Während andere im Strandbad saßen, erkundeten am Donnerstagabend rund 100 Natur- und Seefans gemeinsam mit Sabrina Molkenthin, Leiterin des Umweltzentrums Stockach, Ufer und Naturschutzgebiete sowie den Teufelstisch. Auch die Entnahmestelle der Bodensee-Wasserverrogung stand auf dem Programm der natur- und kulturkundlichen Bootstour. Von der MS Großherzog Ludwig aus hatten alle die Sehenswürdigkeiten mit dem Fernglas oder dem bloßen Auge gut im Blick.

Erstes Ziel der Fahrt war das Naturschutzgebiet Bodenseeufer zwischen Bodman und Ludwigshafen. Mit genügend Sicherheitsabstand zur absoluten Ruhezone für Natur und Tiere erzählte Sabrina Molkenthin alles rund um das Naturschutzgebiet und dessen Bewohner. Der Bereich um die Mündung der Stockacher Aach in den Bodensee sei eine ganz wichtige Flachwasserzone, in der die Sonnenstrahlen bis auf den Grund vordringen und so das Pflanzenwachstum fördern, erzählte sie. Die Pflanzen wiederum würden den Bodensee mit dem wichtigen Sauerstoff versorgen.

An Bodman vorbei ging es dann an den naturbelassenen Kiesstränden des Bodanrücks entlang in Richtung Teufelstisch. Bodman sei nach Konstanz der zweitälteste Ort am Bodensee und schon in der Jungsteinzeit hätten sich hier Menschen niedergelassen, erzählte Molkenthin. Auch der Namen des Bodensees stamme von Bodman – der See bei Bodman. Nachdem das Schiff an der Anlegestelle der momentan gesperrten Marienschlucht vorbei war, konnten die Gäste das Plateau des Teufelstischs bestaunen. Die 90 Meter tiefe Steilwand unter Wasser, um die sich viele Geschichten ranken, ist seit 1977 für Tauchgänge gesperrt, da dort immer wieder Taucher verunglückt seien, führte sie weiter aus. Bis heute seien dort über 20 Personen gestorben.

Aber auch über die Entstehung des Bodensees erfuhren die mehr als 100 Gäste vieles auf der Schiffstour. Vor über zwei Millionen Jahren modellierten und formten die Gletscher zwischen Warm- und Eiszeiten die Urform des Bodensees. "Der Bodensee ist seit circa 12 000 Jahren in seiner heutigen Form", erklärte Sabrina Molkenthin während der Überquerung des Überlinger Sees nach Sipplingen. Dort angekommen, erfuhren die Gäste alles Wissenswerte über die Wasserentnahmestelle der Bodensee-Wasserversorgung (siehe Infokasten). Vier Millionen Einwohner seien im Versorgungsgebiet des Bodenseewassers, das bis nach Tauberbischofsheim und Bad Mergentheim im Norden Baden-Württembergs geliefert werde, sagte sie.

Und wie fanden die Besucher die Natur- und kulturkundliche Bootstour? "Es ist sehr schön, ich bin schon zum dritten Mal dabei. Außerdem eine tolle Fahrt auf dem See mit Betreuung", sagte Erika Wilde aus Wahlwies. Ein Teilnehmer aus Eigeltingen, der zum ersten Mal dabei war, sagte: "Ein enormes Wissen, das gut rübergebracht wird." Aber auch für eine Familie aus Stockach war die Tour ein schönes Erlebnis: "Sehr toll, relevante Informationen werden vermittelt und es ist entspannend, denn die Kinder können auf dem Schiff herumlaufen."