Die diesjährige Ausstellung von sechs Goldschmiedinnen und eines Silberschmieds des Goldschmiede-Stammtischs Bodensee im Seeum in Bodman, übertraf die vorangegangene an Resonanz. Der Saal im Seeum platzte bei der Vernissage schier aus den Nähten. Die Künstler präsentierten auf geschmackvoll gestalteten Tischen kunstvolles Geschmeide in großer Vielfalt.

Goldschmiedemeisterin Nora Blankenstein (Überlingen/Owingen), Mitorganisatorin der Ausstellung, sagte bei der Vernissage, dass man sich regelmäßig am Stammtisch treffe, um sich in freundschaftlicher Atmosphäre auszutauschen und sich damit dem stressigen Konkurrenzdenken zu entziehen. Sie ging anschließend auf die einzelnen Arbeiten der ausstellenden Kollegen ein. Für Goldschmiede-Stammtisch-Gründer Michael Niehl (Bodman/Überlingen) bedeutet Schmuck Leidenschaft. "Wenn wir auf seinen Ring im Ring schauen, erkennt man den Meister", so die Laudatorin. Für Margrit Pomrehn (Radolfzell) braucht jeder Mensch sein kleines Universum. So ist es auch mit ihren Ringen, wo Sonne, Mond und Sterne zusammen ein Ganzes bilden.

In der Schmuckausstellung des Goldschmiede-Stammtischs Bodensee im Seeum in Bodman bekamen die Besucher kunstvolles Geschmeide in Anwesenheit der Künstler zu Gesicht. Bild: Friedrich W. Strub
In der Schmuckausstellung des Goldschmiede-Stammtischs Bodensee im Seeum in Bodman bekamen die Besucher kunstvolles Geschmeide in Anwesenheit der Künstler zu Gesicht. | Bild: Friedrich W. Strub

Karin Demmler (Konstanz) sieht sich zwischen Kunst und Handwerk. Mit einer Brosche, die aus zwei Teilen besteht, hat sie dieses Thema umgesetzt. Für Elke Wibbelt (Stockach) ist Goldschmieden ein Lebenselixier. Sie kann in allen ihren Arbeiten die Zusammengehörigkeit zeigen. Sei es, dass ein Ohrring zum anderen gehört oder eine Brosche zwei Funktionen haben kann.

Felicitas Deffner (Überlingen) schaut auf die Zweisamkeit als Einigkeit. Da besteht eine Einheit, die sich aus zwei Teilen ergibt. Lars Torke (Moos), der auch Silberschmied ist, sagt über sich: "Da ist eine Grundstimmung der Poesie und Ästhetik, in der meine Arbeiten entstehen." Schließlich präsentiert Nora Blankenstein (Owingen/Überlingen) eine Brosche als Symbol dafür, "dass meine Gedanken mir gehören und nicht zögern muss, sie umzusetzen," sagt sie. Für sie ergibt Hand und Herz, Hand und Werk eine Einheit.