Dass so eine rechte Narretei gut geplant und organisiert sein will, zeigte sich bei der Hauptversammlung der Narrenzunft Seehasen. Nach langer Sommerpause, in welcher der Verein nicht so närrisch, aber dennoch bei Festen sehr aktiv war, waren so viele Narren und Närrinnen gekommen, dass im Saal in der Sernatingenschule kein Sitzplatz mehr frei war.

Insgesamt zählt die Zunft 111 weibliche und 97 männliche Mitglieder. Es wurde deutlich, dass sie alle darauf brennen, bei der nächsten Fasnacht 2020 wieder kräftig Einsatz zu zeigen, um allen feiernden Narren und Närrinnen eine denkenswürdige Fasnacht zu bescheren.

Fasnachtsmesse zu wenig besucht

Zunftmeister Alwin Honstetter verkündete, dass die Fasnacht 2019 sehr lustig und erfolgreich war, auch wenn es immer mal etwas gäbe, das vielleicht jemandem nicht so gefiel. Ihm, so sagte er, würde es sehr gefallen, wenn zukünftig noch mehr Narren die Fasnachtsmesse besuchen würden – daran hapere es ein wenig.

Umso begeisterter war Honstetter aber über die kräftige, musikalische Unterstützung des Musikvereins Ludwigshafen (MVL) mit Rainer Ehmann, dem er deutlich seinen Dank aussprach.

Verein finanziell gut aufgestellt

Auch die Säckelmeisterin Nadine Arpke nahm in ihrer kurzen Ansprache Bezug auf seltene Kritik an manchen, Ausgaben: „Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die keiner kann“. Jedoch tat sie kund, dass der Verein finanziell sehr gut aufgestellt sei.

Selbst bei der Feier des 90jährigen Hasenratsjubiläums hätten die Einnahmen die Ausgaben so gut wie gedeckt. Bei der stichpunktartigen Kassenprüfung sei auch alles bestens gewesen, auch im Hinblick auf steuerliche Aspekte.

Alessandro Ribaudo leitet die Wahlen

Als Vertreter der Gemeinde war Bürgermeisterstellvertreter Alessandro Ribaudo erschienen und dankte der Narrenzunft für ihr Engagement, ihren Einsatz und ihre Begeisterung. Er bat ferner darum, dass es auch im nächsten Jahr so fröhlich und enthusiastisch weitergehen würde.

In seinem Amt als frisch gewählter Wahlleiter schritt Ribaudo alsdann zur Tat, um durch die einzelnen Wahlen zu geleiten (siehe Info-Kasten).

Narrentreffen 2024 in Ludwigshafen?

Am Ende entstand eine Diskussion, ob wohl in 2024 ein Narrentreffen in Ludwigshafen ausgerichtet werden solle und es kam zu einer Vorabstimmung, bei der sich zeigte, dass eine große Mehrheit der Anwesenden das stattfinden eines solchen (Groß-) Ereignisses begrüßen würde.

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Hierzu wird Alwin Honstetter nun zunächst Gemeinde und Straßenverkehrsamt befragen müssen, ob es infrastrukturell und organisatorisch überhaupt möglich sei, so etwas in Ludwigshafen stattfinden zu lassen. Es herrschte Uneinigkeit darüber, ob es innerhalb der Zunft überhaupt machbar sei, soviel Energie und Zeit in die Planung eines Narrentreffen zu investieren. Man müsse nämlich, so Honstetter, etwa vier Jahre vorher mit der Planung beginnen, also 2020.

Antrag auf Baumstellhilfe

Ein weiterer Antrag von Christian Pichler bezog sich auf die Anschaffung einer Baumstellhilfe, wie sie auch in Bayern und anderenorts zum Beispiel von Stellen von Maibäumen verwendet wird. Die Konstruktion, versehen mit einem Scharnier, wird an einem klar definierten Platz für den Narrenbaum fest verbaut und hindert den Baum daran, zum Beispiel bei Sturm zu kippen oder zu stürzen.

Im Hinblick darauf, dass es in Zukunft immer mehr zu Stürmen und widrigem Wetter kommen dürfte, sei so eine Anschaffung, so Zunftmeister Honstetter, durchaus als sinnvoll zu erachten. Schließlich hafte er beim Gefahrvermögen, und so sei jedes Hilfsmittel um Gefahr zu vermeiden von Vorteil, zumal im Ernstfall Versicherungen ja meist nicht zahlen wollten.