Wer sich diesen Sommer mit dem Gleitschirm oder Drachen in die Lüfte wagte, dem machten ungewöhnliche Turbulenzen zu schaffen. Selbst erfahrene Flieger, wie sie der Drachen- und Gleitschirmfliegerclub Seeadler Ludwigshafen in seinen Reihen hat, hatten sich insbesondere bei heißem Wetter mit außergewöhnlichen Flugbedingungen auseinanderzusetzen. Der Wetterfachmann des Deutschen Hängegleiterverbandes (DHV), Volker Schwaniz, führt dieses Phänomen auf den heißen und trockenen Sommer zurück, der in weiten Teilen des deutschen Flachlandes zu Flugbedingungen wie in Südfrankreich geführt habe. Schnelle aufsteigende Winde durch die starke Thermik führten zu lokalen Starkböen.

Bei den Versammlungen der Seeadler-Piloten wird regelmäßig zu Sicherheitsfragen Stellung genommen. Darauf legt der Vorsitzende Patrik Schwarm stets größten Wert. Er machte die Piloten jetzt auch mit der neuesten Sicherheits-Empfehlung des DHV vertraut. Demnach sollten Flüge von Flugschülern und weniger erfahrenen Piloten bei den derzeitigen Bedingungen nicht in der Übergangszeit von stabilen Verhältnissen zur prognostizierten stärksten Thermik durchgeführt werden. Denn in solchen Situationen ist die Gefahr von Starkböen-Ereignissen besonders groß.

In diesem Ausnahmesommer ist die Thermik viel stärker als man bisher gewohnt ist. Es treten vor allem bodennah starke Turbulenzen auf. Die Seeadler-Piloten sind bisher ohne Unfall durch den Sommer gekommen. Wenn der Herbst Einzug hält und sich die Wetter-und Flugbedingungen normalisieren, wird das Fliegen mit dem Gleitschirm oder Drachen vom heimischen Stettelberg aus auch weniger erfahrenen Piloten wieder Vergnügen bereiten.