Die Jahresrechnung 2017 der Gemeinde, die Kämmerer Klaus Lindenmayer im Gemeinderat präsentierte, fällt positiv aus. Im vergangenen Haushaltsjahr kam durch verschiedene Dinge, wie höhere Gewerbesteuereinnahmen und eine niedrigere Kreisumlage, mehr Geld in die Kassen beziehungsweise Ausgaben waren teilweise niedriger (siehe Infokasten).

Die Gemeinde konnte dem Investitionshaushalt 1,9 Millionen Euro mehr zuführen und brauchte ein eingeplantes Darlehen doch nicht. Deshalb lag das Volumen des Vermögenshaushalts mit 834 600 Euro um fast 13 Prozent höher als veranschlagt, doch ohne eine Zuführung aus dem Verwaltungshaushalt wäre es geringer ausgefallen. Die Gemeinde musste aber statt 150 000 Euro letztlich 787 800 Euro aus der allgemeinen Rücklage entnehmen.

Claudia Brackmeyer (SPD) hatte Rückfragen zu zwei Punkten: 31 000 Euro für den Katastrophenschutz waren in der Jahresrechnung waren versehentlich auf der Einnahmen statt Ausgaben-Seite gelandet. Beim Ausgleich von Lohnausfällen von Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr war die Zahl für 2017 deutlich höher als in den Vorjahren, wo sie etwa um 6000 Euro lagen. Der Grund, so Lindenmayer, seien die Unwetter im vergangenen Sommer. Robert Hermann (CDU) sprach die hohen Kosten für die Sportlerehrung an. Das liege am Kauf der Medaillen, erläuterte Bürgermeister Matthias Weckbach. Die Gemeinde habe gleich einen Vorrat für die nächste Ehrung mitgekauft. Hermann dankte am Ende der Kämmerei für ein hervorragendes Jahresergebnis.

2018 brachte bereits einen ersten Liquiditäts-Engpass mit sich, den die Gemeinde mit einem Kredit überbrückt hat. Es könnte auch noch ein zweites Mal Probleme geben, so der Kämmerer. Denn für 2018 sind im Haushalt Einnahmen durch Grundstücksverkäufe im Gebiet Haiden eingerechnet, diese gibt es aber bisher noch nicht. Der Verkaufsstart steht erst noch bevor.

So könnte im Dezember ein Liquiditätsproblem entstehen. "Es wäre bitter, wenn wir im Dezember noch einen Nachtragshaushalt bräuchten", sagte Weckbach. Er und Lindenmayer erklärten, dass wenn im Dezember noch Haiden-Grundstücke verkauft werden, diese Einnahmen dem alten Jahr zugerechnet würden, selbst wenn das Geld im Januar käme. "Wir haben 2,5 Millionen aus Grundstücksverkäufen eingeplant, aber noch nicht verkauft.

Wir sollten im Dezember mindestens Grundstücke im Wert von einer Million verkaufen", sagte Lindenmayer. Weckbach möchte für die Zukunft den Kassenkredit, den die Kommune nur kurzfristig zur Sicherstellung der Liquidität aufnehmen kann, in die Haushaltsaufstellung einplanen, um Engpässe zu vermeiden. Die Maximalhöhe liege momentan bei einer Million Euro.

Neben der Jahresrechnung für die Gemeinde ging es auch noch um die Eigenbetriebe Energie, Versorgung und Verkehr (EVV). Dort gab es sowohl Gewinne, als auch Verluste, wie Lindenmayer erklärte. Der Gewinn lag bei 35 000 Euro und die Verluste bei 69 000 Euro, zum Beispiel waren es beim DSL 25 000 Euro Verlust. Ausgaben für die MS Großherzog Ludwig schlagen 2017 und 2018 stark zu Buche, so Weckbach. Die EVV seien aber so angelegt, dass Gewinne mit Verlusten verrechnet werden können.