse über die Reize der Skulptur und die Botschaft der Geschlechtlichkeit und selbstbewussten Weiblichkeit, die sie überbringen sollte. Miriam Lenk war ihre Freude anzumerken. Sie konnte sich vor lauter Gratulanten kaum retten. „Ende gut, alles gut, würde ich hier nur sagen“, bringt sie mit knappen Worten, aber einem breiten Lächeln im Gesicht das Geschehene auf den Punkt.

Die Vorgeschichte

Die Aufstellung der Skulptur Yolanda am Hafen von Bodman vergangenen Sommer hat für Freude bei Touristen und für Diskussionen im Gemeinderat gesorgt. Dieser entschied sich im Oktober, nachdem die dreimonatige Probephase von Yolanda zu Ende gegangen war, gegen den Ankauf und dauerhaften Verbleib der Figur in Bodman. Zuletzt hat der Gemeinderat im März dieses Jahres abgelehnt, Yolanda in Bodman aufzustellen. Der Verein der Kunstfreunde Bodman-Ludwigshafen hat sich mit großem Engagement erfolgreich dafür eingesetzt, einen dauerhaften Platz für Yolanda zu finden.

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