Der Anbau an die Ludwigshafener Turnhalle ist einen wichtigen Schritt weiter: Die Entscheidung für eine von vier Varianten für den Gymnastikraum mit Schnitzelgrube ist gefallen. Außerdem wird die Gemeinde die Kosten für den Bau der Schnitzelgrube übernehmen.

Bürgermeister Matthias Weckbach fasste für Gremium und Zuhörer zunächst die bisherige Planung und Debatten zusammen. Ziel sei es eigentlich gewesen, den Raum bereits 2019 zu haben. Ein Haken sei, dass es noch Jahre dauern könnte, wenn der Turnverein Ludwigshafen (TVL) die Bau- sowie Einrichtungskosten der Schnitzelgrube selbst stemmen müsste. Deshalb stand im Raum, dass die Gemeinde für den Bau aufkommt und der Verein später die Ausstattung kauft.

Das könnte Sie auch interessieren

Weckbach betonte, wie wichtig die Vereine der Gemeinde für die Sozialstruktur seien und dass der Anbau notwendig sei, um genug Platz und Trainingszeiten bieten zu können: „Es sind grenzwertige Zustände in der Turnhalle. Mit dem Gymnastikraum hätten wir eine deutliche Entzerrung.“

Es sei nun für die weitere Planung wichtig, die Größe zu klären, damit weitergeplant und die genauen Kosten berechnet werden könnten. Es stehen rund 592 000 Euro im Raum, inklusive 19 500 Euro Bauwerkskosten für die Schnitzelgrube. „Wir wollen alles vorantreiben, damit wir im nächsten Jahr bauen können“, so Weckbach.

Vorstellung der vier Varianten

Planerin Gabriele Zwisler stellte die vier Varianten vor. Alle umfassten etwa 140 Quadratmeter Hallenfläche inklusive abdeckbarer Schnitzelgrube. Doch sie unterschieden sich in der Position zur bestehenden Halle, des Außeneingangs und der sanitären Anlagen. Sie habe auch auch den Wunsch des TVL untersucht, ob die Grube immer offen sein könnte, sagte Zwisler. „Aber die Halle müsste dann breiter werden und dann wäre der Schulhof weg“, fasste sie zusammen.

Michael Koch (CDU) unterstützte, dass die Gemeinde die Kosten für die Schnitzelgrube übernimmt. Er sprach sich für die zweite Variante aus, bei der der Anbau parallel zur Grundstücksgrenze liegt und der Eingang, Durchgang, Umkleide, Toilette sowie ein Gerätelager im Zwischenbereich von Halle und Anbau angeordnet sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Alessandro Ribaudo (CDU), der auch stellvertretender Vorsitzender des TVL ist, erkundigte sich, wie genau der Durchgang zur Halle aussehen werde. Es sei wichtig, dass dieser hoch sei. Er regte auch an, die Grube so weit wie möglich nach hinten zu schieben, um maximalen Anlauf für die Turner zu ermöglichen: „Am besten ganz an die Wand.“ Das wäre laut Gabriele Zwisler kein Problem.

Alessandro Ribaudo
Alessandro Ribaudo | Bild: SK

Petra Haberstroh (Freie Wähler) brachte noch die Idee ein, den Hallenanbau von 14 auf 15 Meter zu verlängern, damit mehr Platz für Fenster wäre. Das sei eine Preisfrage, erklärte Gabriele Zwisler.

Debatte um die Fenster

Das Thema Fenster nahm einen großen Teil der Diskussion ein. Es kam auf, dass viel Fensterfläche abgedeckt wäre, wenn die Bodenklappe der Schnitzelgrube offen wäre. Gabriele Zwisler erklärte, dass es noch die Oberlichter gebe und der Lichteinfall beim Planen automatisch nochmal geprüft werde. Sie schlug zusätzliche Fenster an der Wand am Ende der Grube vor. Weckbach gab zu dieser oder anderen Fensterideen nur zu Bedenken, dass auch Spiegelflächen im Gymnastikraum vorgesehen seien. Deshalb müssten Lichtreflexionen, die blenden könnten, vermieden werden.

Mit der Entscheidung des Gemeinderats für die zweite Planungsvariante und die Kostenübernahme für den Bau der Schnitzelgrube muss der TVL später nur für deren Ausstattung aufkommen. Matthias Weckbach dankte allen, die an der Planung und Entscheidung beteiligt waren: „So kommt die Halle auch“, sagte er.