Wo hat ein Blitzer den größten Effekt? Und wo ist es rechtlich sicher? Diese Fragen standen bei der Standortsuche für die neue Geschwindigkeitsmessanlage in der Radolfzeller Straße (B 34) in Ludwigshafen im Mittelpunkt. „Wir haben uns drei Stellen angeschaut“, erklärte Bürgermeister Matthias Weckbach in der jüngsten Gemeinderatssitzung. An der Abzweigung zur Bahnhofstraße sei nicht perfekt, aber am geeignetsten.

„Der Turm kann in beide Richtungen blitzen“, sagte Weckbach. Deshalb sei es bei der Standortsuche unter anderem um eine lange Sichtlinie für die Messungen gegangen. So sei ein weiter Bereich abdeckbar. Das Gerät messe auf einer längeren Strecke und löse dann an der Fotolinie aus.

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Weckbach und mehrere Räte sprachen an, dass Lastwagen nachts oft durch das Gefälle ab der St. Anna-Kapelle extrem schnell ortsauswärts fahren. „Man muss nachts Angst haben, dass ein Laster einen von der Straße schiebt“, sagte Claudia Brackmeyer (SPD) aus eigener Erfahrung. Der Blitzer soll hier seine Wirkung entfalten. Ein anderer möglicher Standort wäre weiter in der Kurve auf der anderen Seite der Einmündung zur Bahnhofstraße gewesen, doch dort wäre es wegen der Messweite schlecht gewesen, so Weckbach.

Warum es diese Stelle geworden ist

Dass der Blitzer so weit innerorts stehen wird, ist der Rechtssicherheit geschuldet. Die Häuser dort vermitteln die geschlossene Ortschaft. Dies wäre weiter draußen beim Ortsschild nicht so, erläuterte Hauptamtsleiter Stefan Burger. Dort wäre der dritte mögliche Standort gewesen. „Man nimmt die Bebauung dort noch nicht wahr“, so Burger.

Weckbach fasste zusammen: „Den idealen Standort gibt es nicht.“ Aber er betonte: „Ein Blitzer trägt unwahrscheinlich zur Verkehrsberuhigung bei, egal ob eine Kamera drin ist oder nicht. Die Anlage zu sehen, hat schon eine Wirkung.“ Das sah auch Alessandro Ribaudo (CDU) so: „Der Blitzer ist eine verkehrsberuhigende Maßnahme. Das ist wichtig für uns.“

Wo das Auto im Hintergrund fährt, wird der Blitzer künftig an der Kurve zur Bahnhofstraße stehen. Bild: Ramona Löffler
Wo das Auto im Hintergrund fährt, wird der Blitzer künftig an der Kurve zur Bahnhofstraße stehen. Bild: Ramona Löffler | Bild: Löffler, Ramona

Michael Koch (CDU) erkundigte sich, was aus der Idee eines Kreisverkehrs an der Einmündung zur Bahnhofstraße geworden ist. Dieser sei vom Tisch, antwortete Weckbach. Für einen Kreisel wäre ein Stück Grünfläche von einem Anwesen an der Radolfzeller Straße notwendig. Er sei deshalb in der Eigentümerversammlung gewesen und habe sich erfolglos für den Kreisel eingesetzt. Die Eigentümer hätten Angst vor mehr Lärm, wenn Fahrzeuge vor dem Kreisel abbremsen müssten.

„Ich fände eine Bremse bei der Sommerhalde wichtig und hätte den Blitzer weiter draußen gesehen“, sagte Petra Haberstroh (Freie Wähler). „Die, die reinschießen, fängt man so nicht ab.“ Uwe Specht (Freie Wähler) brachte ein, wie oft und schnell Traktoren, die mit 40 Stundenkilometer fahren, überholt würden.

Kostenbeteiligung beim Blitzer

Der Gemeinderat entschied trotz der Diskussion einstimmig für den vorgeschlagenen Standort. Was die Kosten angeht, so beteiligt sich Bodman-Ludwigshafen mit 15 000 Euro an der Anschaffung. Die Stadt Stockach als Straßenverkehrsbehörde hat diesen und einen Blitzer für das eigene Stadtgebiet an der Ortseinfahrt aus Richtung Ludwigshafen bereits in Auftrag gegeben und trägt die Kosten. Sie übernimmt die Unterhaltung und Rechtsverfolgung. Bußgelder fließen ihr zu.

Mit der Kamera im Messturm, die rund 50 000 Euro kostet, ist es so, dass diese nicht immer im selben Blitzer bleibt, sondern an unterschiedlichen Orten eingesetzt wird. Die Verwaltung von Bodman-Ludwigshafen hofft, dass die Kamera regelmäßig in Ludwigshafen zum Einsatz kommt.