Das Lied "Der Fuchs geht um" ist derzeit in Bodman Realität. Anwohner und auch Kreisjägermeister Kurt Kirchmann sehen immer wieder Füchse durch die Gärten laufen. In einer Bodman-Gruppe im sozialen Netzwerk Facebook tauschen sich viele über die Fuchssichtung aus. So erzählt ein Anwohner über einen Fuchs vor dem eigenen Küchenfenster oder ein anderer davon, dass der Fuchs regelmäßig durch seinen Garten streife.

Aber was soll man mit so einem Fuchs machen? Kurt Kirchmann rät in einem solchen Fall, das Tier auf keinen Fall zu füttern, sonst verliere es die Scheu vor dem Menschen und gewöhne sich an das Futterangebot. Dann wäre es sehr schwer, das Tier wieder loszuwerden. Deshalb sollten Anwohner, wenn sie ihre Haustiere draußen füttern, die Fressnäpfe über Nacht ins Haus stellen, führt er weiter aus.

In einen früheren Fall gab das Landratsamt eine Mitteilung heraus, deren Inhalt weiter zutrifft: "Sofern der Eindruck besteht, dass der Fuchs schwer krank oder verletzt ist, kann die Untere Jagdbehörde beim Landratsamt kontaktiert werden. Außerhalb der Dienstzeiten sollte man sich an den Jagdberechtigten (sofern bekannt) oder an die Polizei wenden." Aber da Kurt Kirchmann eine Weiterbildung zum Stadtjäger gemacht hat, landen solche Fälle sehr oft bei ihm. Als Stadtjäger darf er mit Genehmigung in einem befriedetem Bezirk tätig werden. "Ich bekomme so viele Anrufe, dass ich glaube, der Stadtjäger wird ein Vollzeitjob", sagt Kirchmann. Was er dann mit den Tieren vor Ort mache, sei unterschiedlich. "Wenn der Fuchs krank ist, dann erlöse ich ihn. Aber wenn er gesund ist, versuche ich, ihn zu vergrämen", erklärt er. Dazu gebe es einige Möglichkeiten, zum Beispiel mit Geruchsmitteln oder mit einem Ultraschallgerät, das für die Menschen nicht hörbare Töne abgibt. Diese Töne werden aber von den Tieren als störend wahrgenommen.

Im Fall des Bodmaner Fuchses liegt bei Kirchmann der Verdacht nahe, es handle sich um ein Tier, das die Räude habe und eventuell die Staupe im Anfangsstadium. Ein Anwohner berichtet, das Tier sei in der Hitzezeit der vergangenen Wochen fast stündlich an seinen Gartenteich gekommen, um zu trinken. Dabei habe es sich nicht an den Menschen gestört. Deshalb möchte Kirchmann versuchen, den Fuchs über eine Lebendfalle zu fangen, da für Hunde eine Ansteckungsgefahr mit Räude und Staupe besteht. Menschen dagegen müssen keine Angst haben. Auch nicht vor Tollwut, denn diese gibt es in Deutschland nicht mehr. Das einzige Problem sei der Fuchsbandwurm, der durch Fuchskot übertragen wird. Deshalb solle ein Kothaufen schnell entfernt und Gemüse aus dem Garten gründlich mit Wasser abgespült werden, rät der Kreisjägermeister.

Kurt Kirchmann sieht die Verantwortung, dass Wildtiere immer häufiger in Wohngebiete kommen darin, dass die Menschen den Tieren immer mehr den Lebensraum nehmen und diese dann oft keine andere Wahl haben. Auch das Nahrungsangebot auf Komposthaufen und aus Mülltonnen sei ein Grund dafür. Aber dies sei kein lokales Problem, sondern überall in Deutschland würden die Meldungen über Wildtiere in besiedeltem Gebiet zunehmen, sagt der Experte.