Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen rüstet sich gegen Hochwasser. Nicht erst seit den Hochwassern im Juli 2017 ist man im Rathaus intensiv bemüht, Ludwigshafen vor Überflutungen zu schützen. Schon Jahre zuvor liefen die Planungen zum hochwassersicheren Ausbau insbesondere des Mühlbachs. Bisher kommt es beim Mühlbach zu kleineren Hochwassern wie zu Überschwemmungen mit Schäden an der Bebauung. Käme ein etwa 100-jähriges Hochwasser, stünde es im Zentrum von Ludwigshafen sogar bis zu eineinhalb Meter hoch, stellte das Ingenieurbüro Reckmann (Owingen) fest, das mit der Planung des Hochwasserschutzes Mühlbach beauftragt worden war. Es hatte unter anderem die Einflüsse des Einzugsgebietes ermittelt und mehrere Standorte für Hochwasser-Rückhaltebecken untersucht.

Wer bei Hochwasser in Ludwigshafen Wegweiser wie diesen lesen will, braucht gute Augen oder riskiert nasse Füße. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2016. Überflutungen durch starken Regen im Ort will die Gemeinde durch ein Rückhaltebecken und Ableitungskanäle künftig verhindern.
Wer bei Hochwasser in Ludwigshafen Wegweiser wie diesen lesen will, braucht gute Augen oder riskiert nasse Füße. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2016. Überflutungen durch starken Regen im Ort will die Gemeinde durch ein Rückhaltebecken und Ableitungskanäle künftig verhindern. | Bild: Bäuerle, David

Doch schadensreiche Hochwasser gab es auch im nordöstlichen Bereich von Ludwigshafen, wo zum Beispiel bei Unwettern der zum reißenden Fluss werdende Gießbach von der Höhe herunterschießt und Geröll und Schlamm ins Dorf wälzt, wie zuletzt im Juli vergangenen Jahres. Unwetter, die vor allem im Ortskern von Ludwigshafen erhebliche Schäden anrichteten, gab es schon in früheren Jahren. Eine Beruhigung trat einigermaßen ein, als man im Gießbach Sicherheitsmaßnahmen vornahm. Doch bei Jahrhundertereignissen, wie man sie gerade in jüngster Zeit erlebt und die von Klima-Experten als Folgen der Klimaerwärmung angesehen werden, müssen besondere Schutzmaßnahmen getroffen werden.

Jetzt sind die Arbeiten am Hochwasser-Rückhaltebecken Fuchsweg mit einem Nutzvolumen von 24 000 Kubikmeter im vollen Gang. Er hält alles Sturzwasser, das aus der Höhe kommt, zurück. "Die Arbeiten verlaufen gemäß Zeitplan", sagt Ortsbaumeister Ralf Volber. Die ersten Außenwände konnten bereits betoniert werden.

Im Schlösslepark Ludwigshafen stehen bei einem Hochwasser im Jahr 2016 die seenahen Ruhebänke im Wasser.
Im Schlösslepark Ludwigshafen stehen bei einem Hochwasser im Jahr 2016 die seenahen Ruhebänke im Wasser. | Bild: Friedrich W. Strub

Am 21. Juni 2017, also noch vor den Ereignissen in Ludwigshafen, weilte Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer in der Gemeinde und übergab an Bürgermeister Matthias Weckbach einen Zuwendungsbescheid von 3,57 Millionen Euro für den Ausbau des Hochwasserschutzes. Das Projekt ist auf mindestens fünf Millionen Euro veranschlagt. Bärbel Schäfer würdigte die aktive Rolle der Gemeinde im Hochwasser-Risikomanagement und den Bürgermeister, einer der Moderatoren in der Hochwasser-Partnerschaft des Einzugsgebiets Bodensee/Hegau. Bodman-Ludwigshafen habe erkannt, dass neben einem technischen Hochwasserschutz auch der Vorsorge und Gefahrenabwehr in der Bauleitplanung eine bedeutende Rolle zukommt.

Hier geht's nicht weiter: Bei Hochwasser in Ludwigshafen sind Teile des Uferbereichs gesperrt. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2016. Überflutungen durch starken Regen im Ort will die Gemeinde durch ein Rückhaltebecken und Ableitungskanäle künftig verhindern.
Hier geht's nicht weiter: Bei Hochwasser in Ludwigshafen sind Teile des Uferbereichs gesperrt. Hier eine Aufnahme aus dem Jahr 2016. Überflutungen durch starken Regen im Ort will die Gemeinde durch ein Rückhaltebecken und Ableitungskanäle künftig verhindern. | Bild: Bäuerle, David

Lob kommt auch von Umweltminister Franz Untersteller, er schreibt: "Die Maßnahme in Ludwigshafen zeigt, dass wir die Risiken für die Bürgerinnen und Bürger im Land nur im Zusammenspiel mit den Städten und Gemeinden minimieren und so die vom Hochwasser ausgehenden Schäden verringern können. Daher unterstützt die Landesregierung Maßnahmen der Kommunen zum Hochwasserschutz und zur Verbesserung der Gewässerökologie."

Noch vor Übergabe des Zuwendungsbescheides wurde mit den Bauarbeiten am Hochwasser-Kanal für den Mühlbach begonnen. In dem von der Bahn vorgegebenen Zeitraum vom 7. bis 11. Juni wurden die Arbeiten zur Unterquerung der Bahnstrecke in Tag- und Nachtarbeit umgesetzt. Während dieser Zeit gab es wegen dieser Arbeiten und weiteren Baustellen in Sipplingen einen Schienenersatzverkehr von Radolfzell bis Überlingen. In der jüngsten Gemeinderatssitzung hat der Gemeinderat weitere Arbeiten im Rahmen des hochwassersicheren Ausbaus des Mühlbachs vergeben: Seeeinlauf, Mühlbachkanal von der Bahnhofstraße in der B 34 bis zum Friedhof und Durchpressung unter dem Friedhof.