Bodman-Ludwigshafen Mehr Schutz gegen Hochwasser: Gemeinde Bodman-Ludwigshafen investiert in Bereichen Bahnhofstraße, Bettental, Gießbach und Regentsweiler

Der Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen beschließt hat Maßnahmen beschlossen, die Wqasser bei Starregen oder Hochwasser besser leiten sollen. Dabei äußerte ein Anwohner auch deutlich seinen Unmut über die Situation am Gießbachtobel.

Verbesserungen an vier Stellen in und um Ludwigshafen sollen künftig dafür Sorgen, dass der Ort besser vor Starkregen oder Hochwasser geschützt ist. Der Gemeinderat hat Maßnahmen für rund 163 000 Euro besprochen und beschlossen.

Es wurde in der Sitzung deutlich, dass sich die Bürger Sorgen machen und Angst vor Überschwemmungen wie im vergangenen Juli haben. Bürgermeister Matthias Weckbach erzählte, dass es wieder Nachfragen nach Sandsäcken gegeben habe und diese am Feuerwehrgerätehaus bereitliegen. An verschiedenen Stellen entlang der Hauptstraße waren am Mittwochmorgen bereits Schutzwälle aus Sandsäcken an Hauseingängen zu sehen. Ein Anwohner der Straße "Am Hohlweg" in der Nähe des Gießbachtobels hat in der Ratssitzung am Dienstag außerdem seinem Unmut über die dortige Situation am Tobel Luft gemacht. Er kritisierte, keine Rückmeldung vom Bauamt bekommen zu haben, als er bereits im vergangenen Jahr Verbesserungsvorschläge eingereicht habe. Er bemängelte außerdem, dass der Wildholzrechen am Gießbachtobel nicht ausgebaggert worden sei und dies auch beim Einlaufbecken notwendig sei. Ortsbaumeister Ralf Volber erklärte daraufhin, dass Ideen in die aktuellen Pläne eingearbeitet worden seien. Bürgermeister Matthias Weckbach signalisierte außerdem, dass Gespräche bei Bedarf möglich seien. Allgemein sagte er: "Wir sind offen für zielführende Ideen und prüfen alle." Die Bürger könnten gerne auf die Verwaltung zukommen.

Aktuell gab es eine Vorstellung der geplanten Maßnahmen für die Problem-Schwerpunktbereiche Bahnhofstraße, Bettental, Gießbach und Regentsweiler. "Es ist wichtig, in den Außenbereichen schon viel Wasser wegzunehmen", erläuterte Weckbach und betonte, dass eine Zeitverzögerung wichtig sei, die die Fließgeschwindigkeit des Wassers verringere, so dass nicht zu viel auf einmal durch zu enge Bereiche ströme.

Im Bereich Regentsweiler und dem Zufluss zum Schwenkentalbach habe es unter anderem mit dem Ersetzen von Rohren bereits Maßnahmen gegeben, die laut Volber Erfolg zeigten. Die Kosten liegen bei rund 60 000 Euro, weil die Fläche sehr groß ist. Auch im Bettental sammeln sich die Wassermassen in einem sehr großen Bereich. Deshalb wird die Gemeinde nun die Wiese unterhalb des Grillplatzes in ein Becken umbauen, aus dem das Wasser abgeleitet werden und seine Fließgeschwindigkeit reduziert werden kann (43 000 Euro). Die Gemeinde führt zudem noch Gespräche mit dem Besitzer einer weiteren Wiese, da es effektiver wäre, wenn auch diese für die Entwässerung genutzt werden könnte. Die Verwaltung will die Arbeiten im Bettental noch dieses Jahr umsetzen.

Auch beim Gießbach soll es noch 2018 Arbeiten geben. Dort wird ein Damm entstehen (47 000 Euro), der Wasser, das vom Plateau heranströmt, zurückhalten und ihm die Geschwindigkeit nehmen soll. Denn die Kaskaden, die es bereits gibt, könnten ihren Effekt nicht erzielen – das Wasser sei noch zu schnell. Außerdem investiert die Gemeinde weitere 12 000 Euro in eine Asphalt-Tragdeckschicht. Über diese könne zum Beispiel alles besser von Ästen und Dingen geräumt werden, die den Bach blockieren. "Wir wollen nicht nur Erde aufschütten, sondern etwas Massives machen. Und das kostet Geld", erklärte Volber zu allen Maßnahmen.

Die Bahnhofstraße neben der Bahnlinie ist ein großer Problempunkt im Ort selbst. Sie liegt tief und kann sich deshalb wie ein Becken füllen, wenn der Staukanal unter der Fahrbahn und der Mühlbach bei Starkregen überlastet sind. Das Landratsamt habe bereits grünes Licht für die Pläne gegeben, erklärte Weckbach. Die Gemeinde schreibt nun nach der positiven Entscheidung des Rats verschiedene Arbeiten aus. Es wird neue Einläufe und Kanäle geben. "Damit kriegen wir das Wasser aus der Straße weg", sagte Volber. Auch ein neuer Auslass des Mühlbachs soll Wasser in den See ableiten. Der Bau ist für November geplant.

Bürgerpflichten

Die Gemeinde rüstet den Hochwasserschutz an verschiedenen Stellen inner- und außerorts auf. Bürgermeister Matthias Weckbach wies in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats aber auch darauf hin, dass jeder Grundstückseigentümer Pflichten habe und dazu beitragen könne, Wasser besser abzuleiten: "Alle Maßnahmen sind etwas mehr Schutz, aber jeder muss auch Eigenvorsorge auf seinem Grundstück machen." Das bedeutet, dass Wasser gut versickern können müsse. Gemeinderat Klaus Gohl (Freie Wähler) wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass zum Beispiel Hofeinfahrten gemäß den Vorschriften nicht so sein dürften, dass sie Wasser auf öffentliche Flächen ableiten, dies aber oft so sei. (löf)

Ihre Meinung ist uns wichtig
☀ Einzigartige Sonnenstücke vom See ☀
Neu aus diesem Ressort
Bodman-Ludwigshafen
Bodman-Allensbach
Bodman-Ludwigshafen
Stockach
Bodman-Ludwigshafen
Bodman-Ludwigshafen
Die besten Themen