Die Idee kam eigentlich gut an, aber die Kosten bereiteten vielen Bauchschmerzen: Die Gemeinde könnte die Uferanlage zwischen Zollhaus, Parkstraße und Schlössleweg vergrößern. Dort mussten in den 1960ern drei Grundstücke verkauft werden (siehe Kasten). Für eines davon, das 1326 Quadratmeter umfasst, beriet und entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung über die Nutzung des bestehenden Vorkaufsrechts.

Mit dem Grundstück hinter Baum und Hecke rechts könnten die Uferanlagen in Ludwigshafen wachsen. Links hinten ist das Zollhaus zu sehen.
Mit dem Grundstück hinter Baum und Hecke rechts könnten die Uferanlagen in Ludwigshafen wachsen. Links hinten ist das Zollhaus zu sehen. | Bild: Löffler, Ramona

Bürgermeister Matthias Weckbach erläuterte die Vorgeschichte und dass die Gemeinde damals keine andere Wahl gehabt habe. Nun sei eine der drei Flächen, die neben dem Spielplatz liegt, verkauft worden. Die Gemeinde könnte noch innerhalb einer zweimonatigen Frist von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch machen. Der Preis läge bei 1,7 Millionen Euro zuzüglich Gebühren für Grundbuch und anderes – also insgesamt rund zwei Millionen Euro. Dafür wären jedoch ein Nachtragshaushalt und der Verkauf anderer gemeindeeigener Grundstücke zur Finanzierung notwendig.

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Es stand deshalb auch die Option im Raum, das Parkstraßen-Grundstück zu splitten und nur den Wiesenteil zu kaufen, dessen Hecke direkt an den Uferpark angrenzt. Weckbach sagte, habe bereits Kontakt aufgenommen: Dies wären 380 Quadratmeter für etwa 450 000 Euro. „Das wäre jetzt unsere Chance, es zurückzubekommen“, sagte Weckbach. Er geht davon aus, dass das Gebäude auf dem Grundstück von einem Käufer umgebaut oder sogar neu gebaut würde.

Bedenken wegen den Kosten

Robert Hermann (CDU) wies darauf hin, dass es noch andere Flächen gebe, die die Gemeinde gerne kaufen würde. Er hatte deshalb große Bedenken, dass dort dann auch solche hohen Preise verlangt werden würden, wenn die Gemeinde dies nun so kaufe.

Alessandro Ribaudo (CDU) sah dies ebenfalls so. Er betonte, dass die Gemeinde sechs bis sieben Grundstücke im Neubaugebiet Haiden verkaufen und damit die nachhaltige Planung wegwerfen müsste, um die Vergrößerung des Uferparks zu finanzieren. Zwei Millionen für Wiese am See empfand er als zuviel, zumal er befürchtete, dass dies zu Lasten des Kindergartenneubaus in Ludwigshafen und des neuen Feuerwehrhauses ginge. Auch Dietmar Specht (CDU) riet aufgrund des Preises vom Kauf ab: „So viel Geld für mehr Park ist zu teuer.“

Gesamtkauf hat auch Befürworter

Petra Haberstroh (Freie Wähler) hingegen sagte: „Es wäre die einmalige Chance, die Sünde von damals rückgängig zu machen.“ Sonja Hildebrand (Freie Wähler) und Kurt Schmidt (SPD) schlossen dieser Meinung an. Christoph Leiz (Grüne) war gegen einen Teilkauf. Auch er sah hier eine Chance.

Alwin Honstetter (CDU) sprach sich für die Teillösung aus, wenn die Achse vielleicht verlängert werden könnte. Also wenn der Nachbar vielleicht auch zustimmen würde, den Rasenteil seines Grundstücks zu verkaufen. So könnte der Park noch weiter wachsen.

So ging die Abstimmung aus

In der Abstimmung gab es schließlich nur vier Ja-Stimmen für den Kauf des Gesamtgrundstücks. Acht waren dagegen, zwei enthielten sich. Beim Teilgrundstück stimmten neun Räte mit Ja und fünf mit Nein. Die Details und der genaue Preis müssen nun noch verhandelt werden.