Noch etwas vage, aber sehr positive Nachrichten hatte Bürgermeister Matthias Weckbach zu den Plänen für ein Museum im Seeum in Bodman. Er stellte den derzeitigen Stand in der jüngsten Sitzung des Fördervereins Museum Bodman vor. "Wir haben das Gebäude, einen Raum und einen sechsstelligen Betrag", fasste Weckbach zusammen. Zuletzt habe die Gemeinde eine große Spende vom inzwischen verstorbenen Rudolf Stumpp, Gründer des gleichnamigem Möbelhauses, für die kulturelle Arbeit bekommen. Ein Teil davon sei für das Museum. "Wir sind der Meinung, dass wir jetzt einen Aufschlag wagen können."

Die Gemeinde habe die Möglichkeit, die Nachbildung einer steinzeitlichen Kultwand sowie "eine hervorragende Schau" aus Bad Schussenried zu bekommen. Dies koste 38 000 Euro und sei ein Grundgerüst für weitere Planungen. Derzeit gebe es Gespräche mit dem Trägerverein. Weckbach erklärte, dass die Planung bis Herbst dieses Jahres fertig werden solle, damit es 2019 mit dem Museum losgehen könne. "Das wäre unser Wunschszenario." Denn das Museum sei kein Thema für den anstehenden Wahlkampf der Kommunalwahl 2019. Deshalb sollte alles vorher abgeschlossen sein.

Klaus Gohl (Trägerverein) erklärte, dass es nun darum gehe, ein Konzept zu finden, das mehr in der Mitte der Gesellschaft angesiedelt sei: "Das jetzige Konzept muss überarbeitet und an die Wirklichkeit angepasst werden." Das Museum solle einen größeren Bürgernutzen haben und nicht nur touristisch Interessantes zeigen. "Es soll auch für Feiern nutzbar sein", sagte Gohl, der ebenfalls eine Entscheidung im Herbst anvisiert. "Wir sind zuversichtlich, dass wir die Mehrheit im Gemeinderat bekommen. Dann können wir Sponsoren ansprechen und richtig an die Arbeit gehen." Der Arbeitstitel des Projekts laute jetzt "Bürgermuseum". Es sei nun zunächst das Ziel, die Pläne ausarbeiten zu lassen und im April oder Mai im Gemeinderat vorzustellen. Gohl brachte die Idee auf, dass der Förderverein seine Rücklage (siehe Infokasten) als Zuschuss für das neue Konzept einbringen könnte.

Gohl und Weckbach sind zuversichtlich, dass es bei einem mit Bürgernutzen gepaarten Museum eine gute Chance gebe, dieses zu verwirklichen. Es sollen auch die Gegner eingebunden werden, damit es keinen Unmut gebe. Fördervereinsvorsitzender Wilderich Graf von und zu Bodman bemerkte dazu, es sei "kein einfacher Projekt". Der Museumsraum solle später genutzt werden können, ohne dass Schäden an den Ausstellungsstücken befürchtet werden müssten. Er hoffe, dass der Förderverein in einem Jahr auf das Museum mit Sekt anstoßen könne. Aufgrund von Rückmeldungen im vergangenen Jahr sagte er auch: "Ich denke, dass Besucher mehr zur Geschichte erwarten. Der Förderverein kann aber nur fördern, wenn etwas beschlossen und geplant ist."

Die Formalia des Fördervereins waren in der Versammlung schnell abgehakt. Wilderich Graf von und zu Bodman blickte auf die Vorträge, Exkursionen und den Tag des offenen Denkmals 2017 zurück. Eine Führung durch die Ruine Bodman habe 90 Teilnehmer gehabt. Kassier Christoph Rettich gab einen kurzen Überblick über die Finanzen (siehe Infokasten) und die Kassenprüfer Christian Wickenhauser und Lothar Scholze erklärten, es sei "alles bestens". Die Entlastung von Kassier und Vorstand fiel einstimmig aus. Die satzungsgemäßen Neuwahlen war schnell erledigt. Wilderich Graf von und zu Bodman ist weiterhin Vorsitzender und Ute Weimann ist seine Stellvertreterin. Christoph Rettich bleibt Kassier und Markus Martin ist Schriftführer. Sybille Probst-Lunitz und Michael Niehl behalten die Posten als Beisitzer. Gesetzt sind außerdem der Bürgermeister, Kreisarchäologe Jürgen Hald und die Leiterin der Touristinformation als Vorstandsmitglieder sowie Vertreter der Leihgeber-Familien, wie Karin Weber.

 

Fakten und Vorschau

  • Förderverein Museum Bodman: Er hat derzeit 170 Mitglieder und verfügt auf einem Festgeldkonto über rund 12 800 Euro für mögliche Förderungen. Außerdem existiert ein Girokonto mit einem vierstelligen Betrag. Kassier Christoph Rettich weist darauf hin, dass noch Nachbildungen von Bronze (25 Stück) und Silber (sieben Stück) von Pfeilspitzen aus der Bronzezeit verfügbar sind.
  • Programm: Im April steht eine geführte Wanderung an, die zu den Stellen der Pfahlbauten bei Bodman und Sipplingen führt (Sonntag, 22. April). Im Juli gibt es Bogenschießen (Sonntag, 15. Juli). Im September findet mit Wilderich Graf von und zu Bodman ein Rundgang "Spuren der Kaiserpfalz" (Sonntag, 9. September) statt. Im November gibt es im Seeum einen Vortrag über Adel und Städte am westlichen Bodensee im Spätmittelalter (Mittwoch, 7. November). Infos im Internet: www.fvm-bl.de (löf)