Es war ein eindeutiges und einstimmiges Ja zu allem: Der Gemeinderat hat mehrere Neuanschaffungen von Fahrzeugen für die Feuerwehr Bodman-Ludwigshafen und den Beginn der Planung für ein neues Gerätehaus in Ludwigshafen beschlossen. Die Räte stehen hinter der Feuerwehr, von denen rund 20 Kameraden, Kommandant Steffen Bretzke und Kreisbrandmeister Carsten Sorg in der Sitzung anwesend waren.

Gutachter Sven Volk aus Immenstaad stellte den Feuerwehrbedarfsplan und Abweichungen des Ist-Zustands in Bodman-Ludwigshafen vor. Er hat den Plan in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr erstellt. Dieser beschreibt zum Beispiel die Zuständigkeiten, welche Fahrzeuge zur Verfügung stehen und wie die Versorgung mit Einsatzkräften je nach Tageszeit aussieht. Bei letztgenannten zeigte sich, dass tagsüber Defizite herrschen, weil viele der ehrenamtlichen Einsatzkräfte außerhalb arbeiten. Nachts oder an Wochenenden sieht dieser Aspekt dafür umso besser aus und liegt weit über den Anforderungen. Auch die Zeiten, in denen die Feuerwehrleute am Einsatzort sein müssen, ist Teil des Bedarfsplans. Es gibt je nach Einsatzart oder Abdeckungsbereich Vorgaben, wie schnell Kräfte vor Ort sein müssen. Rat Alwin Honstetter (CDU) lobte, wie schnell die Feuerwehr in Ludwigshafen immer ausrückt. Sven Volk stellte auch heraus, wie sehr Unwettereinsätze zugenommen haben und dass es viel technische Hilfe gibt. Brand machten zwischen 2012 und 2016 lediglich 13,7 Prozent der Einsätze aus.

Bei den Feuerwehrhäusern in beiden Teilorten gibt es einige Mängel, wie der Bedarfsplan ergab. In Ludwigshafen ist ohnehin ein Neubau vorgesehen, für den die Kosten laut Bürgermeister Matthias Weckbach bei rund vier Millionen Euro liegen. Pro Standplatz für ein Feuerwehrfahrzeug gibt es 60 000 Euro Zuschuss, erklärte Kreisbrandmeister Sorg auf eine Frage aus dem Gremium. Die Standortsuche hat aber noch nicht begonnen. Rat Klaus Gohl (Freie Wähler) sprach sich für eine höhere Priorität und schnellere Planung des neuen Gebäudes aus. Das unterstützen mehrere Mitglieder des Gremiums sofort und mit Nachdruck. Bürgermeister Matthias Weckbach wies aber darauf hin, dass der Zeitrahmen bis 2023 bereits zügig und ein realistischer Zeitraum sei.

Steffen Bretzke stellte den derzeitigen Stand der Anschaffungs- und Bauplanung vor, die nun mit dem Beschluss in der Sitzung teilweise umgesetzt oder beschleunigt ist. In Bodman solle 2019 ein Mannschaftstransportwagen (MTW) neu ausgeschrieben werden, 2020 ist ein Löschfahrzeug (LF) 10 als Ersatz für das LF 8 mit Baujahr 1968 vorgesehen und 2019/20 soll es einen Umbau des Gerätehauses geben. In Ludwigshafen steht in diesem Jahr die Neuanschaffung eines umbaubaren Pickups als Ersatz für den Gerätewagen Technik (GW-T) an, 2020 dann ein MTW und 2023 ein Gerätewagen Logistik (GW-L) als Ersatz für Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit Baujahr 1988. Laut Plan ist der Zeitraum von 2019 bis 2023 für den Neubau des Gerätehauses Ludwigshafen geplant. Der neue Standort steht aber noch nicht fest. Das LF 8 war bereits defekt, konnte aber in Eigenleistung repariert werden, erklärte Weckbach. Es sei aber nicht klar, wie lange es durchhalte. Die DLRG hat bei jüngsten Fahrzeugausfällen ausgeholfen, wofür die Feuerwehr sehr dankbar ist. Auf eine Rückfrage aus dem Gremium hin, erklärte Carsten Sorg, dass alle Fahrzeuge förderfähig seien.

Die Entscheidung des Gemeinderats in der Sitzung beinhaltet die Anschaffung eines MTW mit Allradausstellung, für den es einen Zuschuss gibt, und einen Pickup mit Hänger. Die Kosten für diesen liegen bei rund 60 000 Euro inklusive Aufrüstungen, zum Beispiel für hohes Gewicht. Die Gemeinde wird ein LF 10 ausschreiben, sobald ein Zuschussbescheid kommt. Außerdem soll die Planung für den Gerätehaus-Neubau beginnen. Rat Klaus Gohl (Freie Wähler) sagte deutlich: "Wir müssen aufhören, halbtote Fahrzeug zu Tode zu bringen, sondern sie ersetzen. Wir brauchen Einsatzkräfte, die richtig ausgerüstet sind."

Auch die Jugendfeuerwehr und ihre Wichtigkeit kam zur Sprache, da Feuerwehren so Nachwuchs begeistern und heranziehen können. Als es noch Wehrersatzdienst gegeben habe, seien so immer wieder neue Freiwillige hängen geblieben, sagte der Kreisbrandmeister. Das fehle nun. Künftig werde die interkommunale Zusammenarbeit angesichts der Mitgliederzahlen wichtiger, blickte er voraus. Außerdem erklärte Sorg, dass das Ehrenamt gezielt entlastet werden solle. Das könne zum Beispiel über ein Feuerwehrzentrum geschehen, das in Rielasingen-Worblingen entstehen soll und Geräte zur Verfügung stellt, abholt und wartet.