Was künftig bei Bau oder Umbau von Häusern erlaubt und verboten ist, sollen grundlegend überarbeitete Gestaltungssatzungen für Bodman und Ludwigshafen regeln. Ein Planungsbüro hat diese erarbeitet und nun in der öffentlichen Sitzung des Gemeinderats vorgestellt. Das Thema war in den vergangenen Monaten auch schon nichtöffentlich diskutiert worden.

Sabine Geerds, Stadtplanerin und Geschäftsführerin von Z&M Stadtentwicklung aus Friedrichshafen, erklärte anhand einer Präsentation mit Beispielbildern, wie die bisherigen Vorschriften aussehen und was sich ändert. Ziel ist es, den historische geprägten Baustil zu erhalten, denn aufgrund von Umnutzungen, Abrissen und Neubauten oder Gestaltungstrends drohe der dörfliche Charakter verloren zu gehen, stellte das Planungsbüro bereits in einer schriftlichen Zusammenfassung dar. Ein Grund sei auch, Fehlentwicklungen der Vergangenheit entgegenzuwirken. Der Beginn der Begründung für die Satzung von Bodman lautet daher so: "Diese Satzung wird erlassen, um das historisch gewachsene Erscheinungsbild im Altort von Bodman zu sichern, zu bewahren und behutsam weiter zu entwickeln."

Ein wichtiges Stichwort der überarbeiteten Satzung ist "Lochfassade". Das ist eine Massivbauwand mit klar abgegrenzten Fenster- und Türöffnungen. Bei dieser gibt es nun konkretere Vorgaben zur Gestaltung von Fenstern und Balkonen sowie die Farben für die Außenfassaden. Die neue Version sieht zum Beispiel vor, dass nachträglich angebaute Balkone nicht wie vorgestellte Fassaden wirken dürfen und es sind keine grellen Farben oder reines Weiß als Außenfarbe erlaubt.

Bei der Dachgestaltung wird die minimal zulässige Dachneigung von 25 Grad auf 35 heraufgesetzt, wobei der Entwurf erst 30 Grad vorsah, doch auf Anregung von Rat Robert Hermann (CDU) in der Sitzung wurden es letztendlich 35 Grad. Das Gremium stimmte zu. Dies war neben Freiflächen in Vorgärten einer der Punkte, zu denen es Anmerkungen gab. Vorgärten entlang von öffentlichen Straßen sollen künftig zu mindestens zu einem Viertel begrünt und, sofern möglich, 1,5 Meter tief sein. "Ist dies nicht möglich, ist auf der zur Verfügung stehenden Fläche ein Pflanzstreifen anzulegen", heißt es in der Regelung.

Auch für Werbeschilder ändern sich die Vorgaben. Es gebe steigenden Regelungsbedarf, so der Schluss des Planungsbüros. Der Hintergrund ist, dass Werbung nicht aufdringlich sein und sich in das Ortsbild einfügen soll. Schilder dürfen zum Beispiel nicht über dem Brüstungsbereich des Obergeschosses angebracht werden. Auch beleuchtete Schilder sind nicht erlaubt – diese müssen angestrahlt werden. Rat Alessandro Ribaudo (CDU) erkundigte sich bei diesem Punkt, was das für das beleuchtete Schild der Apotheke in Ludwigshafen bedeute. "Hier greift der Bestandsschutz, solange nichts neu gemacht wird", erklärte Sabine Geerds.

Sie erläuterte auch, dass manche Dinge bisher noch gar nicht festgelegt seien, nun aber eine Vorschriften bekommen. Das gilt zum Beispiel bei Negativgauben, also Dacheinschnitte. "Wir wollen keinesfalls ein Loch im Dach", sagte sie. Negativgauben sollen zulässig sein, wenn sie nicht zur Straße hin zeigen.

Nach der Präsentation von Sabine Geerds und der Klärung offener Fragen entschied das Gremium bei einer Gegenstimme dafür, mit den überarbeiteten Gestaltungssatzungen in das Offenlageverfahren zu gehen.