Gleich zwei Show-Teams aus dem Raum Stockach vertreten Deutschland bei einer internationalen Veranstaltung in Dornbirn (Österreich). Die Gruppe Phoenix des TV Jahn aus Zizenhausen darf bei der Weltgymnaestrada sein Können zeigen und die Blues Brothers aus Ludwigshafen wurden für die Galas der Fédération Internationale de Gymnastique (FIG) ausgewählt. Die Sportler beider Teams trainieren derzeit fleißig dafür und passen ihre Shows an die Zeit-Vorgaben an.

Team Phoenix thematisiert in seiner Choreografie „Memory of Momo“ den Kampf von Momo gegen die grauen Männer. „Damit haben wir uns beim Deutschen Turnerbund beworben“, erzählt Constantin Hirschle. Er und ein paar andere aus dem Team, das sich aus Sportlern im Alter zwischen zwölf und 25 Jahren zusammensetzt, machen gerade das Abitur. So mussten sie neben dem Training auch für die mündlichen Prüfungen lernen.

So sieht ein Auftritt der Show-Gruppe Blues Brothers aus Ludwigshafen aus. Sie treten im Juli in Dornbirn bei der FIG-Gala auf und vertreten Deutschland.
So sieht ein Auftritt der Show-Gruppe Blues Brothers aus Ludwigshafen aus. Sie treten im Juli in Dornbirn bei der FIG-Gala auf und vertreten Deutschland. | Bild: Melanie Hügle

Bei der Weltgymnaestrada tritt Phoenix gemeinsam mit einem anderen Team aus Vechta auf. Beide sind in engem Austausch, um die Choreografie zu kürzen und Übergänge sowie eine Schlusspose zu schaffen. Sie treffen sich aber erst in Dornbirn bei der Veranstaltung, die der DTB das größte Breitensportfestival mit Teilnehmern aus 50 bis 60 Nationen nenne, wie Hirschle erzählt. Team Phoenix, das seit 2015 existiert, sei zum ersten Mal dabei.

Mehr Vorfreude als Aufregung

Und sind die Jugendlichen nun aufgeregt? „Es ist eher Vorfreude – und eine gewisse Grundaufregung“, sagt Hirschle. Alle 19 Team-Mitglieder seien dabei. Die Jüngeren bekämen von der Schule frei. Maren Jäger erzählt zum Konzept, dass das Show-Team frei im Gestalten sei und in eine Choreografie einfließen lassen könne, wo die Stärken liegen. Es mache Spaß, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.

Abiturient Luka Tutuiann erklärt zu den Proben, dass sich erst alle gemeinsam aufwärmen und dann einzelne Elemente üben. Anschließend machen sie drei Mal die Gesamt-Choreografie durch, die vier Minuten und 45 Sekunden dauert. „Wir nehmen das auf Video auf und schauen, was wir verbessern können“, sagt er.

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Die FIG-Gala sei der Höhepunkt der Weltgymnaestrada, erzählt Alessandro Ribaudo, einer der Trainer der Blues Brothers. Der Turnerbund habe alle vier deutschen Teams nominiert, die bei der Weltmeisterschaft Gold gewonnen haben. Der Internationale Turnerbund habe dann die Entscheidung für ein Team getroffen.

„Dieses Mal wurden wir ausgewählt“, sagt Ribaudo stolz. „Diese Auswahl ist etwas Besonderes. Wir nehmen auch am Deutschen Abend teil.“ Es sei eher selten, dass zwei Mannschaften, die so nah beieinander sind, bei so einer Großveranstaltung dabei sein können, sagt er über die Auftritte von Phoenix und den Blues Brothers.

Blues Brothers haben viel Erfahrung

Die Blues Brothers, die aus zehn Frauen und zehn Männern bestehen, zeigen in Dornbirn ihre beiden Choreografien „Quantum Crescendo“ und „Impulse“ – die eine bei der Gala, die andere beim Deutschen Abend. „Wir mussten für die FIG-Gala auf vier Minuten kürzen“, erzählt der Trainer. Das sei im internationalen Bereich aber lange. Das Team profitiere von seiner zehn- bis elfjähigen Erfahrung beim Kürzen.

„Wir haben 15 Auftritte pro Jahr“, erzählt er. Am vergangenen Sonntag war eine öffentliche Generalprobe. Eine solche gibt es immer wieder vor großen Veranstaltungen. „Das machen wir seit vier oder fünf Jahren“, sagt Ribaudo. „So können alle, die sonst nicht die Möglichkeit hätten, die Auftritte sehen.“ Ein Training vor Publikum helfe außerdem dem Team.

Beide Teams sind gut befreundet

Die Weltgymnaestrada wird dieses Jahr nicht die einzige Groß-Veranstaltung sein, bei der Phoenix und Blues Brothers gemeinsam teilnehmen. Beide sind in der zweiten Jahreshälfte beim „Rendezvous der Besten“ dabei. Ein genauer Termin steht noch nicht fest. Dieser werde immer erst kurz vorher bekannt gegeben, erzählt Noel Weber von den Blues Brothers.

Beide Show-Teams sind gut miteinander befreundet. Phoenix werde beim „Rendezvous der Besten“ vermutlich die gleiche Choreografie zeigen, aber etwas umstellen, falls nicht alle Sportler mitkommen können, sagt Constantin Hirschle.