Nicht nur einmal im Jahr steht die Feuerwehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit, wie es bei der Jahreshauptübung und der Hauptversammlung besonders augenscheinlich ist. Gerade im vergangenen Sommer, als schwere Unwetter über der Region niedergingen und Millionenschäden hinterließen, waren es die Feuerwehrleute, die bis zur Erschöpfung zusammen mit hilfsbereiten Mitbürgern Großartiges leisteten. Dies war nur ein Beispiel für andere Einsätze, wie sie bei der Versammlung der Gesamtwehr im katholischen Gemeindezentrum in Ludwigshafen von den Abteilungskommandanten zur Sprache kamen.

Für den Versammlungsleiter, Gesamtkommandant Steffen Bretzke, war es eine besondere Freude, Kreisbrandmeister Carsten Sorg erstmals in der Bodman-Ludwigshafen begrüßen zu können. Er hatte zuvor die Hauptübung in Bodman als Beobachter aufmerksam verfolgt. Freude auch über die Ankündigung des Bürgermeisters, in die Feuerwehr kräftig zu investieren. Vielen war der Kreis-Feuerwehrchef bislang noch nicht persönlich bekannt. So war man gespannt, was er über den Ablauf der Hauptübung zu sagen hatte: Vorweg ein Lob für die Wehrmänner, denen er eine gute Ausbildung bescheinigte. Man habe sich an eine Aufgabe herangewagt, die von jedem Mann äußerste Konzentration verlange, um insbesondere bei der Menschenrettung ja keinen Fehler zu machen. Dass für die Drehleiter aus Stockach ein Platz freigehalten wurde, sah er sehr positiv, auch die Anschaffung einer Wärmebildkamera, wie sie zum Einsatz gekommen sei, habe sich als notwendig erwiesen. Sorg bemängelte in seiner Manöverkritik, dass der sogenannte Totmannwarner nicht eingeschaltet gewesen sei, was er aber stets sein müsse. Auch dürfe der Kohlenstoffmonoxid-Warner nicht im Fahrzeug belassen werden. Die Verwendung der Schleifkorbtrage sollte den Vorzug vor der Klappkrankentrage erhalten.

Feuerwehrleute mussten schreckliche Bilder verarbeiten

Gesamtkommandant Steffen Bretzke sprach von einem Jahr 2017, in dem die Feuerwehr der Gemeinde die Grenze des Belastbaren überschritten habe. Mit 164 Einsätzen und vielen Proben, Ausbildungen, Projekten wie Beschaffungen von Wärmebildkameras, Co-Melder, Schere und Spreizer, Bekleidung sowie kleineren Dingen habe man es im vergangenen Jahr zu tun gehabt. Der Gesamtkommandant erwähnte insbesondere einen schweren Verkehrsunfall auf der B 31 neu, bei dem eine junge Frau ums Leben kam. Und wenig später sprang kurz vor Weihnachten eine Person vor einen fahrenden Zug. "Dies waren leider sehr schreckliche Bilder für die Einsatzkräfte. Leider hatten wir innerhalb von sechs Monaten sechs Einsätze mit tödlichem Ausgang, was es so für uns noch nie gegeben hat", sagte Bretzke.

Auf den Bedarfsplan eingehend, sorgt sich der Gesamtkommandant um Nachwuchs, insbesondere in Bodman. Erfreut zeigte er sich von der positiven Entwicklung der Jugendfeuerwehr unter Leitung von Patrick Feiß. Derzeit besteht sie aus 17 Mitgliedern, elf Jungen und sechs Mädchen. Er hoffe, dass die gestartete Werbekampagne erfolgreich verläuft und dankte der Gemeinde für die Unterstützung insbesondere bei ihren Investitionen für die Feuerwehr. "Da kommen wir seit 2015 auf runde 150 000 Euro nur an Ausrüstung und Kleidung. Das ist sehr viel und hat uns bedeutend modernisiert und auch für die Einsätze gut gerüstet." Schließlich machte Steffen Bretzke auf das 150-jährige Bestehen der Feuerwehr Bodman aufmerksam, das am 15. September gefeiert werde.

Gemeinde investiert in neue Fahrzeuge

Bürgermeister Matthias Weckbach betonte, dass die Hochwasserereignisse die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr unter Beweis gestellt hätten. Am 12. Juni werde dem Gemeinderat der neue Feuerwehrbedarfsplan vorgestellt, der sich unter anderem mit der Personalstruktur und der Jugendförderung sowie der Werbung von aktiven Mitgliedern beschäftige. Er kündigte die Neu- und Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen an. So erhalte die Abteilung Bodman einen Mannschaftstransportwagen (MTW) und ein Löschfahrzeug (LF 10), verschiedene Anhänger und die Abteilung Ludwigshafen einen Pickup. Schnelle bauliche Veränderungen beim Gerätehaus Ludwigshafen konnte er allerdings noch nicht in Aussicht stellen. Es sei für ihn wichtig, dass die Drehleiter der Stockacher Wehr bei Schadensfällen auf Gemeindegebiet stets mit alarmiert werde.

Personalien

  • Ehrungen: Das Feuerwehrehrenzeichen in Silber erhielten Oberbrandmeister Ingo Jäck, Oberfeuerwehrfrau Rebekka Kaupert, Oberlöschmeister Stefan Müller, Oberlöschmeister Markus Sauter.
  • Beförderungen: Feuerwehrmann wurden Maximilian Sauter und Lukas Bentele. Oberfeuerwehrmann: Marcel Forschner, Robert Bentele, Hans Wiggenhauser, Felix Blessing Nico Seemann, Michael Ill, Markus Munz, Alexander Rigling, Axel Koniezny. Hauptfeuerwehrmann: Florian Stegen, Alexander Knobloch, Michael Kempter, Valentin Kaltenbrunner, Sebastian Strobel, Patrick Feiß, Philipp Wagner, Frank Lämmerzahl. Löschmeister: Daniel Rothenburger, Markus Bretzke, Frank Renner. Oberlöschmeister: Uwe Specht, Stefan Müller, Markus Sauter. Oberbrandmeister: Ingo Jäck. (fws)