Es war emotional und das Ende einer Ära: Bürgermeister Matthias Weckbach verabschiedete in dieser Woche langgediente Gemeinderäte, zeichnete jahre- und jahrzehtelanges Ehrenamt aus und vereidigte das neue Gremium für die kommenden Jahre.

Der nun ehemalige Gemeinderat sei das fünfte Gremium gewesen, das er in seinen bisher 20 Jahren als Bürgermeister miterlebt habe, erzählte er. Es sei außerordentlich produktiv gewesen. „Es wird schwer, das zu toppen“, sagte Weckbach und zählte auf, wieviele Stunden jeder für das Gemeinwohl investiert habe (siehe Kasten). „Dazu braucht es viel Idealismus und Aufopferung.“ Der neue Rat könne positiv auf der Arbeit des alten Gremiums aufbauen und weitermachen.

Acht Mitglieder schieden aus dem Gemeinderat aus: Philipp Kuppel, Mathias Mendler, Gabriele Zwisler, Willi Engster, Michael Niehl, Monika Karle, Klaus Gohl und Klaus Meckelburg. Kuppel und Mendler erhielten jeweils Geschenke, wobei Mendler an diesem Abend nicht anwesend sein konnte. Willi Engster, Michael Niehl und Monika Karle waren jeweils zehn Jahre in diesem Ehrenamt. Weckbach überreichte ihnen unter anderem jeweils eine Ehrennadel des Gemeindetags.

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Gohl hatte das Amt 15 Jahre lang inne und Meckelburg sogar 20 Jahre. Bei Gohls Verabschiedung sagte Weckbach, er habe dem Gremium Würze gegeben. „Wir verlieren eine wichtige Stütze“, so der Bürgermeister. Gohl habe immer wieder Sachen ins Wanken gebracht. Aber zu schauen, zu wenden und verschiedene Aspekte zu berücksichtigen, mache Demokratie aus, fasste Weckbach zusammen.

Über Meckelburg sagte er, dass jedes Gremium jemanden brauche, der etwas freier argumentiere: „Diesen Blick hast du reingebracht.“ Die Frage sei nun, wer dafür sorgen werde, dass die Sitzungen ein Ende hätten. „Mal sehen, wie wir die Aufgaben verteilen“, scherzte Weckbach und erntete zustimmendes Lachen aus den Reihen der alten und neuen Räte. Es könne nicht hoch genug eingeschätzt werden, dass Gohl und Meckelburg so lange Zeit Räte gewesen seien, betonte Weckbach.

Die Reihen waren mit ehemaligen und neuen Gemeinderäten voll. Auch Familienmitglieder waren bei der Verabschiedung des alten Gremiums, den Ehrungen und der konstituierenden Sitzung des neuen Rats.
Die Reihen waren mit ehemaligen und neuen Gemeinderäten voll. Auch Familienmitglieder waren bei der Verabschiedung des alten Gremiums, den Ehrungen und der konstituierenden Sitzung des neuen Rats. | Bild: Löffler, Ramona

Die Geschenke für alle acht waren jeweils handcolorierte Stiche, die verschiedene Motive zeigten, zum Beispiel eine Ansicht vom See auf Ludwigshafen für Monika Karle. „Ich werde euch sehr vermissen“, sagte sie zu ihren ehemaligen Ratskollegen. Gohl bedankte sich für die Zusammenarbeit mit allen: „Wir haben gemeinsam viel erreicht. Es war mir eine Ehre.“

Nach den Abschieden konnte Weckbach auch noch mehreren wiedergewählten Räten für langjähriges Engagement im Gemeinderat danken und Ehrennadeln überreichen. Alessandro Ribaudo ist seit 15 Jahren dabei. Weckbach lobte seinen Bürgermeisterstellvertreter für die produktive Zusammenarbeit und „das tolle Miteinander“.

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Michael Koch gehört seit 18 Jahren zum Gremium. Weckbach dankte ihm für seine klare, geradlinige Meinung und sein unverzichtbares Wissen.

Claudia Brackmeyer hat seit 20 Jahren einen Sitz im Rat. Sie sei mit Offenheit dabei und verschaffe auch immer wieder einen neuen Blickwinkel, so Weckbach.

Robert Hermann war der Spitzenreiter mit 25 Jahre als Gemeinderat. Weckbach lobte seine hohe Sachkenntnis. Hermann sei ein Garant für Kontinuität und eine wichtige Stütze. „Wir sind froh, dich im Gremium zu haben“, sagte der Bürgermeister. Hermann erklärte, es mache ihm viel Spaß. Deshalb habe er nochmal kandidiert. Weckbach bedankte sich auch bei den Familien der Räte, die das Ehrenamt und gelegentliche Anfeindungen mittragen.

Für Ehrungen und die konstituierende Sitzung sah es im Sitzungssaal im Ludwigshafener Rathaus etwas anders aus als sonst. Beim nächsten Mal wird die Sitzordnung mit den üblichen Positionen der Tische in U-Form festgelegt.
Für Ehrungen und die konstituierende Sitzung sah es im Sitzungssaal im Ludwigshafener Rathaus etwas anders aus als sonst. Beim nächsten Mal wird die Sitzordnung mit den üblichen Positionen der Tische in U-Form festgelegt. | Bild: Löffler, Ramona

Zum neuen Rat fasste Weckbach nochmal zusammen, dass dieser nun 14 statt 16 Mitglieder habe, weil die unechte Teilortwahl weggefallen sei. Diese sei ein Schutz des kleineren Ortsteils für genug Vertreter im Rat gewesen, doch die Zahlen zeigten, dass ein Schutz gar nicht mehr notwendig sei. Im neuen Gremium seien sechs Räte aus Bodman und acht aus Ludwigshafen – also fast ausgeglichen.

So sieht jetzt der neue Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen aus. Die Mitglieder haben sich mit Bürgermeister Matthias Weckbach (links) zum Foto auf der Treppe zum Sitzungssaal im Ludwigshafener Rathaus aufgestellt. Bild: Ramona Löffler
So sieht jetzt der neue Gemeinderat von Bodman-Ludwigshafen aus. Die Mitglieder haben sich mit Bürgermeister Matthias Weckbach (links) zum Foto auf der Treppe zum Sitzungssaal im Ludwigshafener Rathaus aufgestellt. Bild: Ramona Löffler | Bild: Löffler, Ramona

Der neue Gemeinderat konstituierte sich schließlich noch: Weckbach nahm allen Mitgliedern gesammelt den Eid ab. Es fielen auch gleich die Entscheidungen über die Zusammensetzungen wichtiger Ausschüsse im Ort sowie zur Vertretung in der Verwaltungsgemeinschaft oder an anderen Stellen. Dazu hatten sich die Fraktionen bereits vorberaten. Die neuen Bürgermeisterstellervertreter sind die alten: Alessandro Ribaudo und Sonja Hildebrand.

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