Bei der Wieberfasnet der Bodmaner Bosköpfe haben im rappelvollen Seeum über 200 frohgelaunte Frauen in fantasievoller Verkleidung die Halle gerockt. Süße junge Schoko-Bons, Badenixen, aus Zylindern springende Zauberhasen, Hexen, Hummeln, Clowns und mehr blicken nun auf eine glückselig schöne, kunterbunte und von Verena Tabor und ihrem Team bestens organisierte Wieberfasnet zurück. Große Begeisterung ernteten drei Show-Tanz-Gruppen mit ihren brillanten Choreografien: die Tanzmädels aus Ludwigshafen legten in Kostümen à la Moulin Rouge akrobatisch ausgeschmückte Can-Can-Tänze aufs Parkett. Die Scoops aus Zizenhausen bewegten sich im Spielhöllen-Flair von Las Vegas, und die Gardemädchen von der Reichenau wirbelten als Lollipops zum Gassenhauer "Ich will keine Schokolade" genauso munter über die Bühne wie kürzlich bei der Fernseh-Fasnet im Konstanzer Konzil. Enthusiastischen Beifall mit Fußgetrappel ernteten alle, und alle drei Gruppen wurden ohne Zugaben nicht von der Bühne gelassen.

Als Holländerinnen präsentierten sich die Sektwieber der Bosköpfe. "An einem Jubiläumsfestumzug sind wir als Sektflaschen 'Baron de Bodman' mitgelaufen, seither trinken wir bei Narrentreffen ausschließlich Sekt", erklärte Hildegard Mautz, warum man sie auch in anderen Verkleidungen "die Sektwieber" nennt. Als Popkorn aus der Tüte amüsierten sich vier Ludwigshafenerinnen in rot-weißen Röckchen, und als duftiges Schaumbad agierte eine Mädchengruppe. "So schöne Kostüme überall", bemerkte die Bodmanerin Martina Niehl, deren schwarze Boa beim Tanzen ordentlich Federn ließ. Es wurde getanzt, gesungen, gestaunt, gelacht und geklatscht.

Die sowieso schon tolle Stimmung wurde von Chris Metzger zusätzlich ordentlich angeheizt. Metzger, bekannt von Veranstaltungen wie dem Schlagerstadel in Friedrichshafen, hatte neben seinem Instrumentarium wie Keyboard, Alphorn und Akkordeon auch ein breites Spektrum an wandelbaren Gesangseinlagen im Repertoire. Als Moderatorin glänzte Diana Blessing. Ein großes Kompliment gebührt auch den Männern vom Narrenrat, die im Häs von Kellnern wirteten. Galant, umsichtig und charmant durchpflügten sie unerschrocken mit Tabletts voller Speisen und Getränke die geballte Frauenpower. "Schatzi, schenk mir ein Foto", sang Chris Metzger und animierte zur Polonaise, die sich als stetig anwachsender Tatzelwurm munter durch die Tischreihen schlängelte und sich vor der Bühne zum allgemeinen ausgelassenen Tanzvergnügen auflöste. Edel wirkende Vampiretten vergnügten sich mit einer Gruppe Kuchenstücke und zwei grüne Nixen mischten sich unter schöne Nenzinger Hexen.