Jetzt steht der Termin fest: Am Montag, 14. Januar, beginnen Kanalverlegungs- und Sanierungsarbeiten an der Radolfzeller Straße (B 34) in Ludwigshafen sowie die Durchpressung des Mühlbachkanals für den Hochwasserschutz unter dem Friedhof mit einer Vollsperrung. Am Montag selbst ist zunächst die Einrichtung der umfangreichen Doppel-Baustelle und "die Umleitungsschilder werden aktiviert", erklärt Rudolf Schlichenmaier vom Ortsbauamt Bodman-Ludwigshafen auf SUDKURIER-Nachfrage. Anschließend geht es richtig los: "Die Straße wird am Dienstag oder Mittwoch abgefräst und die Baugrube für die Kanaldurchpressung unter dem Friedhof ausgehoben."

Ab dieser Abzweigung bei der Bahnhofstraße (rechts) wird die Radolfzeller Straße (B 34) bis hinter den Friedhof für die Verlegung eines Kanals gesperrt. Ein Teil der Schilder steht schon bereit. Bild: Ramona Löffler
Ab dieser Abzweigung bei der Bahnhofstraße (rechts) wird die Radolfzeller Straße (B 34) bis hinter den Friedhof für die Verlegung eines Kanals gesperrt. Ein Teil der Schilder steht schon bereit. | Bild: Löffler, Ramona

Für die Verkehrsteilnehmer bedeutet die notwendige Vollsperrung der B 34 zwischen den Einmündungen Mühlbach- und Bahnhofstraße größere Umwege (siehe Grafik und Infokasten). Für Anlieger ermöglicht es die Gemeinde, ihre Häuser zu erreichen. Doch Auswärtige und ganz besonders der Schwerlastverkehr dürfen in den schmalen lokalen Umleitungen nicht fahren. Die Gemeinde richtet auch extra Höhenbegrenzungen in der Sernatingen- und der Bahnhofstraße ein, die dazu dienen, einen Lastwagen-Schleichverkehr zu unterbinden. Ein Subunternehmer kontrolliere regelmäßig – auch an den Wochenenden – die Umleitungsstrecke, sagte Schlichenmaier.

Bürgermeister Matthias Weckbach erklärte bereits beim Infoabend im Dezember, dass die Gemeinde aufgrund der Erfahrungen mit dem Lastwagenverkehr bei der B 31-alt-Sanierung zwischen Ludwigshafen und Sipplingen im Herbst die Beschilderung entsprechend verstärken will. Aus diesem Grund gibt es zum Beispiel die halbseitige Sperrung der B 34 ab Espasingen, damit Lastwagen gar nicht erst nach Ludwigshafen fahren können und drehen müssten. Denn an der Baustelle gibt es kein Weiterkommen für sie.

Bild: Südkurier

Und so sehen der Zeitplan und Ablauf aus: Die Arbeiten sollen bis April dauern und laufen auf der B 34 und unter dem Friedhof parallel. "Aber alles ist witterungsabhängig", betont Rudolf Schlichenmaier. Am Friedhofseingang bei der St. Anna-Kapelle entsteht die Startgrube, von der aus laut dem zuständigen Ingenieurbüro der Mühlbachkanal auf 121 Metern Länge unter dem Friedhof durchgepresst werde. Wobei diese Maßnahme zwar offiziell Durchpressung genannt werde, aber es eigentlich kein Pressen sei. Das Erdreich werde unterirdisch abgegraben und mit einem Förderband zur Startgrube transportiert. „Kurz vor Ostern wird die Zielgrube in der Talstraße erreicht sein“, so Ingenieur Eike Reckmann. Der Kanal verlaufe in 3,9 bis vier Metern Tiefe und damit weit unterhalb von Gräbern. Laut Ortsbaumeister Ralf Volber ist die Trasse aber so gewählt, dass nur sehr wenige Gräber betroffen seien.

Die Kanalverlegungen unter der Radolfzeller Straße finden etappenweise statt. "Die Arbeiten laufen sukzessive von der Bahnhofstraße in Richtung Friedhof", erklärte Rudolf Schlichenmaier auf Nachfrage. Der Abschnitt müsse voll gesperrt werden, da die Baugrube so breit werden müsse, dass eine halbseitige Sperrung nicht möglich sei. Außer der Kanalverlegung steht auch der Austausch von Versorgungsleitungen an. Es werde während der Bauzeit eine Notversorgung über provisorische Leitungen geben, erklärte Dominik Dirnbach vom Ingenieurbüro Reckbach dazu bereits beim Infoabend.

Die Kosten für die Arbeiten auf dem Abschnitt Radolfzeller Straße (B 34) zwischen Bahnhof- und Mühlbachstraße samt Seeeinlauf und Friedhofs-Durchpressung liegen bei rund 1,5 Millionen Euro. Davon entfallen laut Ralf Volber 610 000 Euro auf die Kanaldurchpressung.