Drohne ja, Pinsel nein: In einem Vortrag räumte Georg Häußler, Geschäftsführer der Grabungsfirma Archaeotask, mit falschen Bilder von der archäologischen Arbeit auf. Heutzutage sei die modernste Technik im Einsatz. So helfen zum Beispiel Drohnenbilder bei der Entstehung von Siedlungsplänen und Computerprogramme können dreidimensionale Bilder von Grabungsfeldern erschaffen.

Moderne Techniken

Häußler erklärte verschiedene Arten der Prospektion, der Methode, um festzustellen, ob Funde im Boden liegen. Außerdem erklärte er Techniken wie die Blockbergung, bei der zum Beispiel Brandbestattungen mit zerbrochenen Gefäßen eingegipst und später im Labor untersucht werden.

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Er betonte die Bedeutung der Archäobotantik. Diese sei „eine nicht zu unterschätzende archäologische Quelle“, denn gefundene Körner, Samen oder Ähnliches können Aufschluss darüber geben, wie Menschen vor tausenden von Jahren gelebt und gegessen haben.

Archäologie und Bau Hand in Hand

Er sagte auch ganz klar, dass Archäologen keine Baustellen aufhalten wollen, sondern Dinge für die Nachwelt erhalten. Inzwischen seien archäologische Untersuchungen immer in den Bauablauf eingetaktet. Teilweise werde sogar parallel gearbeitet.

Das seltsame Gebilde ist ein Messer, das im Baugebiet Haiden gefunden wurde.
Das seltsame Gebilde ist ein Messer, das im Baugebiet Haiden gefunden wurde. | Bild: Löffler, Ramona

So sei es im Ried in Bodman beim Bau einer Obsthalle gewesen. Die Archäologen nahmen sich zuerst den Stellen an, wo die Baufirma anfangen musste. Bürgermeister Matthias Weckbach bemerkte dazu, dass die Kreisarchäologie eigentlich eine Wirtschaftsförderung sei, weil es dann schneller vorangehe.

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Haiden und Ried

Im Rückblick auf Haiden und Ried erklärte Häußler, dies seien „zwei hochspannende Grabungen“ gewesen. Im Gewerbegebiet Ried in Bodman seien durch Pfostenlöcher, die sich als Verfärbungen im Boden zeigten, sehr langgeformte Hausgrundrisse sichtbar geworden. Im Baugebiet Haiden in Ludwigshafen kamen viele Strukturen aus verschiedenen Zeitepochen von der Bronzezeit bis ins Mittelalter ans Licht. Bronzezeit-Funde seien neu gewesen.