Bodman-Ludwigshafen Schaulustige verfolgen Sprungübungen der Bundeswehr am Bodensee

Die Bundeswehr machte zwei Tage lang Fallschirmtraining bei Bodman-Ludwigshafen. Hunderte Soldaten sprangen über dem Wasser ab. Die DRLG-Ortsgruppe unterstützte die Bundeswehrboote mit ihren eigenen beim Einsammeln der Springer.

Ein Sprung aus 400 Metern ist kein Zuckerschlecken, dafür aber ein Spektakel. So wurde bei einer Bundeswehr-Übung Bodman zum Aussichtspunkt für alle Schaulustigen. Von den Anlagen in der Mitte des Orts ließ sich am besten beobachten, wie Soldaten in großer Höhe aus einem Hubschrauber sprangen, im Wasser landeten und anschließend von Booten ans Ufer zurückgebracht wurden.

Um im Einsatz für den Notfall gerüstet zu sein, absolvieren sie etwa viermal im Jahr ein Sprungtraining mit dem Fallschirm. Thomas Märten, Oberleutnant und Zuständiger der Pressestelle, sagt zum Sprungdienst: „Als Soldat muss man immer in Übung bleiben." Dabei werde zwar meistens auf festem Boden geprobt, doch mindestens einmal im Jahr sei auch ein Sprung ins kühle Nass notwendig. „Der Sprungdienst über Gewässern ist deshalb wichtig, weil man, im Gegensatz zum Boden, keinen Halt findet. Oft landet die Kappe des Fallschirms auf den Soldaten und sie müssen sich erst freikämpfen." Neben den Fallschirmen seien die Soldaten auch mit Schwimmwesten ausgerüstet gewesen. Das Aufkommen auf dem Wasser sei für sie wesentlich angenehmer und weicher als die Landung auf hartem Boden, so der Oberleutnant. 

Obwohl eigentlich drei Tage geplant waren, konnten die Soldaten aufgrund des Wetters nur an zwei Tagen springen. Während am Dienstag größtenteils die Freifallspringer für den Ernstfall probten, wurden am Mittwoch 180 Springer mit einem automatisierten Fallschirmsprungsystem über dem Bodensee abgeworfen. Ein Großteil von ihnen kommt aus der Bundeswehrkaserne in Pfullendorf. Doch auch aus Berlin, Seedorf und anderen Städten waren Soldaten für diese Übungstage angereist.

Der Ablauf der Übung lasse sich gut mit einem Kreislauf vergleichen, erklärt Thomas Märten. Start war auf dem Flugplatz in Stahringen, wo der Hubschrauber die Soldaten einsammelte. Mit ihnen im Gepäck flog er auf den See, wo er wendete und sie in zwei Etappen zwischen Ludwigshafen und Bodman abspringen konnten. Nach jedem Sprung wurden die Soldaten mit Booten eingesammelt. Nach je zwei Etappen brachten die Boote die Gelandeten ans sichere Ufer. Unterstützung erhielt die Bundeswehr dabei von der DLRG Bodman-Ludwigshafen und ihren Booten.

Überrascht war Thomas Märten vor allem von der positiven Rückmeldung, die er von den Bodmanern und Stahringern im Anschluss erhielt: „Es passiert eigentlich eher, dass sich Anwohner über den Lärm des Hubschraubers beschweren.“ Viele seien begeistert und interessiert an dem Ereignis gewesen. Ebenfalls erfreut äußerte sich der Oberleutnant darüber, dass bei der Übung niemand verletzt wurde und alles wie geplant geklappt habe.

Freifall und Fallschirm

Es gibt Unterschiede: Freifallspringer springen, wie der Name schon sagt, im freien Fall aus dem Flugzeug und öffnen ihren Fallschirm erst, wenn sie bereits in der Luft sind. Aus diesem Grund ist ihre Absprunghöhe wesentlich höher als die der Springer mit automatisierten Fallschirmsystemen. Während die Freifallspringer sich aus einer Höhe von 1500 Metern in die Tiefe stürzen, sind es bei den anderen 400 Meter. Bei dem automatisierten Fallschirmsystem ist der Fallschrim mit einer dicken, gelben Schnur am Hubschrauber befestigt. Der Soldat läuft aus dem Hubschrauber hinaus und während er fällt, öffnet sich der Fallschirm. Der Vorteil dieses Systems ist die relativ kurze Distanz, aus der gesprungen werden kann. (jum)

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