Die Kommunalwahl naht in großen Schritten. In rund zwei Monaten, am Sonntag, 26. Mai, werden bundesweit tausende Gemeinderäte und Ortschaftsräte neu bestimmt. Der Ortsverband der SPD hat nun seine Kandidaten für Bodman-Ludwigshafen aufgestellt.

Die sieben Mitglieder, die zu der Nominierungsveranstaltung erschienen waren, zeigten sich harmonisch: Nur ein Abstimmungsvorgang war nötig, um die Reihenfolge der Liste festzulegen. Die Zahlen zeichneten dagegen ein düsteres Bild: Gerade einmal vier Personen hatten sich im Vorfeld für eine Kandidatur bereit erklärt, darunter Vorstand Kurt Schmidt. Der 77-Jährige saß 20 Jahre lang in Bodman-Ludwigshafen im Gemeinderat, die jüngsten 20 Jahren hatte er sich nicht mehr um einen Sitz beworben. Jetzt lässt er sich erneut aufstellen. Insgesamt habe er zehn Kommunalwahlen miterlebt. Noch nie sei es jedoch so schwierig gewesen, Kandidaten zu finden. "Das ist die schwierigste Wahl", stellt er fest.

Eine gute Nachricht gab es immerhin während der Nominierungsveranstaltung: Spontan ließen sich auch Kurt Schmidts Frau Renate und Gabriele Sperling aufstellen. Renate Schmidt gehört gemeinsam mit ihrem Mann zu den Gründungsmitgliedern des SPD-Ortsverbands Bodman-Ludwigshafen. Auch sie hatte mehrfach kandidiert, an der vergangenen Wahl jedoch nicht mehr teilgenommen. Gabriele Sperling trat 1998 in Allensbach in die SPD ein, war dort auch Vorsitzende und saß im Gemeinderat. Seit 2008 gehört sie zum Ortsverband Bodman-Ludwigshafen.

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Kurt Schmidt glaubt zu wissen, weshalb sich nur so wenige Kandidaten gefunden haben: "Die meisten sagen, sie hätten zu wenig Zeit für so etwas." Viele seinen beruflich so eingespannt, dass sie sich gegen ein Engagement im Gemeinderat entscheiden. Claudia Brackmeyer, die derzeit im Gemeinderat sitzt und in der kommenden Wahl als Spitzenkandidatin antritt, kann das nur bedingt verstehen. Rund 20 Mal im Jahr komme der Gemeinderat zusammen, dafür könne sich der ein oder andere sicherlich Zeit nehmen. "Es kommt darauf an, wie jemand strukturiert ist", sagt sie. Zudem würden viele annehmen, dass als Gemeinderat bestimmte Kompetenzen gefordert seien. Das treffe jedoch nicht zu. Stattdessen sei es wichtig, sich in die Situation der Bürger hineinzuversetzen: "Ich muss mit dem Bürgerblick drauf schauen." Dass sie jedoch aus privaten Gründen nur wenig Zeit gefunden habe, um Kandidaten anzuwerben, könnte ebenfalls zu der geringen Anzahl geführt haben.

Die Hoffnung möchten die Mitglieder der SPD jedoch nicht aufgeben. Sie setzten für Freitag, 22. März, ein zweites Treffen an, an dem gegebenenfalls Nachnominierungen sein können, falls sich bis dahin weitere Kandidaten finden. Unmöglich ist das nicht: Bereits 2014 gab es bei einem zweiten Treffen zwei Nachzügler. Schlussendlich trat die SPD damals zu zehnt bei der Wahl an.

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Neben dem Ehepaar Schmidt, Claudia Brackmeyer und Gabriele Sperling stehen noch zwei weitere Namen auf der Liste der SPD. Die pensionierte Lehrerin Susanne Eschenburg trat 1972 der SPD Stockach bei, da zu der Zeit noch kein Ortsverband in Bodman-Ludwigshafen existierte. Willi Engster ist der einzige unabhängige Kandidat auf der Liste. Der 50-Jährige tritt dennoch nicht zum ersten Mal für die SPD an, der auch seine Mutter und Schwester angehören. Derzeit sitzt er in seiner zweiten Amtsperiode für die Partei im Gemeinderat. Damit die Liste gänzlich gefüllt ist, müssten sich jedoch insgesamt 14 Kandidaten finden – so viele, wie Gemeinderäte zu wählen sind. Während der Gemeinderat in Bodman-Ludwigshafen bisher 16 Mitglieder umfasst, wird sich das jetzt ändern: Nachdem dort im Jahr 2008 die unechte Teilortswahl abgeschafft wurde, nehmen die Sitze mit dieser Wahl ab. Die Zahl könnte sich aber bis zur nächsten Kommunalwahl auf 18 erhöhen, sofern Bodman-Ludwigshafen bis dahin mehr als 5000 Einwohner umfasst.

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