Bekommt Bodman einen neuen Veranstaltungsort? Gibt es hier vielleicht sogar Kinovorstellungen? Thomas Lange und seine Frau Julia Bach möchten gerne im historischen Farrenstall zwischen Seestraße und Küfergasse eine Kulturscheune mit Café einrichten. Einnahmen aus dem Café sollen nach den Plänen die Kosten für kulturellen Betrieb tragen.

Thomas Lange stellte das Konzept jüngst im Gemeinderat vor und hat beim Land Zuschüsse beantragt. Um eine bessere Chance auf diese zu haben, bat er den Rat um eine Ausfallbürgschaft der Gemeinde. Im Fall von Minuseinnahmen würde dann die Gemeinde einspringen. Dies sei eine "symbolische Geschichte". Thomas Langes Ziel ist, mit dem Cafébetrieb auf Null herauszukommen. Er und seine Frau wollen die Kulturscheune nicht zum Profit, sondern kostenneutral zur Bereicherung der Gemeinde betreiben.

Die beiden bekommen die Räume vom Eigentümer mietfrei zur Verfügung gestellt und sind in einem Teil des Gebäudes bereits seit einem Dreivierteljahr mit der Theaterproduktion Nimmerland, einen Tourneetheater für Kinder. Damit haben die beiden bereits Erfahrung im kulturellen Bereich. Für den geplanten Kulturbetrieb erläuterte Lange im Rat, wie dafür bereits eine gemeinnützige Fördergesellschaft gegründet worden sei und alles rechtlich mit Veranstaltungen und Miete für diese sowie beim Café ablaufen würde.

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Bürgermeister Matthias Weckbach fasste in der Sitzung zusammen, dass das Gebäude damals mit der Vorgabe verkauft worden sei, ein kulturelles Angebot zu schaffen. Lange möchte sein Konzept zunächst für zwei Jahre umsetzen, dann schauen, wie es angenommen wird, und im besten Fall darauf aufbauen.

"Ich finde den Raum fantastisch", sagte er über den Farrenstall. Er habe viel Charakter und sei mitten im Ort. Im vorderen Bereich wäre das Café geplant, im hinteren Bereich, der halb abgetrennt ist und über eine Holzempore an drei Seiten verfügt, wäre der Bühnenbereich. Es solle ein Ort werden, zu dem man gerne mit der Familie gehe, sagt Julia Bach bei einem Vorort-Termin. Für beide wäre die Kulturscheune ein Traum, den sie gerne verwirklichen würden. Sie möchten die vorhandenen kulturellen Angebote ergänzen.

Im Konzept schätzt Lange die Kosten für Einrichtung und Betrieb auf rund 50 000 Euro pro Jahr. Die Kalkulation gehe von 70 Prozent Auslastung aus. Das entspräche rund 20 000 Euro Einnahmen pro Jahr und ergäbe rund 30 000 Euro Förderbedarf. Die Ausfallbürgschaft der Gemeinde läge für die zunächst geplanten zwei Jahre bei zwei mal 20 000 Euro.

Bedenken wegen Ausfallbürgschaft

Dies sorgte trotz positiver Resonanz für das Projekt auch für Bedenken. Michael Koch (CDU) verwies auf frühere Bürgschaften und Vereine. "Das ist sehr viel Geld. Wir müssen damit rechnen, dass es auf uns zukommt", sagte er. Michael Niehl (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, dass sich das Gremium zu einem späteren Zeitpunkt mit dem Thema beschäftigt. Weckbach fiel noch der Kulturfonds der Gemeinde ein. Die Verwaltung will prüfen, ob es möglich wäre, eine eventuelle Bürgschaft darüber laufen zu lassen. "Die Chancen auf Förderung wachsen, wenn das Land sieht, dass die Gemeinde uns unterstützt", sagte Lange.

Eigentlich war geplant, das Thema wieder in die Ratssitzung am 19. März zu bringen. Es klappe allerdings erst für die Sitzung am 9. April, erklärte Hauptamtsleiter Stefan Burger auf Nachfrage. Laut Thomas Lange werde der Zuschussantrag Anfang April entschieden.

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