Ludwigshafen – Der Erfolg von mittlerweile 13 Kunstausstellungen mit wechselnden Kunstschaffenden des Internationalen Bodenseeclubs Nördlicher Bodensee (IBC Sektion Bildende Künste Überlingen) im historischen Zollhaus in Ludwigshafen setzte sich am Wochenende fort. 24 Kunstschaffende vom Bodensee, aus dem Allgäu und Schwarzwald präsentierten ein breites Spektrum zeitgenössischer Kunstformen.

Wie nur wenig andere Vereinigungen steht der IBC für eine kontinuierliche Förderung von Kunst und Kultur im Bodenseeraum, die immer größere Dimensionen annimmt und inzwischen den Charakter einer Art Documenta am See trägt. Künstler erhalten im Zollhaus eine Plattform zur Präsentation ihrer Arbeit und zur Kommunikation auf persönlicher Ebene. Alle Ausstellenden sind Meister ihres Fachs. Sie zeigen einen virtuosen Umgang mit ihrem Material, eine mitunter überbordende Fantasie und die höchste Beherrschung des künstlerischen Vokabulars.

Viele Besucher bei der Vernissage

Bereits bei der Vernissage am Freitagabend drängten sich die Besucher in dichten Reihen durch die auf drei Stockwerken stattfindende Ausstellung, die am Sonntagabend zu Ende ging und die beim kunstliebenden Publikum einmal mehr große Aufmerksamkeit fand. Darüber freute sich auch Bürgermeister Matthias Weckbach in seinen Begrüßungsworten, der die bisherige Leiterin der Sektion Überlingen, Silvia Jungmann, mit einem Blumengebinde ehrte und ihre Nachfolgerin, Martina Fischer, willkommen hieß.

Der Kunsthistoriker Kornelius Otto brachte es als Laudator auf den Punkt: "Kunst und Publikum gehören zusammen wie Luft und Atmen. So wie die Farbe das Licht braucht, um überhaupt wahrgenommen zu werden, so braucht die Kunst das Publikum, um Wirkung erzielen zu können. Die Aufgabe des Künstlers ist es, mit seinen Mitteln eine wie auch immer geartete Aufgabe zu lösen und eine Aussage zu dem gestellten Thema zu treffen. Seine vornehmste Aufgabe ist es, sein Thema zu formulieren und ihm mit dem gewählten Material Formen zu verleihen. Das künstlerische Herangehen unterscheidet sich in keiner Weise von dem, was sonst auf der Welt passiert, es ist keine Messe für 'Bodenseekunst'. Es herrscht hier wie dort der Geist der Pluralität, der Vielfalt, der Freiheit. Andersherum: die Künstler mit dem zufälligen Wohnort um den Bodensee sind Teil der Weltkunst."

Der Laudator betonte, dass die zeitgenössische Kunst die Pluralität an künstlerischen Gattungen, Themen und Ausdrucksweisen kennzeichne. Jeder Künstler vertrete eine individuelle Position, die Auswahl des künstlerischen Ausdrucksmittels unterliege zudem keiner Beschränkung durch einen etwaigen künstlerischen Zeitgeist.

Die Bildende Kunst, so Kornelius Otto, habe die Eigenschaft, etwas materiell Bleibendes zu schaffen, etwas, das man mitnehmen könne, etwas, das einen Wert besitze, nicht nur im Materiellen, sondern auch im Geistigen.

Werke mit Hintersinn

Seit 13 Jahren veranstaltet der Internationale Bodenseeclub (IBC) – Sektion Nördlicher Bodensee mit Sitz in Überlingen – im Zollhaus Ludwigshafen seine Kunstmesse, die jedes Mal große Aufmerksamkeit in Kunstkreisen findet. In der Ausstellung werden gesellschaftskritische Themen, Philosophisches, Witz, Ironie und Hintersinniges präsentiert. Alles in allem wird ein Überblick der Kunst in der Region mit zeitgenössischem Charakter von grafischen Arbeiten über Malerei, Fotografie, Papier- und Textilarbeiten bis zu Skulpturen gezeigt. (fws)