Dürre und Hitze sorgen dafür, dass sich der Borkenkäfer vermehrt, und das in diesem Jahr explosionsartig. Darunter leiden vor allem die Wälder in der Region. Denn der Borkenkäfer frisst sich durch den Wald und sorgt damit für Sorgenfalten bei den Forstbesitzern.

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Wie man das Waldsterben aufhalten kann, dazu haben Johannes von Bodman und Reiner Bickel, Leiter des Betriebszweiges Forst im Gut Bodman eine klare Vorstellung, wie sie im Rahmen einer Waldbegehung im Forst des Gutes Bodman erklärten: Die richtigen Baumarten dort pflanzen, wo der richtige Boden und ein angepasster Standort sei. Zudem müsse man verstärkt auf einen Mischwald setzen. Weiter forderte von Bodman eine entsprechende Förderung des Landes, wenn man als Forstbetreiber etwa auf Nachhaltigkeiten und Ökologie bei der Beforstung setze. „Das wäre vergleichbar mit der Landwirtschaft“, sagte er. Eine Alternative bei zukünftigen Bepflanzungen könnte indes die Douglasie sein. Laut Bickel forsche man derzeit an Baumsorten, die sich bei den heißen Temperaturen in anderen Ländern bewährt haben. Eine von ihnen sei die Douglasie. Man stehe dort allerdings noch am Anfang. „Wir Förster würden aber schon gerne wissen, welche Sorten funktionieren, wenn wir Holz auch weiterhin als Ressource nutzen wollen“, so Bickel.

Reiner Bickel, Leiter des Betriebszweiges Forst im Gut Bodman (rechts), im Gespräch mit Levin Eisenmann, Vorsitzender der Jungen Union (links). Bild: Matthias Güntert
Reiner Bickel, Leiter des Betriebszweiges Forst im Gut Bodman (rechts), im Gespräch mit Levin Eisenmann, Vorsitzender der Jungen Union (links). | Bild: Matthias Güntert

Rund 20 interessierte Bürger, darunter auch der CDU-Bundestagsabgeordnete und Fraktionsvize Andreas Jung, wurden von Johannes von Bodman, der selbst CDU-Mitglied ist und für die Fraktion im Kreisrat saß, und Reiner Bickel durch den Wald geführt. Die Initiative dazu kam von der Jungen Union (JU), die zur Waldbegehung einlud. Johannes von Bodman machte dabei gleich zu Beginn deutlich: „Es ist fünf Minuten vor Zwölf.“ Er zeigte sich bei der Begrüßung erfreut, dass sich so viele Menschen für den Wald interessieren.

Fichten trifft es besonders hart

Besonders hart treffe die Borkenkäferplage die heimischen Fichten. Laut Johannes von Bodman seien zehn Prozent des Mischwaldes auf dem Gut Bodman Fichten. „Diese sind bereits alle kaputt“, sagte er. Auch Eschen müssten die Waldarbeiten aus dem Wald hinausbefördern, weil sie aufgrund der großen Hitze und des Anstieges der Temperaturen drohen, in sich zusammenzufallen. „Daran wird auch ein nasses oder kälteres Jahr nichts mehr ändern“, so von Bodman weiter. Laut einer Studie, so betonte von Bodman, sei das Jahresklima um 1,8 Grad gestiegen. Die beiden Hitzejahre 2018 und 2019 seien darin allerdings noch gar nicht berücksichtigt. „Sonst wäre die Situation des Waldes noch dramatischer.“ Sollte sich der Klimawandel weiter so fortsetzen, werde es 2100 keine Fichten mehr geben. „Die Situation ist dramatisch“, so von Bodman. Reiner Bickel ergänzte: „Wenn sich nichts ändert, werden wir in den kommenden Jahren weitere Kubikmeter an Waldfläche verlieren.“ Das Dramatische dabei: Der Wald stehe im Fokus und kämpfe mit der Klimaveränderung, die er eigentlich verhindern solle. Denn als wichtiger CO2-Speicher leiste er einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz.

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Auch Bundestagsabgeordneter Andreas Jung forderte die Verantwortlichen in der Bundesregierung zu einem Umdenken auf. „Wir kommen mit den bisherigen Strategien nicht weiter“, betonte er. Jung bekräftigte, dass in die Weiterentwicklung des neuen Klimaschutzpapieres, bei dessen Ausarbeitung er maßgeblich beteiligt war, auch ein Gütesiegel für nachhaltige Forstbetriebe eingeplant sei. Dies sei zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht umsetzbar gewesen. Zudem machte er sich für eine Baumprämie bei nachhaltiger und ökologischer Aufforstung stark.

Junge Union stellt Themenpapier auf

Die Bedeutung des Waldes für die Region und die Menschen hob auch Levin Eisenmann, Vorsitzender der Jungen Union im Kreis Konstanz, hervor: „Über das Thema Wald spricht in der Klimadiskussion jeder. Um sich die Schäden bewusst zu machen, bietet es sich an, die Situation vor Ort zu betrachten.“ Laut seiner Aussage habe die Bundesrepublik aufgrund der klimatischen Veränderungen ein Prozent des Waldbestandes verloren. Die JU beabsichtige deshalb in naher Zukunft ein Themenpapier zum Thema Ökologie und Ökonomie zu verfassen. Dazu habe man sich laut Eisenmann verstärkt mit Problematiken in der Region beschäftigt. So habe man etwa das Solarenergiedorf in Liggeringen besichtigt oder kam mit den Sorgen der Winzer in Kontakt. Die Ergebnisse aus diesen Besuchen sollen im Dezember schriftlich veröffentlicht und an den Landtag geschickt werden.

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