Er ist rund 15 Kilogramm schwer und hilft im Erstfall, Leben zu retten: Die DLRG-Ortsgruppe Bodman-Ludwigshafen hat nun einen fünften Notfallrucksack. Da die Ehrenamtlichen aus der Seegemeinde in diesem Seebereich sowie Richtung Marienschlucht die ersten vor Ort sind, sind sie sehr froh darüber. So ist jetzt in jedem Fahrzeug und Boot einer der wichtigen Rucksäcke im Einsatz dabei.

Wozu der Rucksack nötig ist

Und was ist das Besondere an ihnen? Es sei alles drin, was Ersthelfer beziehungsweise Ärzte vor Ort benötigen, sagt Michael Koch, der stellvertretende Vorsitzende der Ortsgruppe. „Wir sind oft als erste vor Ort“, erklärt er. Die DLRG-Kräfte dürften zwar nicht selbst intubieren oder Zugänge legen, aber falls zufällig ein Arzt am Ufer vor Ort sei, habe dieser direkt alle notwendigen Ausrüstungsgegenstände. „Die Ärzte wissen das und melden sich auch“, sagt Koch. Im Rucksack sind zum Beispiel Halskrausen, Sauerstoffmasken, Verbandsmaterial, Zugänge und vieles mehr, was Leben retten kann, bis Notarzt und Krankenwagen eintreffen.

So sieht der Inhalt eines Rettungsrucksacks aus. Die Einsatzkräfte dürfen nur einen Teil selbst verwenden, aber wenn ein Arzt vor Ort ist, hat er alles, was er für die Erstversorgung braucht – zum Beispiel, um einen Zugang zu legen oder um zu intubieren.
So sieht der Inhalt eines Rettungsrucksacks aus. Die Einsatzkräfte dürfen nur einen Teil selbst verwenden, aber wenn ein Arzt vor Ort ist, hat er alles, was er für die Erstversorgung braucht – zum Beispiel, um einen Zugang zu legen oder um zu intubieren. | Bild: Löffler, Ramona

Koch erzählt, dass sich bei der Wasserrettung vieles geändert habe. Die zu Rettenden würden heute auf einem Spine-Board aus dem Wasser geholt. Das sind spezielle Bretter zur Stabilisierung eines Verletzten. Es finde auch direkt eine Erstversorgung auf dem Boot statt, da die Wasserretter Sanitäterausbildungen haben. Früher als er bei der DLRG angefangen habe, seien Verunglückte einfach aus dem Wasser gezogen und erst an Land versorgt worden. Das Niveau sei inzwischen gestiegen.

Er umschreibt es so: „Was der Landrettungsdienst auf dem Land macht, macht die DLRG auf dem Wasser.“ Anders als bei anderen Rettungsdiensten sei es aber so, dass nicht alle Patienten weitergegeben werden müssen. Nicht alle seien verletzt und deshalb erhalte die DLRG dann auch keine Pauschale von der Krankenkasse, erklären Koch und der Vorsitzende Florian Hoyer.

Mit dem Geld ist es nicht einfach

Für die DLRG-Gruppe alleine wären Anschaffungen wie der Rettungsrucksack, der mehrere tausend Euro kostet, nicht stemmbar. Die Ortsgruppe finanziert ihre Arbeit und die Unterhaltung ihrer Fahrzeuge, der Boote, der Wache und aller Rettungsgeräte durch die Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse. Vieles bei der Instandhaltung geschehe in Eigenleistung. Der neue Notfallrucksack kam vom Ernst und König-Sozialprojekt „Herzenssache“ zur DLRG. „Für uns war entscheidend, dass die DLRG so viel ehrenamtlich macht“, sagt Rüdiger Boss, der die Mittel für den Rucksack überreicht hat. „Das wollten wir unterstützen.“

Boss hob zum Beispiel hervor, dass der Schwimmunterricht mit mehreren Gruppen, den die DLRG-Ortsgruppe gibt, bemerkenswert sei. Jetzt während der Corona-Krise gehört der Schwimmunterricht allerdings zu den Dingen, die nicht stattfinden dürfen.

Die DLRG-Ortsgruppe ist rund ums Jahr sehr aktiv. Sie sichert zum Beispiel das Eisschwimmen ab und organisiert im Sommer Grillfeste im Bodmaner Uferpark.