Die Torkeltüren öffnen sich im Frühsommer zum ersten Mal als neues Fossilienmuseum. Oder genauer gesagt: die Tür des ehemaligen Torkelstübles. Denn die frühere Gastronomie dient als Eingangsbereich und Shop. Von dort, so erzählt Betreiber Rolf Hauff, werde es dann weiter in den großen, unteren Raum der historischen Schlosstorkel gehen, der auf die Fossilien im Obergeschoss einstimmen soll.

„Es war ursprünglich angedacht, unten die Ausstellung zu machen, aber die Torkel-Presse wirkt sehr stark“, erklärt Hauff. Es habe sich dann die Möglichkeit ergeben, die Ausstellung im ersten Stock einzurichten. Die neu eingebaute Treppe, die eigentlich für den Brandschutz notwendig ist, wird dann dorthin führen.

Hauff erzählt, dass die Besucher aber bereits im Erdgeschoss die ersten großen Stücke sehen können, zum Beispiel einen Ichthyosaurier, der mehrere Meter groß ist. Das sind die Tiere, die im Erdmittelalter die Meere beherrscht haben.

Fossilien wie dieser Ichthyosaurier, dessen Umriss gut erkennbar ist, werden ab dem Frühsommer im Fossilienmuseum in der Torkel zu sehen sein. Bild: Urzeitmuseum Holzmaden
Fossilien wie dieser Ichthyosaurier, dessen Umriss gut erkennbar ist, werden ab dem Frühsommer im Fossilienmuseum in der Torkel zu sehen sein. Bild: Urzeitmuseum Holzmaden | Bild: Urzeitmuseum Holzmaden

„Der Wasserbezug ist eine schöne Verbindung zum Bodensee„, sagt der 66-Jährige, der mit dem Museum eine neue Herausforderung angeht. In einem Kinoraum können die Besucher die Jurameerwelt interaktiv erleben. Kinder dürfen außerdem in einem Nebenraum selbst Fossilien ausgraben. „Für Kinder ist es wichtig, dass sie die Formen spüren und erkennen können“, erklärt Hauff.

Wie sich alles ergeben hat

Als Hauff das Ziel hatte, neben dem Urzeitmuseum in Holzmaden ein weiteres einzurichten, habe er dazu am Bodensee mit vielen Leuten gesprochen. Es habe sich schließlich ergeben, dass ihm jemand den Kontakt zu Johannes von Bodman hergestellt habe. So komme eine Ausstellung mit Bezug zum See nach Bodman, die es so am See aber noch nicht gebe.

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Und was gehört zur Ausstellung? Neben dem bereits genannten Ichthyosaurier zum Beispiel auch eine Seelilienkolonie. Diese habe laut Hauff mehr als einen Meter Durchmesser. Dazu gesellen sich unter anderem Plesiosaurier mit vier paddelförmigen Flossen und Fischsaurier. Auch wirbellose Ammoniten seien dabei – drei der weltweit schönsten, so Hauff. „Sie sehen wie Schnecken aus, sind aber mit Tintenfischen verwandt“, erklärt er. Es gebe zudem ein Replikat eines Krokodils, um den Bogen zum Haupthaus zu schlagen, wo dieses zum Logo gehört.

Architekt Tobias Jaklin (links) und Johannes von Bodman (rechts) freuen sich darüber, wie gut die neue Treppe geworden ist und wie gut sie sich in der Schlosstorkel einpasst. Die Treppe wird nach oben zum künftigen Museumsgeschoss führen.
Architekt Tobias Jaklin (links) und Johannes von Bodman (rechts) freuen sich darüber, wie gut die neue Treppe geworden ist und wie gut sie sich in der Schlosstorkel einpasst. Die Treppe wird nach oben zum künftigen Museumsgeschoss führen. | Bild: Löffler, Ramona

Noch nie gezeigte Stücke

„Das Museum in der Torkel wird nicht so groß wie im Stammhaus, aber wird schöne, repräsentative Fundstücke haben“, fasst der 66-Jährige zusammen. Der Fundus des Urzeitmuseums Holzmaden sei sehr groß. In Bodman könnten deshalb bisher noch nie gezeigte Stücke ausgestellt werden. Die Ausstellung werde interaktiv sein und beinhalte zum Beispiel Monitore mit Touchscreen. Es gebe es auch eine geologische Uhr, die den Zeitrahmen der Erdentwicklung darstellt, oder ein großes Panoramabild des Jurameers.

Die sanierte Schlosstorkel im Januar 2020 von außen. Wo früher rechts der Eingang zum Torkelstüble war, wird künftig der Eingang des Fossilienmuseum sein.
Die sanierte Schlosstorkel im Januar 2020 von außen. Wo früher rechts der Eingang zum Torkelstüble war, wird künftig der Eingang des Fossilienmuseum sein. | Bild: Löffler, Ramona

„Wir wollen zum Saisonbeginn loslegen. Es ist aber noch nicht klar, ob im Mai oder Juni“, sagt Hauff. Er hofft auf 10 000 bis 15 000 Besucher pro Saison. Zunächst soll aber erst mal im März die Einrichtung des Museums beginnen.