Die Straße "Im Gries" in Bodman hat ein großes, buntes Farbenmeer vor der Hausnummer 14. Dort blüht die Reichenauer Blütenmischung – eine Bienenwiese. Unzählige Insekten tummeln sich dort und immer wieder bleiben Passanten stehen, schauen die Blumen an und fotografieren sich mit ihnen. Barbara Gittner-Tielsch sorgt jedes Jahr dafür, dass diese Wiese in aller Pracht erblüht. Diese ist dann auch eine künstlerische Inspiration für Kinder aus der Nachbarschaft, die bei der Museumpädagogin in den Ferien ein Mal pro Woche zum Malen kommen. Lara wohnt in der Straße, Julia, Ferdinand, Luisa und Max besuchen ihre Großeltern. "Wer gerade da ist, kommt zum Malen," erzählt Barbara Gittner-Tielsch. "Das ist ein Ferienhöhepunkt für die Enkelkinder rundherum." Sie kennt die Nachwuchskünstler im Alter von sieben bis elf bereits seit vielen Jahren und sagt, dass es toll sei, die Entwicklung bei ihnen zu sehen.

Die bunte Wiese in der Straße "Im Gries" ist ein Paradies für Insekten. Viele Leute bleiben stehen und fotografieren sich mit den Blumen.
Die bunte Wiese in der Straße "Im Gries" ist ein Paradies für Insekten. Viele Leute bleiben stehen und fotografieren sich mit den Blumen. | Bild: Löffler, Ramona

Auf der Terasse lassen die Kinder mit Pinsel und Farbe bunte Werke entstehen. Im Atelier ihrer Gastgeberin finden sie alle Materialien und wissen inzwischen genau, wo was steht. Sie sind auch sehr geübt darin, sich die verschiedenen Farben auf Paletten aufzutragen und neue Töne zu mischen. Auf Papier auf der Staffelei malen die Kinder Blumenwiesen oder zum Beispiel die Libellen und Bienen, die in der bunten Wiese vor dem Haus unterwegs sind und den Nektar aus den Blütenkelchen sammeln. "Wildbienen können kilometerweit fliegen", erzählt Barbara Gittner-Tielsch. "Normale Bienen fliegen nur etwas 500 Meter." In den hoch gewachenen Sonnenblumen brummen auch viele Hummeln vor sich hin. Neben dem großen gelben Blumen stehen auch Zinien, Kornblumen, Strohblumen, Tagetis und andere.

In dieser Woche gestalteten die Kinder außerdem Steine mit Tiermotiven, die später in der Wiese liegen sollen. Barbara Gittner-Tielsch machte es vor und malte die weiße Katze Piccina. Ein zweiter Stein von Max zeigt Kater Piccino. Zu ihnen gesellen sich ein Flamingo und ein Delphin. "Wir sprühen die Steine später noch ein, damit die Farbe hält", erklärte Barbara Gittner-Tielsch. In der Vergangenheit hat die kleine Kunstlergruppe auch schon Masken gebaut. Manchmal verkleiden sich auch alle und spielen Theater.

An der Blumenwiese erklärt ein Text von Barbara Gittner-Tielsch, was es mit der Wiese auf sich hat und wie jeder ein solches Blumenmeer bei sich schaffen kann. Insekten fänden zu wenig Nahrung – dem solle eine solche Wiese entgegensteuern. Die Reichenauer Blütenmischung gibt es in kleinen Päckchen oder sogar pfundweise. Damit die Wiese richtig schön gedeiht, müsse die Erde umgegraben werden und an der Oberfläche krümelig sein, schildert der Text. Der Samen muss nach dem Einsäen fest angedrückt werden und es sei wichtig, den Boden in den ersten fünf Wochen feucht zu halten bis die Blumen blühen.

Barbara Gittner-Tielsch hat außer der Wiese vor dem Haus noch eine weitere, größere Fläche in der Nähe. Sie hofft, dass andere es nachmachen und auch eine Insektenwiese anpflanzen. Die Trockenheit der vergangenen Zeit war bei beiden Blumenwiesen übrigens kein Problem. Sie strahlen nach wie vor in voller Pracht.