Bodman-Ludwigshafen Ringen um bezahlbaren Wohnraum

Das Problem des angespannten Wohnungsmarktes erreicht auch Bodman-Ludwigshafen. Eine konkrete Lösung scheint nicht in Sicht, die Gemeindeverwaltung will aber klären lassen, ob eine Zweckentfremdungssatzung möglich ist.

Eines der ganz großen Probleme in der Seegemeinde ist, dass es kaum noch bezahlbaren Wohnraum für Normalverdiener gibt und noch weniger für Familien, die weniger als das durchschnittliche Einkommen haben. Es gibt in Bodman-Ludwigshafen eigentlich noch viele Wohnungen, aber ungefähr 430 davon sind registrierte und steuerpflichtige Zweitwohnungen, dazu kommen noch rund 160, die als Ferienwohnungen vermietet werden. Diese fast 600 Wohnungen stehen dem normalen Wohnungsmarkt nicht zur Verfügung. Die Schaffung und Sicherung von bezahlbarem Wohnraum war jetzt ein Thema im Gemeinderat.

Schon in der Klausurtagung im Jahr 2014 war man sich in Verwaltung und Gemeinderat einig, sich dieses Problems verstärkt anzunehmen, speziell im geplanten Neubaugebiet Haiden. Das Rathaus prüfte mittlerweile, ob die Gründung einer eigenen Wohnbaugesellschaft möglich wäre. Hierin habe die Gemeinde aber keine Erfahrungen. Kompetenzen und Personalressourcen müssten aufgebaut werden, ein aufwendiger und zeitintensiver Prozess, der, soweit möglich, vermieden werden solle. Vielmehr sollten Alternativen geprüft werden, hieß es zuletzt im Gemeinderat.

Die Kommune fragte bei Baugenossenschaften in Nachbarkommunen an, ob eine Kooperation möglich ist. Die Baugenossenschaft Stockach und die Baugenossenschaft Hegau sagten ab: Sie seien derzeit mit Projekten zu stark ausgelastet. Familienheim Radolfzell, das kirchlich fundiert ist, zeigte sich aufgeschlossen. Eine Mitsprache der Gemeinde bei der Belegung wäre allerdings offenbar nur bedingt machbar. Es müsste für Bürger aus Bodman-Ludwigshafen eine eigene Warteliste geführt werden. Freie Kapazitäten seien derzeit frühestens 2019, eher 2020 zu erwarten, so die Antwort.

Möglichkeiten, in Grundstückseigentumsrechte einzugreifen, um Wohnungsbau mit Sozialbindung zu vorzuschreiben, hat die Gemeinde nur auf eigenen Grundstücken im Neubaugebiet Haiden, auf denen Mehrfamilienhäuser zulässig sind. Dort wäre in Zusammenarbeit mit einem Träger solcher Wohnungen der Bau von bezahlbarem Wohnraum möglich, hieß es im Gemeinderat. Allerdings sind diese Träger schon gut ausgelastet. Man will hier am Ball bleiben.

Verbot der Zweckentfremdung

Eine andere Möglichkeit wäre eine Zweckentfremdungssatzung, ein Instrument, das man bisher nur aus Uni- und Großstädten kennt. Die Gemeinde will durch ein Anwaltsbüro die Möglichkeiten klären lassen. Schließlich soll auch versucht werden, bei privaten Bauprojekten, die über städtebauliche Verträge realisiert werden, künftig Klauseln über bezahlbaren Wohnraum zu vereinbaren.

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