Bodman-Ludwigshafen Der gute Zweck steht im Mittelpunkt: Gottfried Feiß macht Schrott zu Geldspenden

Gottfried Feiß aus Bodman-Ludwigshafen hat 31 500 Euro in achteinhalb Jahren an Spendengeldern verteilt. Er sammelt damit mit Helfern Metallschrott und macht das neben seinem Hauptberuf.

Gottfried Feiß hat das Ziel immer fest im Blick: jeden Monat eine Spende über 500 Euro für einen guten Zweck. Zum Beispiel für einen Kindergarten oder eine Schule. Das Geld kommt aus Sammlungen von Altmetallen und davon sind für diesen Betrag große Mengen nötig. Denn ein Kilogramm Aluminium bringt zum Beispiel gerade mal etwa 70 Cent. Familie Feiß hat deshalb ab und an sogar schon etwas aus dem privaten Geldbeutel drauf gelegt, um die 500 halten zu können. "Seit dem Beginn 2009 haben wir 31 500 Euro gespendet", erzählt Gottfried Feiß. Im Dezember 2017 war es zum Beispiel mit 750 Euro an den Kindergarten Sonnenschein in Zizenhausen auch mal etwas mehr. Im Januar gingen 500 Euro an den Korbinian-Brodman-Kindergarten in Hohenfels.

Hauptberuflich arbeitet Feiß eigentlich in drei Schichten bei der Alu Singen. Vor achteinhalb Jahren begann er mit Schrottsammlungen und spendete den Erlös. Der Kindergarten St. Michael in Ludwigshafen und der Kindergarten Bodman gehörten damals zu den ersten Einrichtungen, die Spenden bekamen. Da das Sortieren und Verwerten von Schrott unter Recycling fällt, war für die ehrenamtliche Tätigkeit eine Gewerbeanmeldung nötig. Zudem greifen auch weitere gesetzliche Regelungen, die einen offiziellen Schein brauchen (siehe Infokasten). Feiß steckt fast jede freie Minute in das Sortieren von Metallschrott und holt größere Spenden auch ab. Er hat Hilfe von Angelika Mahler, die auf geringfügiger Basis Metall sortiert. Das nötige Auto, Geräte und den laufenden Betrieb finanziert Feiß auch aus der Verwertung des Schrotts.

"Es bringt mehr, wenn die Metalle getrennt sind", erklärt er. Was es am Ende für das Kilo Aluminium oder Kupfer gibt, hängt aber immer vom aktuellen Schrottpreis ab. Trotzdem sind ihm die 500 Euro Spende pro Monat wichtig. Einige Gaststätten unterstützen Feiß' Engagement, indem sie leere Dosen und Ähnliches zur Abholung bereitstellen. Viele Privatleute aus dem ganzen Landkreis bringen ebenfalls regelmäßig verwertbare Metallabfälle. "In Steißlingen, Moos und Markelfingen gibt es Leute, die extra für mich sammeln", erzählt Feiß. "Sie sagen dann, wohin die Spenden gehen sollen." Feiß und seine Frau haben immer eine Liste, auf der die monatlichen Spenden im Voraus geplant sind. Für 2018 stehen schon die meisten Spendenziele fest. Diese 500-Euro-Spenden gibt Feiß gegen offizielle Spendenbescheinigungen, aber es gibt auch regelmäßig kleinere Beträge, die ohne Bescheinigungen laufen. So bekommt zum Beispiel die Turngruppe Espasingen jedes Jahr 100 Euro.

"Ich finde es klasse, was er macht", sagt Angelika Mahler über Gottfried Feiß. Sie ist genauso mit Leib und Seele dabei wie er. Sie sortiert zum Beispiel Dosen, leere Teelichter, Schokoladenfolie und Becherdeckel aus Alu und presst diese dann an einer Maschine zu Blöcken, die rund neun Kilogramm schwer sind. Bei den Becherabdeckungen könne der Schein aber trügen, erzählt sie. "Nur wenn er reißbar ist, ist es Alu." Wenn er sich nicht reißen lasse, sei es Plastik, selbst wenn es silbern aussehe. So sei es auch bei Innenbeschichtungen von Verpackungen.

Seit Mitte 2009 gingen aus den Erlösen der Metallsammlungen 31 500 Euro an 50 verschiedene Organisationen, wobei manche im Lauf der Zeit mehrfach bedacht wurden. 2017 gab es 13 Spenden. Sie gingen an Kindergärten oder -krippen in Mühlingen, Radolfzell, Ludwigshafen, Bankholzen, Nenzingen, Frickingen sowie Zizenhausen, die Weiherbachschule Mühlingen, die Markelfinger Wassersportclub-Jugend, Casa Reha in Ludwigshafen, die Bürgerselbsthilfe Sipplingen, an eine Jugendfeuerwehr und einen Angelverein. "Für die Weiherbachschule würde ich gerne mehr machen", sagt Feiß.

 

Gesetz und Engagement

  • Rechtlich gesehen, so erklärt das Landratsamt auf seiner Internetseite, sei unter Gewerbe "jede Tätigkeit zu verstehen, die Sie selbstständig, auf eigene Rechnung, in eigenem Namen und dauerhaft ausüben. Es kommt nicht darauf an, ob Sie tatsächlich einen Gewinn erzielen, die Absicht dazu reicht aus." So kann es möglich sein, dass auch für regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeiten ein Gewerbeschein nötig wird. Zweck der Anmeldung sei es, der zuständigen Behörde die Überwachung der Gewerbeausübung sowie statistische Erhebungen zu ermöglichen. Auch um Spenden mithilfe einer Bescheinigung nicht versteuern zu müssen, ist ein Gewerbeschein nötig.
  • Schrottspenden: Gottfried Feiß nimmt normalen Haushaltsschrott, zum Beispiel leere Dosen, Bierkronen, Alufolie, leere Teelichter, Töpfe oder was beim Umbau anfällt, an (keine Elektrogeräte). An der Stockacher Straße 20 in Ludwigshafen ist dafür eine Sammelstelle aufgestellt. Größere Mengen holt er auch ab. Kontakt: (0 77 73) 71 35 oder g.feiss@t-online.de (löf)

 

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