Das seit mehr als 15 Jahren ersehnte ortsgeschichtliche Museum für Bodman-Ludwigshafen war noch nie so greifbar wie jetzt. Die Umsetzung dauert zwar weiter, doch die Zusammenfassung von Bürgermeister Matthias Weckbach in der Hauptversammlung des Fördervereins Museum Bodman-Ludwigshafen zeigte, wie die Pläne Stück für Stück konkreter werden.

Er stellte das Jahr 2022 für die Eröffnung des Museums in den Raum. Vorher sei es unwahrscheinlich, da auch noch finanzielle Mittel fehlten. Weckbach betonte: „Klar ist, dass es ein Museum geben wird. Und es wird auch dieser Raum sein.“ Damit meinte er einen 300 Quadratmeter großen Raum neben dem Sitzungssaal im Obergeschoss des Seeums in Bodman.

Das Bürgermuseum von Bodman-Ludwigshafen soll im Seeum Platz finden. Der Fluchtplan weist sogar schon lange den großen Raum neben dem Sitzungsaal im Obergeschoss als Museum aus.
Das Bürgermuseum von Bodman-Ludwigshafen soll im Seeum Platz finden. Der Fluchtplan weist sogar schon lange den großen Raum neben dem Sitzungsaal im Obergeschoss als Museum aus. | Bild: Löffler, Ramona

Zwei Schwerpunkte möglich

Die seit Herbst existierende Arbeitsgruppe „Bürgermuseum“ mit Untergruppen habe bisher erst eine Sitzung gehabt. Aufgrund der Gemeinderatswahlen im vergangenen Jahr und die Sommerpause habe sich alles etwas verzögert, erklärte Weckbach. Er nannte Klaus Gohl „eine wichtige Stütze“, denn Gohl habe das Konzept der Arbeitsgruppen entwickelt. „Es gibt zwei Schwerpunkte für das Museum: Ein Bürgermuseum, in dem Veranstaltungen stattfinden können, und die museale Darstellung“, fasste Weckbach zusammen.

Es stehe im Raum, die Front des Seeums in Richtung See zu öffnen. Die Größe von Fenstern würde dann von Museumsschwerpunkt abhängen. Weckbach geht davon aus, dass im Lauf des Jahres klar werde, in welche Richtung das Museum gehen soll.

Georg Häußler von Archaeotask (links) spricht über die den Ablauf von Ausgrabungen, die Technik und wie es an zwei Stellen in Bodman-Ludwigshafen war.
Georg Häußler von Archaeotask (links) spricht über die den Ablauf von Ausgrabungen, die Technik und wie es an zwei Stellen in Bodman-Ludwigshafen war. | Bild: Löffler, Ramona

Politik als Kunst des Möglichen

Kreisarchäologe Jürgen Hald plädierte in der Versammlung für den musealen Schwerpunkt. Er wies darauf hin, dass durch große Fenster Geld für anderes fehlen würde. Klaus Gohl betonte: „Wir haben alle gelernt, dass Politik die Kunst des Möglichen ist. Wir werden nur Erfolg haben, wenn wir etwas finden, das die breite Mehrheit erhält.“ Es sei besser Kompromisse einzugehen, als dass es nicht klappe. Er sei überzeugt, dass alles bereits auf einem guten Weg sei.

Dem schloss sich Wilderich Graf von und zu Bodman, der Vorsitzende des Fördervereins, an. Zu den Ausstellungsstücken sagte Graf Bodman, dass zur Sammlung Paul Weber noch Leihgaben hinzukommen sollen. Das Museum soll auch die Pfahlbauten und das Mittelalter darstellen.

Das Bürgermuseum von Bodman-Ludwigshafen soll im Seeum Platz finden.
Das Bürgermuseum von Bodman-Ludwigshafen soll im Seeum Platz finden. | Bild: Gerhard Plessing

Der Gemeinderat ging zuletzt von Kosten in Höhe von einer Million Euro für das Museum aus, so Weckbach. Darin sei auch das Lager inbegriffen, das gebaut werden müsse und für das auch die Tourist-Info und andere Einrichtungen berücksichtigt werden müssten. Hintergrund ist, dass der vorgesehen Museumsraum im Seeum derzeit als Lager dient und das Seeum keinen Keller hat.

Internetseite ist wichtiger Faktor

Ein Dreh- und Angelpunkt um die Bedeutung eines Museums für Bodman-Ludwigshafen deutlich zu machen, ist die neue Internetseite des Vereins. Regina und Thomas Modenbach waren maßgeblich an der Erstellung beteiligt. Thomas Modenbach stellte die Seite vor. Da viele gar nicht wüssten, was eigentlich im geplanten Museum zu sehen sein soll, gebe es dort Einblicke in die Funde aus der Sammlung Paul Weber. Außerdem sei auf der Seite ein Überblick über 7000 Jahre Siedlungsgeschichte.

Rückblick auf 2019

In der Versammlung gab es nur wenige der üblichen Formalia. Der Kassenbericht von Christoph Rettich fiel kurz aus und die Kassenprüfer bestätigten die einwandfreie Kassenführung. Graf Bodman gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr. Dabei hob er vor allem den Tag des offenen Denkmals hervor, an dem 253 Besucher zu zwei Führungen in die historischen Schlosstorkel gekommen waren. In diesem Jahr werde es eine Führung durch die Pfarrkirche St. Peter und Paul geben, kündigte er an. Er betonte auch, dass es ein Glücksfall für Bodman sei, dass Rolf Hauff in diesem Jahr ein Urzeitmuseum in der Torkel eröffne.

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Lob für Verein und Veranstaltungen

Weckbach lobte das Engagement des Fördervereins, vor allem auch die Ortsführungen. Bevor Ute Weimann, die stellvertretende Vorsitzende des Fördervereins, diese vor drei Jahren übernommen habe, seien diese ein brachliegendes Feld gewesen. „Jetzt haben sie sehr großen Zuspruch“, sagte er. Ute Weimann, die sich auf die diesjährigen Führungen freut, kündigte in einem Überblick über kommende Veranstaltungen an, dass am Freitag, 17. April, die erste von sieben Ortsführungen stattfinde.

Neu sei in diesem Jahr, dass es über die Echt-Bodensee-Karte einen Euro Rabatt für die Vereinsveranstaltungen gebe. Einnahmen kämen dem Verein zugute. Graf Bodman bemerkte im Hinblick auf die Veranstaltungen noch: „Der Förderverein hat sich auch etwas zum Geschichtsverein entwickelt.“

Über einen Vortrag zu den Ausgrabungen im Haiden in Ludwigshafen und im Ried in Bodman im Anschluss an die Versammlung folgt noch ein gesonderter Artikel