Wann kommt das Museum und wie wird es gestaltet? Diese Frage beschäftigte den Förderverein Museum Bodman-Ludwigshafen auch zehn Jahre nach seiner Gründung. Der Vorsitzende Wilderich Graf von und zu Bodman stellte in der Hauptversammlung auch die übrigen Aktivitäten des Vereins vor, zu denen Busexkursionen, Welterbetag, Bogenschießen mit historischen Bögen, der bundesweite Tag des offenen Denkmals und Vorträge für kulturgeschichtlich interessierte Bürger zählen. Auch Ortsführungen durch fachkundige Vereinsmitglieder würden gerne angenommen. Der Vereinsvorsitzende erklärte außerdem, die Schlosstorkel werde bis September fertig sein. Dort solle ein Museum der Urzeitgeschichte entstehen.

Bürgermeister Matthias Weckbach äußerte sich begeistert: "Ein Museum bedeutet für die Gemeinde eine riesige Steigerung der Attraktivität. Wenn jetzt noch ein zweites kommt, ist das genau das Richtige." Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass der Verein schon zehn Jahre existiere. Das nachhaltige Engagement des Vereins zeige, wie drängend das Thema sei.

Viele Gespräche zur Klärung der Kostenfrage

Weckbach führte aus, die Planungen seien vor einigen Jahren aus Kostengründen nicht verwirklicht worden. Inzwischen habe es viele Gespräche, Untersuchungen und Fragen an andere Museen gegeben, um anfallende Kosten zusammenzutragen. Eine Gruppe aus der Freien-Wähler-Fraktion und dem Vorstand des Museums-Fördervereins unter Leitung von Klaus Gohl habe angeboten, Vorschläge für ein neues Konzept für das geplante Museum auszuarbeiten.

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Ihnen schwebe eine Art Bürgermuseum vor, das nicht nur Museales zeigt, sondern auch die Möglichkeit für Feste unterschiedlicher Art bietet. Für ein solches Konzept sei ein ganz breiter Konsens zu spüren, da könne sich jeder wiederfinden, erklärte Weckbach. Ein Ausschuss des Gemeinderats müsse nun Detailfragen klären, wie die der Kosten, die die Gemeinde sich leisten wolle, und ob der Lagerraum darin enthalten sein werde.

Kinderbereich mit pädagogischem Wert

Auch die voraussichtlichen Unterhaltungskosten müssten abgeschätzt werden, da davon auszugehen sei, dass eine Dauerausstellung immer wieder durch Sonderausstellungen bereichert werden müsse. Es müsse einen Kinderbereich mit erzieherischem und pädagogischem Wert geben, eine Garderobe und gegebenenfalls eine Anrichteküche. Am 9. April werde der Gemeinderat darüber beraten und gegebenenfalls einen Beschluss fassen. Nach diesem Beschluss solle das Planungsgremium zwei Konzepte vorlegen und aufzeigen, wie sich die Kosten darstellen würden, wenn das reine Museum in den Vordergrund gerückt werde oder wenn ein anderer Veranstaltungscharakter im Vordergrund stünde. Dann werde der Gemeinderat die Auswahl treffen.

Fundus der Gemeinde muss wieder erlebbar werden

Die historischen Schätze Bodman-Ludwigshafens seien seit dem Abriss des Bodmaner Rathauses und des dortigen Ausstellungsraumes nicht mehr präsent. "Das Wissen wird verloren gehen, wenn es keinen Ort gibt, wo man solche Dinge erfahren kann", befürchtete der Bürgermeister. Die Gemeinde habe viele Gäste und damit ein großes Besucherpotenzial. Das solle man zum Anlass nehmen, das Museum endlich umzusetzen, denn so könnten sich Gäste wie auch die nachkommenden Generationen mit der eigenen Ortsgeschichte identifizieren.

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Der Förderverein wünschte sich, dass das geplante Museum nicht zur Randdekoration wird, sondern besuchenswert für Schulklassen wie auch für historisch Interessierte sein wird. "Dass es leben muss, ist ganz klar, dafür werden wir uns auch einsetzen", bekräftigte Wilderich Graf von und zu Bodman.