Seit geraumer Zeit gibt es Ärger um den Wohnmobilstellplatz beim Strandbad Bodman. Ärger gibt es bei den Platznutzern und bei Strandbadpächter Magnus Mosler. Dass der Standort weder ideal noch einladend ist, ist kein Geheimnis. Zuletzt haben die Beschwerden über den Stellplatz zugenommen. Aus diesem Grunde beabsichtigte die Verwaltung, den Platz, der für acht Wohnmobile vorgesehen ist, aufzugeben. Doch daraus wurde nichts. Die Ratsmitglieder lehnten den Vorschlag der Verwaltung mit einer Mehrheit von zwei Stimmen ab.

Die Angelegenheit war im Touristikausschuss bereits am 9. Oktober behandelt worden. Im Hinblick darauf, dass keine befriedigende Lösung gefunden werden konnte, war man im Ausschuss der Meinung, die Plätze ersatzlos zu streichen. Zur Sitzung am Dienstag war Strandbadpächter Magnus Mosler eingeladen, um über die Sachlage zu berichten. "Das Problem des Wohnmobilstellplatzes ist die unmittelbare Nähe zum Strandbad, von dem Lärm ausgeht, der den ruhebedürftigen Gästen in den Wohnwagen missfällt," sagte er. Aber nicht nur dies wurde bemängelt.

Mosler selbst habe gerade in letzter Zeit Auseinandersetzungen mit den Wohnmobilgästen gehabt. In einem Fall sei es sogar zu Handgreiflichkeiten gekommen. Andererseits berichtete er von Diskussionen zwischen Badegästen und Campern, die erwarten, die sanitären Anlagen des Strandbades nutzen zu dürfen. Kinder, die auf dem Gelände des Strandbades Volleyball spielen, seien Beschimpfungen der Camper ausgesetzt. Außerdem nehmen die Camper Stellplätze, die für das Strandbad vorgesehen sind, unberechtigterweise in Beschlag. "Dieser Zustand verlangt nach einer Lösung", sagte Mosler.

Der Gemeinderat diskutierte fast eine Stunde lang. Aus touristischer Sicht ist ein Wohnmobilabstellplatz wichtig, zumal eine große Nachfrage nach solchen Stellplätzen herrscht, hieß es. Bürgermeister Matthias Weckbach betonte, dass geeignete Ersatzflächen nicht vorhanden seien. Michael Niehl wollte die Stellplatzgebühr erhöhen, die die Benutzung der sanitären Einrichtungen des Strandbades für die Camper einschließe, andererseits schlug er eine Verlegung des Stellplatzes zu den Tennisplätzen vor. Michael Koch schlug eine Kooperation zwischen Strandbad und Wohnmobilstellplatz vor. Christoph Leiz sprach sich für eine Schließung des Stellplatzes aus. Man dürfe den Strandbadpächter nicht im Regen stehen lassen. So sahen es fünf weitere Ratsmitglieder, aber mit acht gegen sechs Stimmen bei einer Enthaltung (zwei Ratsmitglieder fehlten) behielten die Gegner einer Schließung bei der Abstimmung knapp die Oberhand.