Die Erweiterung der Uferanlagen beim Zollhaus kommt. Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen kauft rund 370 Quadratmeter für 250 000 Euro hinzu. Diese Fläche wird von einem größeren Grundstück mit Haus abgetrennt und dem Park zugeschlagen. Der Gemeinderat hat dies in seiner jüngsten Sitzung anhand von Vertragsentwürfen beschlossen. Wie bereits bei der ersten Diskussion und Entscheidung zum Gesamtgrundstück vor der Sommerpause war die Entscheidung erneut durchwachsen: Sieben Räte stimmten mit Ja, sechs mit Nein und ein Mitglied enthielt sich.

Um die 370 Quadratmeter an die Uferanlagen anzudocken, gibt es landschaftsbauliche Veränderungen. „Wir entfernen die Thuja-Hecke“, erklärte Bürgermeister Matthias Weckbach. Die große Weide bleibe stehen. Als Abtrennung an die nach hinten versetzte Grundstücksgrenze komme dann eine Buchen-Hecke und der Eigentümer des Wohngrundstücks erhalte einen Zugang zur öffentlichen Parkanlage. Das hätten die anderen Anlieger auch, so der Bürgermeister.

Die Verwaltung hat nun das weitere Ziel, für die drei bebauten Grundstücke zwischen Zollhaus und Uferanlage einen eigenen Bebauungsplan „Parkstraße„ zu schaffen, der die Entwicklung des Gebiets festlegt. Außerdem möchte die Gemeinde so den Park auf lange Sicht nochmals erweitern und an weitere Flächen kommen. „Wir möchten die Linie später gerne fortziehen“, sagte Weckbach. Damit meint er, ein Stück vom mittleren der drei Grundstücke ebenfalls dem Park zuschlagen zu können.

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Zum rechtlichen Hintergrund erläuterte bereits die Sitzungsvorlage, dass die Gemeinde im Frühling dieses Jahres eine Veränderungssperre und eine Vorkaufsrechtssatzung für die drei Wohngrundstücke erlassen hatte, um sie eines Tages in die Parkanlage integrieren zu können. Doch der Teilkauf habe die Sachlage geändert und ein seperater Bebauungsplan sei sinnvoller. „Im Aufstellungsbeschluss könnten schon Eckwerte festgelegt werden. Die Veränderungssperre wäre damit vorläufig entbehrlich“, so die Vorlage.

Im Gremium entbrannte noch eine kurze Diskussion über den Inhalt des neuen Bebauungsplans „Parkstraße„. Christoph Leiz (Grüne) beantragte, dass nur Satteldächer zugelassen werden sollen. Petra Haberstroh (Freie Wähler) stimmte ihm zu: „Ein Flachdach würde die Uferlinie zerreißen. Es gib dort nirgends Flachdächer.“ Die Meinungen gingen jedoch weit auseinander. Sieben Räte befürworteten Leiz‘ Antrag, sechs stimmten mit Nein und es gab auch eine Enthaltung – genau wie bei der Kaufentscheidung.

Alessandro Ribaudo (CDU) fand, dass die Begrenzung auf zwei Wohneinheiten ein zu starker Eingriff wäre. Er befürchtete, dass der Rat so vielleicht ein Recht wegnehmen würde, das die Eigentümer bisher hatten. Weckbach erklärte aber, dass es diese Beschränkung dort bereits gebe. Hauptamtsleiter Stefan Burger fügte hinzu, dass die Baufenster ohnehin keine Erweiterungen zulassen würden und zeigte dies auch auf einem Lageplan. Letztendlich stimmte das Gremium bei einer Enthaltung für den Aufstellungsbeschluss des neuen Bebauungsplans „Parkstraße„.

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