Das Finale ist pünktlich vor der Fasnachtspause geglückt: Die bemannte Teilschnittmaschine, die sich in rund fünf Metern Tiefe unter dem Friedhof durchgegraben hat, erreichte am Mittwochmorgen die Zielgrube. Nun sind die rund 120 Meter Hochwasserschutzkanal zwischen Radolfzeller Straße (B 34) und Talstraße durchgepresst.

Hier ist die Maschine schon ein Stückchen weiter draußen. Recht schneidet Lutz Jäckel mit dem Schweißbrenner noch eine Stelle der Spundwand besser frei. Bild: Ramona Löffler
Hier ist die Maschine schon ein Stückchen weiter draußen. Recht schneidet Lutz Jäckel mit dem Schweißbrenner noch eine Stelle der Spundwand besser frei. | Bild: Löffler, Ramona

Die Mitarbeiter von VT-Vortriebstechnik GmbH, einer Tochter der Braumann Tiefbau GmbH aus Österreich, hatten bei ihrer Arbeit in den vergangenen Wochen immer viele Zuschauer rund um beide Gruben. Anwohner und Passanten verfolgten die Kanaldurchpressung und stellten viele Fragen. So auch ein Senior, der sich am Mittwochmorgen nach dem Durchbruch lange mit Dieter Renz von der Baufirma Strobel über die Technik unterhielt. Renz erläuterte, wie in der Startgrube in Richtung Zielgrube gemessen wurde und wie sich der Maschinenfahrer sich dann per Laserstrahl Richtung Ziel orientierte. "Ich bin von der Präzision begeistert", sagte ein Anwohner.

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Mittags war dann der Einsatz eines Autokrans, der die Maschine zum Abtransport aus der Zielgrube hob, ein großes Spektakel. Wegen der Steigung von einem Prozent zwischen B 34 und Radolfzeller Straße liegt die Zielgrube übrigens einen Meter höher als die Startgrube, erklärten die Mitarbeiter der beteiligten Firmen.

Hier werden langsam die Kanalteile in der Startgrube eingepresst, während die Kanalgrube Maschine mit Baggerschaufel auf der anderen Seite des Friedhofs in der Zielgrube angekommen ist. Der Kran hebt die Kanalteile ein. Bild: Ramona Löffler
Hier werden langsam die Kanalteile in der Startgrube eingepresst, während die Kanalgrube Maschine mit Baggerschaufel auf der anderen Seite des Friedhofs in der Zielgrube angekommen ist. Der Kran hebt die Kanalteile ein. | Bild: Löffler, Ramona

Momentan ist parallel in der Radolfzeller Straße die Verlegung des neuen, rechteckigen Hochwasserkanals. Unter dem Friedhof sind die Rohre rund und in der Talstraße werden es später eckige sein. Um dies zu überbrücken, werden Gerinne eingebaut, erklärt Dieter Renz. Der Schacht, der noch im Bereich der Zielgrube eingesetzt werde, wiege rund 25 Tonnen, erläuterte Renz. Für die Kanalverlegung in der Talstraße gibt es bisher weder eine Planung, einen Zeitplan oder eine Kostenschätzung.

Hier gibt es den Ablauf des Durchbruchs in zehn Bildern.