Bodman-Ludwigshafen Engagierte Debatte im Ausschuss: Das Unterkunftsverzeichnis soll es künftig nur noch digital geben

Gemeinderat Robert Hermann stellt außerdem den Besuch von Tourismus-Messen in Frage. Mehrere Räte sprechen sich jedoch für die Imagebroschüre aus.

Schon vergangenes Jahr hatte man sich in der Touristinformation Gedanken darüber gemacht, die Vermittlungsleistungen kostenpflichtig zu machen. Prinzipiell sollte die Unterkunftsvermittlung über die Touristinformation für alle Leistungspartner, Gäste, Gastgeber und Touristinformation, verbessert werden. Die bei der Unterkunftsvermittlung auftretenden Probleme galt es zu lösen. Das Ziel: ein vollständiges Unterkunftsverzeichnis (UKV), eine Imagebroschüre und aktuelle Daten zu erhalten. In der jüngsten Sitzung des Tourismusausschusses rückten überraschend Messebesuche, Unterkunftsverzeichnis und Imagebroschüre in den Fokus.

Gemeinderat Robert Hermann stellte das Unterkunftsverzeichnis sogar in Frage, zumal viele Gastgeber ausschließlich das Internet nutzen. Er sprach sich gegen einen Zwangseintrag im UKV aus, stieß aber bei der Leiterin der Touristinformation, Anna Wildöer, auf Unverständnis. "Die Touristinformation benötigt dieses Produkt für den Besuch der Messen", machte die deutlich. Doch Hermann hakte nach, als er die Frage nach der Notwendigkeit von Messen stellte, zumal seiner Meinung nach kein Gast nur aufgrund einer Messe nach Bodman-Ludwigshafen komme. Wenn man keine Messe besuche, bräuchte man auch kein UKV mehr, entgegnete er, ergänzte aber, dass er nicht für das Abschaffen der Verfügbarkeitsaktualisierung sei. In Bezug auf Deskline war er der Auffassung, dass, wenn man hier seine Verfügbarkeiten nicht selbstständig pflege, sich die Gebühr für den Vermieter verteuere. Anna Wildöer erklärte, dass das UKV auch in dem Prospektservice der Touristinformation häufig nachgefragt werde. Schaffe man es ganz ab, habe die Touristinformation kein Produkt mehr zum Versenden.

Michael Koch betonte, dass ein UKV nur sinnvoll sei, wenn alle Vermieter dort vertreten seien. Von einer Imagebroschüre profitiere die ganze Gemeinde, deshalb sollte man das UKV und die Imagebroschüre auf jeden Fall trennen. Er trat für die Beibehaltung der Verfügbarkeitsaktualisierung ein.

Oliver Thum, der Vorsitzende des Touristik-Fördervereins Ludwigshafen, betonte, dass die Unterstützung der Touristinformation vielen Vermietern gleichgültig sei. "Die meisten Vermieter sind in den Sommermonaten ausgebucht und werden sich nicht bei der Touristinformation melden, ob sie verfügbar sind und wollen nicht durch das UKV vermarktet werden. Ich bin der Meinung, dass es das UKV nur noch digital geben sollte", warf Thum in die Debatte. Eine online-Buchbarkeit von Seiten der Touristinformation schloss er komplett aus. Ausschussmitglied Dietmar Specht hingegen sprach sich klar für eine Imagebroschüre aus. Diese sollte aber getrennt vom UKV erscheinen und über die Kurtaxe bezahlt oder mit einer Umlage auf die Bettenzahl mit den Vermietern abgerechnet werden. Bürgermeister Matthias Weckbach wehrte sich gegen die Bezahlung der Broschüre durch den Steuerzahler. Die Kosten sollten auf die Vermieter umgelegt werden, die davon profitieren. Weckbach sekundierte Oliver Thum, dass das UKV in digitaler Form völlig ausreiche.

Ebenso sieht Mathias Mendler keinen Grund für eine von der Allgemeinheit finanzierte Imagebroschüre. Seiner Meinung nach sollte man auf den Besuch von Messen verzichten und sich auch das Geld für die Produktion des UKV sparen könnte. "Wagen wir den Versuch, das UKV nur digital zu produzieren," rief Oliver Thum aus.

Matthias Weckbach merkte an, dass es eine Lösung ohne Steuermittel für das UKV oder die Imagebroschüre geben müsse und die Touristinformation verschiedene Marketing-Pakete anbieten soll. Die Dienstleistungen der Touristinformation müssten auf jeden Fall bezahlt werden. Dies müsse ebenso in den Marketing-Paketen Eingang finden wie die Anzeigen auf den Infoterminals. Die Infrastruktur auf den Terminals sollen kostenlos bestehen bleiben, da der Gast diese Informationen benötige. Bereits in der nächsten Sitzung des Touristikausschusses am Dienstag, 19. September, sollen die von der Touristinformation erarbeitenden Pakete zur Diskussion vorgestellt und im November beschlossen werden.

Touristikausschuss

Die Aufgaben des Touristikausschusses umfassen die Planung von Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs. Er ist zuständig für die Entwicklung und Förderung von Sport-, Kultur-und sonstigen Freizeiteinrichtungen. Der Touristikausschuss ist ein beschließender Ausschuss. Er besteht aus dem Bürgermeister als Vorsitzendem und aus acht weiteren Mitgliedern des Gemeinderates. Als beratende Mitglieder wirken je ein Vertreter der Tourismusfördervereine im Ausschuss mit. 

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