Das seit vielen Jahren geplante Bürgermuseum hat eine weitere Hürde genommen. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung über die Bildung einer Arbeitsgruppe „Bürgermuseum Bodman-Ludwigshafen„ gesprochen und festgelegt, wer die Mitglieder sind.

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„Wir haben die Bildung der Arbeitsgruppe auf das neue Gremium verschoben“, sagte Bürgermeister Matthias Weckbach rückblickend auf dis bisherigen Entscheidungen in diesem Jahr zum Museum sowie die Kommunalwahl im Mai. Er fasste zusammen, dass in der Arbeitsgruppe neben Mitgliedern des Gemeinderats auch Vertreter des Fördervereins und externe Fachleute dabei sein sollten.

Seine Empfehlung war, den ehemaligen Gemeinderat Klaus Gohl reinzunehmen, „weil er sich schon so stark eingebracht hat“. Sonja Hildebrand (Freie Wähler) ergänzte noch um den ebenfalls ehemaligen Gemeinderat Michael Niehl: „Beide sind voll im Thema drin.“ Ihr war es auch wichtig, dass ein Ratsmitglied aus Bodman, der mit allen Vereinen vernetzt ist, in der Arbeitsgruppe sitzt.

Schlanke Gruppe bevorzugt

Auch weitere Namen kamen schnell auf: Graf Wilderich von und zu Bodman, Hegau-Museumsleiter Ralph Stephan, Kreisarchäologe Jürgen Hald und Architekt Thomas Krämer. Kurt Schmidt (SPD) und Alessandro Ribaudo (CDU) schlossen sich an. Letztgenannter fügte hinzu, dass die Gruppe zur Hälfte aus Ratsmitgliedern bestehen sollte, weil sonst vielleicht an dem vorbeigearbeitet werde, was der Rat wolle. „Es ist klar, dass der Bürgermeister dabei sein muss“, sagte Ribaudo außerdem. Das Problem sei nur, dass es so sehr viele Leute seien und keine schlanke Gruppe. Sonja Hildebrand schlug deshalb vor, dass alles in Themenbereiche aufzuteilen, damit Mitglieder gezielt in einer Sache tätig werden könnten.

Die Hälfte sollen Gemeinderäte sein

Petra Haberstroh (Freie Wähler) warf ein, dass es nicht notwendig sei, dass die Hälfte der Arbeitsgruppe Gemeinderäte seien. Claudia Brackmeyer (SPD) unterstützte die genannten Namen. Ihre Idee war, dass zu diesen Personen je ein Rat aus jeder Fraktion stoßen solle. Michael Koch (CDU) sah Jürgen Hald und Ralph Stephan eher in beratender Funktion. „Sie müssen nicht bei allem dabei sein“, sagte er.

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Der Gemeinderat beschloss letztendlich, die Arbeitsgruppe „Bürgermuseum Bodman-Ludwigshafen„ aus 13 Personen zusammenzusetzen: Alessandro Ribaudo (CDU), Claudia Brackmeyer (SPD), Christoph Leiz (Grüne), Michael Koch (CDU), Matthias Weckbach, eine Vertreterin der Touristinformation, Klaus Gohl, Michael Niehl, Wilderich von und zu Bodman, ein Vertreter der Familie Weber (archäologische Sammlung), Thomas Krämer, Jürgen Hald und Ralph Stephan. Dietmar Specht (CDU) soll außerdem in Hinblick auf die wirtschaftliche Seite dabei sein. „Eine schlanke Gruppe ist wichtig“, merkte der Graf an, der in der Sitzung in den Zuhörerreihen saß.

Ergebnisse werden in 2020 erwartet

Die Bürgermuseums-Arbeitsgruppe soll sich nun an dem Pflichtenheft für das neue Bürgermuseum orientieren, das der Gemeinderat im Januar beschlossen hatte. Sie kann bei Bedarf externe Berater hinzuziehen. Es gibt ein Budget von 5000 Euro und der Bürgermeister trifft eventuelle Honorarvereinbarungen. Eine Vorstellung der Ergebnisse der Arbeitsgruppe soll bis spätestens 30. April 2020 stattfinden.

Die Vorgeschichte

Pläne für ein Museum gibt es bereits seit mehr als 15 Jahren. 2018 kam Tempo auf. Nach einem Ratsbeschluss erstellte eine kleine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten ein Pflichtenheft für das Bürgermuseum, das im Januar 2019 Thema im Rat war. Im April kam in der Folge ein Ratsbeschluss, dass Lagerbedarf und -standort sowie deren Kosten ermittelt werden sollen. Weitere Kosten wie die Investition und der Unterhalt seien separat zu ermitteln. Es ging damals auch darum, zwei Konzepte zu erstellen, die das Museum oder Veranstaltungen in den Mittelpunkt rücken. Als Kostenrahmen steht eine Million Euro im Raum. Die Bildung einer Arbeitsgruppe „Bürgermuseum“ mit externen Beratern fand wegen der Kommunalwahl erst jetzt statt. (löf)