Es war keine normale Hauptversammlung, zu der sich die Mitglieder des Gewerbevereins und Interessierte trafen. Vielmehr war es das Ende einer langjährigen Ära. Klaus Gohl trat vom Vorsitz zurück. Bei seinen Abschiedsworten blickte er auf seine Amtszeit zurück und dankte besonders treuen Wegbegleitern. Vor zwanzig Jahren hat er das erste Mal an der Organisation der Gewerbeschau teilgenommen, dann wurde er in den Beirat gewählt. 2004 hat er den Vorsitz von Wilderich Graf von und zu Bodman übernommen. Unter seinem Vorsitz wurde der Gewerbeverein zu einem Teil der Gesellschaft. Als Aufgabe der Zukunft sah er für die Unternehmer die Digitalisierung.

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Gewehrt hat sich Klaus Gohl gegen die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden: „Dafür bin ich noch zu jung!“ Doch Wilderich Graf von und zu Bodman, der ebenfalls Ehrenvorsitzender ist, freute sich einen so jungen Mann an seiner Seite zu wissen: „Sie haben dafür gesorgt, dass sich die Unternehmer begegnen.“ Bürgermeister Matthias Weckbach hob hervor, dass diese Ehrung mehr als verdient sei. Der Gewerbeverein habe sich zu einem wichtigen Teil der Doppelgemeinde entwickelt und sei ein unverzichtbares Bindeglied zwischen Verwaltung und Wirtschaft. Unter Klaus Gohl habe er eine wichtige Rolle bei der Schule, dem Museum, der Dorfverschönerung und dem Breitbandausbau gespielt. „Das Alter spielt keine Rolle“, erklärte auch Nachfolger Maximilian Weber, der eindrücklich schilderte, wie sehr ihm der Gewerbeverein geholfen habe, wieder Fuß in der Heimat zu fassen.

Maximilian Weber: "Gemeinsam schaffen wir mehr."

„Mir ist es ein Anliegen, dass wir wieder mehr zusammen machen“, erklärte Maximilian Weber. Dazu gehört das attraktive Jahresprogramm mit Vorträgen zur Künstlersozialkasse, Datenschutzgrundverordnung und Bürgerenergiegenossenschaften sowie der Unternehmerempfang. Zudem müsse der Verein sich mit anderen Vereinen aus den Nachbargemeinden zusammenschließen. Wie sein Vorgänger lobte er dabei die gute Zusammenarbeit mit dem HHG aus Stockach, dessen Vorsitzender Siegfried Endres ebenfalls anwesend war. „Gemeinsam schaffen wir mehr, als wenn wir Einzelkämpfer bleiben“, strich er auch mit Blick auf das Breitband heraus. Gemeinsam hätten die Unternehmer viel mehr Nachdruck.

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Um dies stemmen zu können, solle der Verein wie ein Unternehmen geführt werden. Die Last solle vom Vorsitzenden auf mehrere Schultern verteilt werden. Die genaue Umsetzung soll gemeinsam geplant werden. „Wir gründen Arbeitskreise, die auch mit Nichtvorstandsmitgliedern besetzt werden“, erklärte Maximilian Weber. Er freue sich, wenn Mitglieder mit konkreten Problemen auf den Vorstand zukämen und man diese im Schulterschluss angehen könne.

Unternehmerempfang einer der Höhepunkte in 2018

Bis zur Wahl von Maximilian Weber als seinen Nachfolger führte Klaus Gohl durch die Hauptversammlung. Er blickte auf das vergangene Jahr zurück, in dem er den Unternehmerempfang und den Vortrag mit einem Zukunftsforscher als Höhepunkte ausmachte. Jochen Liener kommentierte nach seinem positiven Kassenbericht: „Jetzt sind interessante Veranstaltungen möglich.“ Nachdem Bürgermeister Matthias Weckbach die Entlastung leitete, folgten die Wahlen. Neuer Vorsitzender ist Maximilian Weber. Kassier Jochen Liener und Beisitzer Thomas Krämer wurden in ihren Ämtern bestätigt sowie Johannes von Bodman zum neuen Beisitzer gewählt. Die Anfragen aus der Versammlung zu schlechter Breitbandverbindung und fehlenden Parkplätzen in Ludwigshafen beantwortete der Bürgermeister vorsichtig optimistisch und stellte die Lösung der Probleme mittelfristig in Aussicht.

Joachim Auer gibt Unternehmern Tipps

  • Auch als Trainer und Coach ist man Unternehmer. So konnte Joachim Auer vieles aus seinem Impulsvortrag so erklären, dass die Unternehmer es gut verstanden. Kurz nach seiner Unternehmensgründung war er bereits schon einmal beim Gewerbeverein Bodman-Ludwigshafen als Referent. Manch einer konnte sich noch an seine Tipps von damals erinnern. Von diesen hatte er auch wieder viele im Gepäck. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist nicht nur etwas für große Unternehmen. Auer hatte auch manche Anregung für Einzelunternehmer oder Chefs dabei.
  • Olympia sei möglich, aber nicht jeden Tag. Zu hohe Effektivität überfordere auf Dauer. Es brauche den Wechsel von An- und Entspannung. Um flexibel auf unerwartete Anforderungen oder Veränderungen reagieren zu können, müsse man in seiner Mitte sein. Stress könne man etwa durch Bewegung abbauen und dies durchaus auch vorbeugend. Die Anwesenden machten zudem eine gemeinsame Atemübung. Denn wer ruhig durchatmen könne, bleibe gelassen. Was man denke, habe immer auch Einfluss auf den Körper. Darum riet er zu mehr Achtsamkeit und Selbstreflektion sowie zu einer Informationsdiät mit guten Nachrichten. Dazu schalte er beim Autofahren das Radio aus und lege eine gute CD ein.
  • Mann solle sich seine Werte bewusst werden. Sich und anderen Wertschätzung entgegenzubringen, helfe gegen Burn-out und andere Stresserkrankungen. Es gab zudem einfache Tipps wie viel stilles Wasser zu trinken, einmal am Tag zehn Minuten ohne Info einfach nur zu sein und zweimal die Woche rund 30 Minuten richtig ins Schwitzen zu kommen. (sch)