Das „Best of“-Konzert als Start ins 150. Vereinsjahr des Musikvereins Ludwigshafen sollte ein besonderes Erlebnis werden und das war es auch: Es beginnt mit dem stimmungsvollen Empfang – zwei Feuerschalen vor dem Gemeindezentrum weisen den Weg. Drinnen setzen farbige Strahler, Kerzen und Lichterketten den vollen Saal und insbesondere die Bühne in Szene. Dirigent Rainer Ehmann begrüßt die Gäste und führt kurzweilig und sehr informativ durch den Abend. Das „Best of“-Programm beinhalte einen musikalischen Rückblick auf die jüngste Vergangenheit. „Ich habe keine Ahnung, was die Jungs vor anderthalb Jahrhunderten gespielt haben“, erklärt er. Daher sei die Wahl auf Stücke der letzten 30 Jahre gefallen, die in Gesprächen immer wieder genannt würden.

Bei Szenen aus „Stetttelberger 2“ kamen auch Solisten zum Zug. Sie ersetzten gefühlvoll die Gesangsstimmen. Bild: Claudia Ladwig
Bei Szenen aus „Stetttelberger 2“ kamen auch Solisten zum Zug. Sie ersetzten gefühlvoll die Gesangsstimmen. | Bild: Claudia Ladwig

Das Jugendblasorchester, verstärkt mit einigen älteren Musikern, überzeugt mit zwei Stücken. Die Musik aus „König der Löwen“ liebten die heutigen Jugendlichen ebenso wie diejenigen, die sie 2007 gespielt hätten, sagt Ehmann. Das Publikum wünscht noch eine Zugabe und klatscht bei „The Lion sleeps tonight“ mit viel Taktgefühl mit.

Inoffizieller Startschuss ins Jubeljahr

Der Vereinsvorsitzende Robert Auer freut sich über die vielen Besucher dieses „inoffiziellen Startschusses“ für das 150-jährige Jubiläum, das im ganzen nächsten Jahr mit mehreren Veranstaltungen gebührend gefeiert werde. Er weist darauf hin, dass auch Rainer Ehmann ein persönliches Jubiläum begehe: sein 30. Jahreskonzert. Dementsprechend habe er aus knapp 300 Stücken wählen müssen und da könne nicht das Lieblingslied jedes Einzelnen dabei sein. Das Programm sei jedoch toll: „Wir haben ein modernes, experimentelles, melodiöses Konzert, bei dem auch Bigband Sound vorkommt, vor uns.“ In ihren neuen Uniformen betreten die rund 45 Musiker dann die Bühne.

Das Jugendblasorchester des MV Ludwigshafen begeisterte mit drei Stücken. Die unterschiedlichen Beleuchtungen und die Bilder an der hinteren Wand sorgten für eine besondere Atmosphäre. Bild: Claudia Ladwig
Das Jugendblasorchester des MV Ludwigshafen begeisterte mit drei Stücken. Die unterschiedlichen Beleuchtungen und die Bilder an der hinteren Wand sorgten für eine besondere Atmosphäre. | Bild: Claudia Ladwig

Rainer Ehmann moderiert jedes Stück an, das macht das Eintauchen in die außergewöhnlichen Klangwelten für das Publikum einfach. Die Bilder im Hintergrund vervollkommnen die Eindrücke. Die Zuhörer gruseln sich vor „Godzilla“, genießen die Melodie von „Twins“ und reisen mit Phileas Fogg „in 80 Tagen um die Welt“. Später geht es nach New York, Stockholm und Tennessee, Amerika. Den Höhepunkt des zweiten Teils stellt „Stettelberger 2“ dar, eine Eigenkomposition von Jonas und Rainer Ehmann. „Stettelberger 1 und 2 sind Meilensteine in der Vereinsgeschichte“, sagt Ehmann. Das Orchester spielt einige Szenen, die Gesangsstimmen werden durch Soloinstrumente gefühlvoll ersetzt. Das Finale begeistert so, dass es am Ende als dritte Zugabe erneut dargeboten wird.

Bei „Godzilla eats New York“ wechselten Bigband-Szenen eines Konzerts mit Szenen des Horrormonsters ab. Hier erklang gerade Musik von Frank Sinatra. Das Orchester spielte diesen musikalischen Gruselfilm so beeindruckend, dass es dafür von den Besuchern mit besonders viel Applaus belohnt wurde.
Bei „Godzilla eats New York“ wechselten Bigband-Szenen eines Konzerts mit Szenen des Horrormonsters ab. Hier erklang gerade Musik von Frank Sinatra. Das Orchester spielte diesen musikalischen Gruselfilm so beeindruckend, dass es dafür von den Besuchern mit besonders viel Applaus belohnt wurde. | Bild: Claudia Ladwig

Zuhörer loben die Auftritte

Roland Ittner, bis vor einigen Jahren Dirigent des MV Hilzingen, kommt jedes Jahr. Er lobt die Leistungskurve, die stets nach oben zeige. „Da stimmt einfach alles: Rhythmik, Intonation, Technik, Ansage. Man spürt die Leidenschaft des ganzen Orchesters.“

Das Jugendblasorchester des MV Ludwigshafen begeisterte mit drei Stücken. Die unterschiedlichen Beleuchtungen und die Bilder an der hinteren Wand sorgten für eine besondere Atmosphäre. Die Jugendlichen genossen den wohlverdienten Applaus. Bild: Claudia Ladwig
Das Jugendblasorchester des MV Ludwigshafen begeisterte mit drei Stücken. Die unterschiedlichen Beleuchtungen und die Bilder an der hinteren Wand sorgten für eine besondere Atmosphäre. Die Jugendlichen genossen den wohlverdienten Applaus. | Bild: Claudia Ladwig

Bei einer kleinen Umfrage in der Pause liegt „Godzilla“ in der Gunst der Befragten vorn. Rolf Haltmeyer, Vorsitzender des MV Stahringen, fand das Stück perfekt dargestellt. „Das ging glatt den Rücken runter.“ Hubert Kuppel, Vorsitzender des MV Espasingen, gefiel zwar „In 80 Tagen um die Welt“ am besten, doch zu „Godzilla“ sagt er anerkennend: „Ich möchte nicht wissen, wie lange sie dafür geübt haben.“ Auch Heiko Becker, der viele Jahre beim MV Wahlwies aktiv war, nennt sofort den musikalischen Gruselfilm. Bürgermeister Matthias Weckbach hat eine besondere Erklärung: „Godzilla ist mein Favorit – weil ich Elvis-Fan bin. Dass viele „Elvise“ das Monster angreifen, gefällt mir.“ Er kenne viele der Stücke schon und ist begeistert. „Es ist immer wieder ein Erlebnis. Wahnsinn.“ Robert Auer dankt abschließend seinen Kollegen: „Ihr seid eine Truppe, auf die der Vorstand, die Gemeinde und die Zuschauer stolz sein können.“